Formel-1-Auftakt: Mercedes, Ferrari und Co. im Formcheck

SID
Formel-1-Auftakt: Mercedes, Ferrari und Co. im Formcheck
Formel-1-Auftakt: Mercedes, Ferrari und Co. im Formcheck

Am kommenden Sonntag (7.10 Uhr MESZ/RTL) starten Ferrari-Star Sebastian Vettel, Weltmeister Lewis Hamilton und Co. in Australien in die neue Formel-1-Saison. Wer ist gut drauf? Wer muss nachlegen? Die Teams im SID-Formcheck.

MERCEDES
Bildlich gesprochen, hat Mercedes bei den Winter-Testfahrten nicht einmal die Aufwärmjacke abgelegt. Der Weltmeister-Rennstall der vergangenen vier Jahre beeindruckte mit bärenstarken Rennsimulationen. Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ließen, anders als der große Rivale Ferrari, nicht ein einziges Mal den schnellsten Reifensatz aufziehen - das spricht für gigantisches Selbstbewusstsein. Mercedes wird (mal wieder) das Team sein, das es zu schlagen gilt.

FERRARI
Auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel kam mit seiner "Roten Göttin" gut durch die Tests. Keine Macken, dazu die absolute Bestzeit beim achttägigen Probelauf. Trotzdem war Vettel keineswegs gut gelaunt vor dem Abflug nach Melbourne. Zu groß ist die Sorge, dass Mercedes und womöglich auch Red Bull der Scuderia voraus sind. Sollte sich der Eindruck beim "scharfen" Start in Australien bestätigen, dürfte es bei Ferrari schnell ungemütlich werden.

RED BULL
Erstmals seit Jahren scheint der frühere Weltmeisterrennstall schon zum Saisonstart über einen Boliden für Spitzenresultate zu verfügen. Wenn alles zusammenpasst, können Max Verstappen und Daniel Ricciardo aus dem letztjährigen Duell Rot gegen Silber einen ganzjährigen Dreikampf machen - und auch der Fahrer-WM noch mehr Würze verleihen. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter der Power und der Standfestigkeit des Renault-Motors.

FORCE INDIA
Das Überraschungsteam der vergangenen beiden Jahre gehörte bei den Tests zu den Verlierern. Keine Ausreißer nach oben, dafür diverse Problemchen. Nach zwei vierten Plätzen in der Konstrukteurswertung hintereinander wird der kleine Rennstall gegen die finanzkräftigere Konkurrenz um Renault und McLaren einen schweren Stand haben.

WILLIAMS
Das frühere Weltmeisterteam befindet sich in einem Teufelskreis: Weil das Geld fehlt, wurden beide Stammcockpits an Bezahlfahrer vergeben. Doch der 19-jährige Kanadier Lance Stroll und Rookie Sergej Sirotkin aus Russland sind den Beweis fahrerischer Extraklasse noch schuldig geblieben. Damit zeigt die Tendenz weiter nach unten.

RENAULT
Das Team um den Emmericher Nico Hülkenberg will 2020 um die WM fahren. Diese Zielsetzung mag ambitioniert erscheinen, doch vor ihrer dritten Saison nach dem Formel-1-Comeback scheinen die Franzosen tatsächlich den nächsten Schritt gemacht zu haben. Die Vorstellung bei den Tests in Barcelona war mehr als ordentlich. Der Sprung auf Platz vier - allerdings mit einigem Rückstand auf Mercedes, Ferrari und Red Bull - scheint möglich.

TORO ROSSO
Ein weiterer kleiner Gewinner der Testfahrten war Toro Rosso. Die kleine Schwester von Red Bull hat von McLaren den ungeliebten Motorpartner Honda "geerbt" - und war in Barcelona mit dem japanischen Aggregat im Heck überraschend gut und konstant unterwegs. Zum Schwachpunkt könnte die relativ unerfahrene Fahrerpaarung Pierre Gasly (Frankreich) und Brendon Hartley (Neuseeland) werden.

HAAS
Der Ferrari-Kunde ist dem großen Partner in Barcelona bemerkenswert nahe gekommen. Was bei der Scuderia die Alarmglocken ertönen ließ, ist für das US-Team eine tolle Nachricht. Im dritten Formel-1-Jahr dürfte Haas regelmäßig im Kampf um Punkte mitmischen.

MCLAREN
Die Seuche findet kein Ende: Bei den Testfahrten war McLaren mit sechs Defekten an acht Tagen der "Pannenkönig", Ex-Weltmeister Fernando Alonso flüchtete sich schon wieder in den gewohnten Zynismus. Die Standfestigkeit scheint auch im Jahr eins nach Honda das große Manko zu sein. Da nützt es wenig, dass McLaren bei der Pace offenbar zugelegt hat.

SAUBER
Mit dem strategischen Partner Alfa Romeo will das Team weg vom letzten Platz. Euphorie ist zwar nach den ersten Eindrücken nicht angebracht, doch zumindest der Anschluss ans Mittelfeld scheint hergestellt. Rookie und Ferrari-Junior Charles Leclerc, der das Cockpit des Worndorfers Pascal Wehrlein übernommen hat, muss bei allem Talent erst noch im Haifischbecken Formel 1 ankommen.






























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