Ferrari-Hammer um Hamilton?

Es ist das jüngste Gerücht kurz vor dem GP von Monaco am Sonntag: Laut Daily Mail soll Ferrari Mercedes-Superstar Lewis Hamilton (38) ein Angebot von 40 Millionen Pfund (46 Millionen Euro) unterbreitet haben, damit er in der Saison 2024 zum italienischen Kult-Formel-1-Team nach Maranello wechselt.

Der siebenmalige Weltmeister aus England soll an der Seite von Ferrari-Zögling Charles Leclerc fahren und den Spanier Carlos Sainz ersetzen, spekuliert die englische Tageszeitung. Doch wie wahrscheinlich ist dieser Sensationstransfer?

SPORT1 erfuhr: Erst vor drei Wochen bekannte sich Hamilton bei einer internen Veranstaltung zu seinem Arbeitgeber Mercedes. Der Brite war zu einer Podiumsdiskussion zusammen mit Mercedes-Chef Ola Källenius (53) im Mercedes-Motorsport-Museum in Stuttgart eingeladen.

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Schumacher: Ein Faktor spricht für Hamilton-Wechsel zu Ferrari

70 Mercedes-Mitarbeiter, die ihre „Eintrittskarten“ im Lotterieverfahren gewannen, waren Zeuge von Hamiltons Versprechen: Demnach wolle er nicht nur seinen in diesem Jahr auslaufenden Vertrag verlängern, sondern gern auch nach seiner aktiven Karriere dem Automobilkonzern als Botschafter erhalten bleiben. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Formel-1-Experte Ralf Schumacher (46) dazu zu SPORT1: „Dass Lewis bei Mercedes bleibt, halte ich für sehr wahrscheinlich. Er wird nicht jünger und hat mit Teamkollege George Russell eine harte Nuss zu knacken. Doch ob er deswegen seine Mercedes-Heimat aufgibt und auch eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem Konzern aufs Spiel setzt, glaube ich nicht. Zumal es laut Teamchef Toto Wolff nur eine Formsache ist, wann Hamilton verlängern wird.“

Der Sky-Experte weiter: „Was für Ferrari sprechen könnte: Hamiltons lange und enge Beziehung zu Teamchef Fred Vasseur. Schon zu Kart-Zeiten war der Franzose Teamchef von Lewis. Auch in den Nachwuchsformeln fuhr Hamilton für die Teams von Vasseur. Aber ein enges, vertrautes Verhältnis hat Lewis auch zu Toto Wolff. Deshalb glaube ich nicht an einen Wechsel.“

Helmut Marko: Das nervt Hamilton

Red-Bull-Chefberater Helmut Marko (80) sieht dagegen durchaus einen Aspekt, der für einen möglichen Transfer spricht. Marko zu SPORT1: „Es gibt zwei Dinge, die Hamilton richtig nerven. Erstens: Dass er nicht mehr Weltmeister ist und es schwer haben wird, es auch in Zukunft noch einmal zu werden. Er weiß, dass bei Red Bull kein Platz für ihn ist. Und ob Ferrari in Zukunft sportlich für ihn besser ist als Mercedes, ist nicht in Stein gemeißelt.“

Das zweite Argument nimmt Marko schon ernster: „Neben der sportlichen Perspektive ist Lewis alles andere als glücklich darüber, dass er nicht mehr der bestverdienende Fahrer in der Formel 1 ist. Das ist jetzt Max Verstappen. Wenigstens das könnte er mit Ferraris Hilfe ändern.“

Fakt ist: Es wird spannend in den nächsten zwei Monaten. Bis dahin soll eine Entscheidung über Hamiltons Zukunft fallen. Aber alles andere als ein Bekenntnis zu Mercedes wäre eine große Überraschung.