Ferrari SF21: Die erste Analyse des Nachfolgers des SF1000

Franco Nugnes
·Lesedauer: 2 Min.

Wie stark kann sich Ferrari 2021 verbessern? Diese Frage stellen sich nach dem enttäuschenden Jahr 2020 wohl viele Fans. Ganz große Sprünge erwartet niemand, weil der SF21 ein direkter Nachkomme des enttäuschenden SF1000 sein wird. Zumindest möchte man beim Nachfolger einige "genetische Defekte" ausmerzen, die Charles Leclerc und Sebastian Vettel 2020 behindert haben.

Teamchef Mattia Binotto möchte vor der kommenden Saison nicht zu viel versprechen, möchte aber zumindest wieder die dritte Kraft hinter Mercedes und Red Bull werden. "Wir müssen realistisch sein. Wir können nicht das Performance-Defizit aufholen, das heute zwischen uns und den Besten existiert", sagt der Italiener. "Die Zeit dafür ist zu kurz und die technische Situation kompliziert."

Denn die Autos werden für das kommende Jahr zu großen Teilen eingefroren. Zwar bleibt die Aerodynamik-Entwicklung erlaubt, das grundsätzliche Chassis bleibt aber das gleiche. Lediglich zwei Token stehen jedem Team für Verbesserungen zur Verfügung.

"Aber selbst im Bereich Aerodynamik, die keinen Einschränkungen unterliegt, werden wir weniger Entwicklungsmöglichkeiten haben, weil die verfügbare Zeit im Windkanal und bei Simulationen auf 60 Prozent reduziert wurde", sagt Binotto.

Trotzdem gibt er sich optimistisch, was das neue Auto angeht: "Neben einem neuen Motor werden wir 2021 eine deutlich überarbeitete Aerodynamik haben, dank der wir die meisten wichtigen Probleme am Auto von 2020 gelöst haben dürften."

Entwicklung im Heck

Es ist kein Geheimnis, dass die beiden Entwicklungstoken für das Heck ausgegeben wurden: Eine kompaktere (und stabilere) Kraftübertragung soll den SF21 ausstatten. Dadurch gibt es zwei Vorteile: einmal aerodynamischer Natur und einmal die Anpassung der hinteren Aufhängung, bei der auch das Getriebegehäuse angepasst wird.

Man muss dazusagen, dass Ferrari im Grunde keine Zuverlässigkeitsprobleme in diesem Bereich hatte, aber in Maranello ist man überzeugt davon, dass man beim Design des Flaschenhalsbereiches etwas Anpressdruck durch Bodywork und Diffusor gewinnen kann - mehr noch als mit dem Flügel.

Mattia Binotto, Team Principal Ferrari

Mattia Binotto, Team Principal Ferrari<span class="copyright">Steven Tee / Motorsport Images</span>
Mattia Binotto, Team Principal FerrariSteven Tee / Motorsport Images

Steven Tee / Motorsport Images

Es gibt also noch einige Hindernisse, die man vor dem ersten Test in Barcelona Anfang März in den Griff bekommen muss - auch weil die neuen FIA-Regeln in diesem Jahr eine Maximalzahl an Auslässen vorsieht, während es bis dieses Jahr uneingeschränkt war.

Der neue Verbrennungsmotor bringt bereits 15 PS mehr als die Variante von 2020. Ziel ist es, bis zum Homologationsdatum 30 PS zu finden. Das soll durch einen neuen Kühler und Verbesserungen an der MGU-K gelingen. Diese soll auf eine Runde länger elektrische Energie abgeben können.

Ob der Nachfolger des SF1000 trotz aller Gemeinsamkeiten mehr Erfolg bringen wird, wird 2021 zeigen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.