F1 Portimao 2020: Bottas sichert sich Bestzeit beim "Tokyo-Drift"

Christian Nimmervoll
·Lesedauer: 3 Min.

Valtteri Bottas (Mercedes) hat sich im ersten Freien Training zum Grand Prix von Portugal in Portimao die Bestzeit gesichert. Auf den Plätzen landeten sein Teamkollege Lewis Hamilton (+0,339) und Max Verstappen (Red Bull/+0,781).

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Die Rundenzeiten nach eineinhalb Stunden auf der für alle neuen Strecke einzuordnen, ist schwierig. Die Strecke bot noch wenig Grip, besonders zu Beginn - auch, weil sie kürzlich neu asphaltiert wurde. "Das ist Tokyo-Drift! Unglaublich", meckerte etwa Carlos Sainz (6./McLaren/+1,031), der als erster Fahrer emsig testete und am Ende mit 42 Runden am fleißigsten war.

Ein weiterer Grund, die Rundenzeiten nicht auf die Goldwaage zu legen, sind die Track-Limits. Wegen Verstößen in den Kurven 1 und 4 wurden fast im Minutentakt (!) Runden gestrichen. Lance Stroll (Racing Point) wäre sonst 14. statt 15. geworden - ansonsten hatten die gestrichenen Runden aber wenig Auswirkungen auf das Endergebnis.

Mercedes ohne DAS, Ferrari mit neuem Unterboden

Bottas fuhr seine Bestzeit auf den Medium-Reifen von Pirelli. Die Tests mit den neuen Prototypen für 2021 finden erst in der ersten halben Stunde des Nachmittagstrainings statt, das um 16:00 Uhr deutscher Zeit beginnt. Die ganz weichen Softs kamen im FT1 noch gar nicht zum Einsatz.

Während sich die Fahrer auf die Strecke einschossen, nutzten die Teams die Zeit für Technik-Tests. Mercedes fuhr im Hinblick auf 2021 ohne DAS-Lenksystem, Ferrari probierte schon einen 2021er-Unterboden aus, bei Red Bull war die Vorderradaufhängung mit FloViz-Farbe eingepinselt und McLaren, um ein paar Beispiele zu nennen, testete die zuletzt eingeführten Updates weiter.

Drei Mercedes-Autos hatten zudem eine neue Steuerelektronik eingebaut, nämlich Bottas (nach seinem Power-Unit-Problem am Nürburgring), Hamilton und Williams-Pilot George Russell (18./+2,964). Die übrigen Mercedes-Fahrer wechselten nicht auf die neue Variante, weil es für sie eine Grid-Strafe bedeutet hätte.

Dreher von Leclerc, Vettel und Verstappen

Hinter den Top 3 landeten Charles Leclerc (Ferrari/+0,899) und Alexander Albon (Red Bull/+0,955). Leclerc drehte sich einmal, Albon war mit der Balance nicht zufrieden: "Das Auto ist bei niedrigen Geschwindigkeiten einfach so instabil!", klagt der Thailänder.

Sebastian Vettel leistete sich einen Dreher im ersten Training, absolvierte aber ansonsten problemlose 37 Runden und landete mit 1,790 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit auf dem elften Platz. Auf Leclerc verlor er 0,891 Sekunden. Von der Steigerung, die er sich für Portimao vorgenommen hat, ist er vorerst noch weit entfernt.

Und sonst? Racing-Point-Teamchef Otmar Szafauer spricht davon, dass die Balance "noch nicht optimal" sei. Trotzdem schaffte Sergio Perez mit P7 ein respektables Ergebnis. Perez war auch um 1,047 Sekunden schneller als Stroll, der von Szafnauer aber in Schutz genommen wird: "Lance hat Übersteuern. Da werden wir was ändern müssen."

Kimi Räikkönen verbesserte sich am Ende der Session auf den achten Platz, 1,544 Sekunden hinter Bottas. "Es war für uns ein gutes Training", sagt Teamchef Frederic Vasseur. Für Monza-Sieger Pierre Gasly weniger: Er kam wegen eines "Problems am Auto" (Boxenfunk) nach 29 Runden rein. Trotzdem landete er auf dem zehnten Platz.

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.