Ferrari bastelt am Motor: Vettel bekommt mehr PS

Ralf Bach
Sport1

Der Countdown läuft! Noch 18 Tage bis zum Saisonstart der Formel 1 in Spielberg. (Der Rennkalender der Formel 1)

Wenn am 5. Juli in Österreich die neue Saison beginnt, sind seit den Wintertestfahrten schon vier Monate vergangen. Viele Fans haben inzwischen längst vergessen, wie die Tests im Detail abgelaufen sind. Zum Beispiel, dass Sebastian Vettel am dritten Tag seinen Ferrari SF1000 wegen Motorproblemen am Streckenrand abstellen musste.

Der Defekt damals trat laut Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bereits auf dem Prüfstand auf. Daher hat die Scuderia die Zeit seit dem letzten Test genutzt, um den Motor zu überarbeiten. Und, wichtig für Vettels letzte Saison in Rot: Dabei sind angeblich nicht nur die Zuverlässigkeitsprobleme behoben worden, sondern es konnte auch die Performance gesteigert werden.

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Zusätzliche Ferrari-PS für Vettel und Leclerc

Das Update soll rund 15 zusätzliche PS für Sebastian Vettel und Charles Leclerc bringen!

Klar ist aber auch: Das ist bitter nötig, denn gerade dem Motor fehlte es bei den Tests nicht nur an Zuverlässigkeit, sondern auch an Kraft. Hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass das geheime Abkommen mit dem Automobilweltverband FIA daran schuld sei.


Dabei ging es um Unregelmäßigkeiten am Triebwerk während der Saison 2019, die die Italiener abstellen mussten. Teamchef Binotto selbst hatte beim Test in Barcelona verraten, dass der Antrieb schwächer sei als im Vorjahr. Da galt der Ferrari-Motor noch als Nonplusultra - doch schon damals vermutete die Konkurrenz, dass nicht alles mit rechten Dingen zuging.

Mercedes-Boss Wolff mahnt zur Vorsicht

"Die Power-Unit von Ferrari war vergangenes Jahr viel stärker", bekräftigt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Aber er glaubt auch nicht an eine Antriebs-Schwäche der Roten in diesem Jahr.

"Nur im Qualifying und im Rennen zeigen alle ihre wahre Stärke, und das haben wir bisher noch nicht gesehen", erklärt Wolff und ergänzt: "Ich würde aber auch Honda und Renault nicht außer Acht lassen. Mein Gefühl ist, dass inzwischen so ziemlich alle Motorenhersteller auf Augenhöhe sind."

Noch ist nicht sicher, ob auch die Kundenteams Haas und Alfa Romeo in den Genuss der neuen Ferrari-Motorausbaustufe kommen. Neben dem Motor hat die Scuderia auch die Getriebekonstruktion überarbeitet. Sie erwies sich bei den Tests als nicht steif genug - auch das wäre eine potenzielle Quelle für Defekte gewesen.

Größere aerodynamische Änderungen am Fahrzeug plant Ferrari dagegen erst für spätere Rennen.

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