Wie im Film-Schocker: Riesenfisch greift Regattaboot an

Christian Paschwitz
·Lesedauer: 2 Min.

Das Rennen gilt ohnehin schon als der härteste Ruder-Wettbewerb schlechthin - doch dieser Vorfall kommt dann eher einem Horrorfilm gleich:

Während der "Atlantic Challenge" ist das britisch-amerikanische Vierer-Team "Latitude 35" von einem Raubfisch angegriffen worden und nur mit Mühe einer Katastrohe entronnen.

Am 26. Tag auf hoher See war die Crew auf dem Weg von den Kanarischen Inseln in die Karibik, als es zu der Attacke kam, bei der vor allem Jimmy Carroll unfreiwillig in den Fokus geriet.

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Der Ruderer hatte in seiner Kabine eine Ruhepause eingelegt und wurde aus dem Schlaf gerissen, nachdem unmittelbar zuvor der Karbonrumpf des Bootes zersplittert und zwischen seinen Beinen ein scharfkantiger Gegenstand aufgetaucht war.

Die Folge: Wasser strömte in die Kabine, Matratze und Vorräte durchnässten. Schnell wurde klar, dass es sich bei dem schwertartigen Objekte um einen aggressiven Speerfisch handelt, einen Blauen Marlin - einen Raubfisch also, der bis zu vier Meter lang werden und bis zu einer halben Tonne wiegen kann. Und der Carrolls Bein nur um wenige Zentimeter fehlte.

"Atlantic Challenge": Schwertfisch attackiert Ruderboot

Doch Glück im Unglück rund 1800 km vom Ziel auf Antigua entfernt: Bei der Attacke wurde dem Fisch die Nase abgerissen und fungierte an dem Leck zunächst wie ein halbwegs abdichtender Korken, so dass das Boot trotz Wassereinbruchs nicht sofort zu sinken begann.

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Kurios: Carroll selbst nahm unverzüglich die Reparatur vor, dichtete die Beschädigung innen wie außen mit Epoxidharz ab, das sich neben anderem Flickmaterial an Bord befand. Ein Teil des Speeres blieb dabei stecken, der Überstand unter Wasser wurde abgesägt.

"Es war wichtig, den Schnabel des Blauen Marlins nicht komplett zu entfernen, weil er als Spund fungierte", teilte das weitere Team von "Latitude 35" auf Instagram. "Aber sie mussten ihn mit einem Hammer einschlagen, um sicherzustellen, dass er bündig mit dem Rumpf abschloss, damit sie eine Reparatur vornehmen konnten."

Bein knapp verfehlt - kuriose Reparatur nach Angriff

Die zum Zeitpunkt des Schreckmoments zufällig in der Nähe befindliche Rennleitung wurde zwar alarmiert, musste aber nicht eingreifen.

Nach mehr als fünfeinhalb Stunden konnte das bis dato auf Rang drei liegende Quartett die Transatlantikregatta fortsetzen - und plant nun am 20. Januar nach einem 38 Tage dauernden Trip die Ankunft.

Bei der Zieleinfahrt wird im Rumpf dann wohl noch immer ein Stück Fisch stecken ...