Formel-1-Geschichte: Der Tag, an dem Ayrton Senna die Qualifikation verpasste

Jonathan Noble
motorsport.com

Ayrton Senna zählt zu den erfolgreichsten Formel-1-Piloten aller Zeiten. Doch selbst in der großen Karriere des Brasilianers findet sich ein schwarzer Fleck. Die Rede ist vom 5. Mai 1984. Der Tag, an dem der spätere dreimalige Weltmeister in Imola zum einzigen Mal in seiner Laufbahn die Qualifikation für ein Formel-1-Rennen verpasste.

Senna reiste nach einem schwierigen Rennen in Belgien zum Großen Preis von San Marino 1984. Dort war der lediglich Siebter geworden, und in den ersten drei Saisonrennen, den drei ersten Rennen in Sennas Formel-1-Karriere, war klar geworden, dass der Toleman TG183B seinen Zenit überschritten hatte. Doch der neue TG184 war noch nicht fertig.

Für noch mehr Frust sorgten die Reifen. Die Pirelli-Pneus konnten nicht mit der Konkurrenz mithalten. McLaren, Brabham und Renault waren mit Michelin unterwegs, Ferrari und Williams mit Goodyear. Schon beim Saisonauftakt in Brasilien hatte Senna mit Problemen zu kämpfen gehabt, was da zunächst auf einen schlechten Reifensatz zurückgeführt wurde.

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Beim zweiten Rennen in Südafrika hatte Senna als Sechster zwar seinen ersten Zähler geholt, doch nach den Problemen in Zolder, wo es auch Fehlzündungen am Hart-Motor gab, warteten alle sehnsüchtig auf das neue Auto. Doch bei Toleman wusste man bereits, dass der TG184 erst beim fünften Saisonrennen in Frankreich fertig sein würde.

Katastrophen-Wochenende für Senna

Gleichzeitig machte sich Senna dafür stark, von Pirelli zu Michelin zu wechseln. Während angesichts der Reifendiskussion im Hintergrund politische Spielchen ausgetragen wurden, ließ Toleman am Freitag des Imola-Wochenendes eine Bombe platzen, als man verkündete, dass man nicht an den Sessions am Freitag teilnehmen werde.

Das Team hatte ein Fernschreiben aus der Zentrale in Brentwood erhalten, indem es hieß, dass man die Autos nicht einsetzen solle, weil es Schwierigkeiten mit Pirelli gab. So blieb Senna und Teamkollege Johnny Cecotto am Freitag nur die Zuschauerrolle. Den beiden blieb damit nur noch der zweite Qualifikationstag am Samstag.

In Monaco überraschte Ayrton Senna mit einem starken zweiten Platz

In Monaco überraschte Ayrton Senna mit einem starken zweiten Platz <span class="copyright">Motorsport Images</span>
In Monaco überraschte Ayrton Senna mit einem starken zweiten Platz Motorsport Images

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Zumindest einen Lichtblick bot Senna das völlig verkorkste Imola-Wochenende dann aber doch noch: Er bekam seinen Willen, und nach dem Grand Prix löste Toleman den Vertrag mit Pirelli auf. Ab dem folgenden Rennen in Frankreich wendete sich Sennas Saison mit dem neuen TG184 und den Michelin-Reifen anschließend zum Guten.

"Man kann das Handling des Autos nicht mit dem alten vergleichen", sagte er in Dijon. Und auch wenn ein Defekt am Turbo dafür sorgte, dass er dort erneut ohne Punkte blieb, zeigte Senna sein ganzes Können beim anschließenden Rennen in Monaco. Sein zweiter Platz im Fürstentum war der Anfang einer großen Karriere - und das exakte Gegenteil zu Imola ein paar Wochen zuvor.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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