Formel 1 in Australien trotz Corona: "Eine andere Art der Atmosphäre"

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Auch wenn der Formel-1-Auftakt in Melbourne an diesem Wochenende planmäßig stattfinden soll, bleibt die Königsklasse vom Coronavirus natürlich nicht unberührt. Es gibt Verdachtsfälle in einigen Teams, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen an der Strecke und sogar eine Petition, die die Absage des Rennens fordert.

Die Fahrer üben sich vor Ort indes in Zweckoptimismus. "Natürlich ist im Moment alles schwierig, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen und einfach mit dem Saisonstart weiterzumachen und hoffentlich ein aufregendes Wochenende zu erleben", sagt etwa Red-Bull-Pilot Max Verstappen vor dem Großen Preis von Australien.

Er hofft, dass das Wochenende trotz Corona "nicht zu anders" sein wird. "Das ist im Moment schwer zu sagen", gibt der Niederländer zu. "Aber man versucht, die ganze Woche so normal wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig versucht man natürlich, eine gewisse Vorsicht walten zu lassen." Und das bleibt nicht ohne Folgen.

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"Die australischen Fans gehören eindeutig zu den leidenschaftlichsten Fans", weiß Verstappens Teamkollege Alexander Albon. "Sie sind mit allen super nett und wollen Fotos machen, sie wollen interagieren. Aber jetzt, wo wir in Melbourne herumlaufen, ist es offensichtlich eine andere Art der Atmosphäre als in der Vergangenheit."

Trotzdem hofft er, die richtige Balance zu finden. "Denn die Sicherheit ist offensichtlich ein ernstes Problem", so Albon. Gleichzeitig sei es wichtig, "den Fans etwas zu geben, damit sie mit uns in irgendeiner Weise interagieren können". Die obligatorischen Autogrammstunden mit den Fahrern wurden jedoch vorsichtshalber gestrichen.

Dass auch Rennen dem Rotstift zum Opfer fallen, ist eine Sorge, die alle umtreibt. "Wir haben es schon mit China gesehen", weist Albon auf die Verschiebung des für April geplanten China-Grand-Prix hin. "Es ist sehr ungewiss, was in Zukunft passieren wird. Ich denke, es ist für jeden eindeutig ein sehr ernstes Thema."

Zwar versuche man als Team entsprechend zu reagieren, doch vieles liege außerhalb der eigenen Kontrolle. "Bei allem, was vor sich geht, können wir nicht wirklich viel tun. Wir konzentrieren uns also sehr stark auf uns selbst und beobachten, wie sich die Dinge entwickeln, etwa in Bahrain." Hier soll die Formel 1 ohne Zuschauer stattfinden.

Mit Bildmaterial von LAT.

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