Schande als gerechte Strafe für ManCity

Pit Gottschalk
Sport1

Das Regelwerk des Fußballs umfasst weltweit 17 Regeln.

Haarklein wird in jeder Sprache erklärt, was ein Fußballspieler tun darf oder besser lassen sollte, weil sonst eine Strafe droht. Natürlich gibt es immer wieder Streit, wie streng jede einzelne Bestimmung auf dem Rasen ausgelegt werden soll.

Doch im gesteckten Rahmen bewegt sich im Prinzip jeder, der am Spiel teilnimmt.

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Auch die Klubs haben Regeln. Mit den Richtlinien, die schon im Namen "Financial Fair Play" ihren Zweck verraten, wollten die Verbände den Grundsatz des Rasens in die Teppichabteilungen der Vereine erweitern: Mitspielen darf nur, wer sich zum gemeinsamen Regelwerk bekennt, um einer Chancengleichheit zumindest theoretisch nahe zu kommen.

Was Manchester City sich über Jahre geleistet hat, ist nicht nur ein Regelverstoß. Klubeigner Mansour bin Zayed Al Nahyan hat mit Finanzspritzen auf alles gespuckt, was den Sport groß und spannend gemacht hat. Mäzenatentum an sich ist nichts Schlimmes. Aber wenn es darum geht, sich unlauter einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, ist das Doping. Nämlich: Finanzdoping.

Mit 80 Millionen Euro Finanzdoping plus Stadion wollte er sich den Fußball erkaufen, nicht erspielen, und hat Botschafter des Sports, vorneweg Trainer Pep Guardiola, zu willigen Helfershelfern angeheuert. Aber was ist der Henkeltopf schon wert, wenn man ihn kaufen kann? Man kann von Glück reden, dass ihn Guardiolas Citizens nie bekommen haben. Es wäre blanker Hohn gewesen. 


Jeder Betrug am Sport verdient eine gerechte Strafe. Zwei Jahre Ausschluss von der Champions League und dazu 30 Millionen Euro Strafe sind genau das passende Druckmittel, um eine Warnung an die üblichen Verdächtigen in der Königsklasse auszusenden: Die UEFA nimmt ihr Regelwerk doch ernster, als es die Herren, die über den Dingen zu schweben glaubten, bisher annahmen. 

Das ist eine schlechte Nachricht für Manchester City, aber eine gute für den europäischen Klubfußball. Vereine wie Bayern München und Borussia Dortmund, die ihre Erfolge mit harter Arbeit und nicht mit Taschenspielertricks erreichen wollten, dürfen sich bestätigt fühlen.

City mag jetzt höhere Gerichte anrufen. Aber die Schande, die man heute erlebt, wird man nicht mehr los.

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