Formel 1: Lewis Hamilton unter Druck wegen Sponsoren Deal

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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton vor dem Rennen in Saudi Arabien bei einer Presse Konferenz.
Lewis Hamiton gerät vor dem Formel-1-Rennen in Saudi Arabien wegen eines Sponsoren-Deals unter Druck. (Bild: Ammar/Pool via REUTERS

Am Wochenende kämpft Lewis Hamilton in Saudi-Arabien um den WM-Titel in der Formel 1. Doch ein neuer Sponsor sorgt im Vorfeld für reichlich Unruhe.

Der Grenfell-Brand war eine der größten Katastrophen der englischen Nachkriegszeit. Bei einem Brand in einem Londoner Hochhaus starben im Juni 2017 72 Menschen. Ursache für das verheerende Ausmaß des Brandes, der durch einen defekten Kühlschrank entfacht worden war, waren die billigen Verkleidungsmaterialien. Genau diese wurden von der Firma Kingspan hergestellt, die jetzt als Sponsor des britischen Formel-1-Fahrers Lewis Hamilton auftritt. Die Werbe-Partnerschaft wurde in Großbritannien mit großer Entgeisterung zur Kenntnis genommen.

Wohnungsbauminister mit Kritik

Vor allem Überlebende der Katastrophe meldeten sich zu Wort und fordern Solidarität von Hamiltons Team. Mit einem Brief wandte sich die Überlebenden-Vereinigung "Grenfell United" an Mercedes und dessen Motorsportchef Toto Wolff. Darin verlangten sie, dass der siebenfache Weltmeister den Vertrag sofort aufkündigt, wie der britische Guardian berichtete. Auch der britische Wohnungsbauminister Michael Gove äußerte sich auf Twitter zu dem Sponsoren-Deal. Er sei "zutiefst enttäuscht", dass dieser zustande gekommen sei, während die Untersuchungen zum Grenfell-Brand noch andauerten. "Die Grenfell Gemeinschaft verdient besseres," schrieb der Minister.

Von Seiten des Autoherstellers hieß es, dass Fahrer grundsätzlich nicht an Verhandlungen über das Sponsoring beteiligt seien. Man bemühte sich bei Mercedes aber um Schadensbegrenzung und schrieb in einem Statement, Kingspan habe die Untersuchung unterstützt und helfe weiterhin dabei, herauszufinden, was bei der Tragödie des Grenfell Tower schiefgelaufen sei und warum. Laut des Guardian sagte ein Sprecher von Mercedes, Kingspan habe keine Rolle beim Aufbau des Verkleidungsmaterials des Hochhauses gespielt.

Hamilton-Post für die Opfer

Hamilton selbst hatte zum dritten Jahrestag der Katastrophe ein Bild auf Instagram gepostet, mit dem er den Opfern von Grenfell seine Unterstützung versicherte. Auf dem Foto ist ein Demonstrant mit einem Schild zu sehen, darunter postete Hamilton den Hashtag #justiveforgrenfell - Gerechtigkeit für Grenfell.

Nabil Choucair, der sechs Familienangehörige in dem Feuer verloren hatte, sagte gegenüber dem Guardian: "Ich bin sehr enttäuscht, dass jemand der sagt, er würde uns unterstützen Werbung für Kingspan machen möchte, die zu dem Verlust unschuldiger Leben beigetragen haben." Choucair nannte das Sponsoring "abartig". Hamiton solle den Deal nicht akzeptieren. "Man kann nicht die Gemeinde unterstützen und sagen, man respektiere die Verstorbenen und deren Familien und dann so eine Werbe-Partnerschaft eingehen," sagte Choucair der Zeitung. 

Kingspan betonte in einem Statement, in dem Gebäude seien lediglich fünf Prozent der Verkleidung von dem Unternehmen produziert worden und es sei ohne ihr Wissen eingebaut worden. In den Untersuchungsausschüssen war zuvor allerdings herausgekommen, dass es durchaus frühzeitige Warnungen über die hohe Brennbarkeit des Materials gegeben hatte. 

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