F1-Einstieg offiziell! Aber darum kommt Audi erst so spät

Der Formel-1-Einstieg von Audi zur Saison 2026 ist perfekt, wenn auch zunächst als Motorenhersteller.

Das gab das Unternehmen aus Ingolstadt am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Spa-Francorchamps bekannt, wo am Sonntag (15.00 Uhr im LIVETICKER) der Große Preis von Belgien ausgetragen wird. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

„Es ist wahrhaft ein ganz besonderer Moment: Wir starten 2026 in der Formel 1″, sagte Audi-Vorstandschef Markus Duesmann: „Audi hat sich offiziell eingeschrieben.“ Der Hybrid-Antrieb entsteht am Neuburg an der Donau.

An der Pressekonferenz nahmen neben Duesmann und Oliver Hoffmann, Audi Vorstand Technische Entwicklung, auch Mohammed bin Sulayem, Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, und Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali teil. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Der nächste Audi-Schritt dürfte folgen

„Es ist ein großartiger Tag für den Sport“, sagte Domenicali, der zwischen 2016 und 2020 Geschäftsführer der Audi-Tochter Lamborghini gewesen war.

Damit wird die Königsklasse des Motorsports noch ein bisschen deutscher.

Beim Audi-Einstieg als Motorhersteller dürfte es aber nicht bleiben: Der Konzern hatte nach Bekanntwerden seiner Formel-1-Ambitionen das Interesse vieler kleinerer Rennställe geweckt, unter anderem mit Aston Martin und Williams Gespräche über eine Zusammenarbeit geführt. Das Rennen soll aber der Schweizer Sauber-Rennstall gemacht haben, der derzeit wegen eines Namenssponsorings als Alfa Romeo in den Startlisten steht. (HINTERGRUND: Die Details zum Audi-Einstieg in der Formel 1)

Am Einstieg der Volkswagen-Tochter Audi hatte es seit Monaten kaum noch Zweifel gegeben, allerdings wurde erwartet, dass sich zunächst die Schwester Porsche zum Formel-1-Engagement bekennen würde. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Trotz Audi: Kommt Porsche auch noch?

Laut zuletzt in Marokko öffentlich gewordenen Dokumenten hat der Sportwagenbauer 50 Prozent des Red-Bull-Teams von Weltmeister Max Verstappen erworben. Eine Verkündung dieser Partnerschaft steht noch aus.

Allein: Mit der Verkündung ist jetzt Audi schneller. Insider munkeln, dass man damit endlich Fakten schaffen will, bevor es sich der neue Vorstand Oliver Blume (Noch-Porsche-Vorstand) doch noch anders überlegt und keine zwei Marken des Volkswagen-Konzerns gegeneinander fahren lassen will. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Motoren sollen nachhaltiger werden

Nach einer monatelangen Hängepartie verabschiedete der Motorsport-Weltrat am 16. August das Regelwerk ab 2026. Die Motoren sollen dann günstiger, relevanter für die Serienproduktion und nachhaltiger werden, dies waren von Audi und Porsche formulierte Voraussetzungen.

„Mit dem neuen Reglement ist für uns genau jetzt der richtige Zeitpunkt für den Einstieg. Denn die Formel 1 und Audi verfolgen beide eindeutige Nachhaltigkeitsziele“, sagte Duesmann am Freitag.

„In weniger als vier Jahren werden wir in der Startaufstellung stehen“, sagte der Audi-Boss, weil man bis dahin eine „komplett neue Powerunit“ bauen werde.

Gleichwohl rechnet Audi keineswegs mit schnellen Erfolgen. Siege im ersten Jahr nach dem Einstieg seien „nicht realistisch“, fügte Duesmann an. „Innerhalb von drei Jahren sollten wir sehr wettbewerbsfähig sein.“

Mit dem neuen Reglement wird dann auch ein Teil des Energierückgewinnungssystems wegfallen, der so genannte Hitze-Umwandler MGU-H.

Trotz Audi: Kommt Porsche auch noch?

Der Elektromotor wird dennoch eine größere Bedeutung haben, erstmals liefert er dieselbe Kraft wie der V6-Verbrenner, insgesamt sollen mehr als 1000 PS erreicht werden. Zudem hat die Formel 1 ab der Saison 2026 den Einsatz von synthetischem, zu 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoff angekündigt.

„Wir geben den Autobauern damit eine glaubwürdige Plattform, um ihr Portfolio hinsichtlich CO2-neutralem Benzin und Hybriden mit hohem Elektroanteil zu erweitern“, hatte F-Boss Domenicali bereits im Vorfeld bei SPORT1 gesagt.

„Aus unserer Sicht ist das ein Weg, der noch effektiver ist als reine E-Mobilität. Wir verbinden technische Innovationen mit Nachhaltigkeit und Emotionen.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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