Nach Flörsch-Kritik an Frauen-E-Sport-Serie: W-Series-Meisterin kontert

Markus Lüttgens
motorsport.com

Die deutsche Rennfahrerin Sophia Flörsch hat in der Vergangenheit bereits klargestellt, was sie von der Frauen-Rennserie W-Series hält: Reichlich wenig. Und auch die nun von den Organisatoren angekündigten E-Sport-Rennen der W-Series, an denen ebenfalls nur Frauen teilnehmen dürfen, stoßen bei der Münchenerin auf Ablehnung.

"Jetzt mal ernsthaft, ist das ein Witz? Geschlechter-Trennung am Computer?", hatte Flörsch nach der Ankündigung der W-Series E-Sport-Liga getwittert. "Mädels, E-Sport ist zu 100 Prozent geschlechterneutral. Es gibt so viele E-Sport-Events, an denen Frauen und Männer teilnehmen. Kostenlos. Was für ein Marketing-Kram. Und eine bittere Wahrheit."

Flörsch hatte bereits früher betont, dass die W-Series für sie keine Option sei, da sie sich auf der Rennstrecke auch mit Männern messen will. Dementsprechend nimmt sie aktuell beispielsweise an den Sim-Rennen der DTM oder Formel 2 teil, wo sie vor allem gegen Männer antritt.

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Chadwick: "W-Series macht das selbe wie IndyCars oder Formel E"

Die Kritik der Deutschen an der E-Sport-Liga der W-Series findet Jamie Chadwick, ihrer Zeichens erste Meisterin, allerdings als ungerecht. "Sie machen genau das selbe wie die IndyCars oder die Formel E. Sie nehmen die Serie und schaffen eine E-Sport-Plattform", so Chadwick gegenüber 'Motorsport.com'.

"Die W-Series macht genau das selbe wie in der echten Welt. Es geht nicht darum, Frauen zu separieren oder so etwas. Es ist einfach eine Möglichkeit, die Lücke zu füllen, die entstanden ist, weil wir keine echten Rennen fahren können."

Auch Serienchefin Catherine Bond Muir weist die Kritik von Flörsch zurück. "In der W-Series geht es um Frauen. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass wir keine Männer zulassen. Denn es geht darum, Frauen im Motorsport zu fördern, egal ob im E-Sport oder im traditionellen Motorsport."

Flörsch hat Einladung abgelehnt

"Wir haben Sophia eingeladen, mit uns zu fahren", so Muir weiter. "Ich respektiere aber die Entscheidung einer jeder Fahrerin, die nicht ausschließlich nur gegen andere Fahrerinnen und daher nicht bei uns fahren will."

In der virtuellen Variante der W-Series werden wie in der realen 18 Fahrerinnen an den Start gehen, bei denen es sich fast ausschließlich um Stammfahrerinnen handelt. Die Rennen mit den Formelautos auf der Plattform iRacing werden auf teils außergewöhnlichen Rennstrecken wie der Nürburgring-Nordschleife stattfinden.

Mit Bildmaterial von LAT.

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