Formel 1 mit Kundenautos für Alain Prost "undenkbar"

Norman Fischer
motorsport.com

Alain Prost hat Vorschläge über Kundenautos in der Formel 1 zurückgewiesen und wünscht sich, dass kleinere Teams wieder durch clevere Innovationen gewinnen können. Das Thema Kundenautos war von Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Ferrari-Teamchef Mattia Binotto aufgeworfen worden, um Kosten in der Coronakrise zu sparen.

Doch das ist für Prost keine Lösung: "Die DNA der Formel 1 sind Konstrukteure", stellt er gegenüber der französischen Zeitung 'L'Equipe' klar. "Ein Team muss sein eigenes Auto bauen, auch wenn wir mit mehr Standardteilen arbeiten."

Standardteile sind in der Formel 1 eingeführt worden, um Kosten bei Bauteilen zu sparen, die kaum einen Einfluss auf die Performance haben. Diese sind für Prost - Aufsichtsratsmitglied bei Renault - auch eine gute Idee, doch bei ganzen Autos hört der Spaß für ihn auf: "Das ist undenkbar", winkt er ab. "Diese Teams hätten keine Chance zu gewinnen."

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Der viermalige Weltmeister würde sich stattdessen Regeln wünschen, mit denen kleinere Teams durch clevere Ideen glänzen können - etwa unterschiedliche Aerodynamik-Modelle.

Er erinnert diesbezüglich an das Rennen in Las Vegas 1981, als er vorne mit zwei Qualifying-Reifen ins Rennen gegangen war, weil er seine Rennreifen nicht aufwärmen konnte. "Diese Idee hätte aber keiner nachmachen können, weil es nur mit der Charakteristik meines Autos und meines Fahrstils funktioniert hat."

Heute ist für Prost vieles zu einheitlich und technisch: "Innovationen und Fahrer müssen wieder im Vordergrund stehen", sagt er. "Gleichzeitig müssen wir den Informationsfluss verringern. Der Instinkt des Fahrers sollte wieder eine Rolle spielen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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