Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Le Castellet

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Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Le Castellet

SEBASTIAN VETTEL: Der Heppenheimer hatte auf zwei Siege an einem Wochenende geschielt, am Ende stand er mal wieder mit leeren Händen da. Die Hoffnung auf den nachträglichen Kanada-Erfolg am Grünen Tisch war am Freitag endgültig dahin, weil die Rennkommissare keine neuen Erkenntnisse aus dem nachträglich eingebrachten Beweismaterial gewannen. Am selben Tag war im Grunde auch klar, dass es für Vettel nichts mit dem Frankreich-Triumph werden würde. Die technischen Updates des Ferrari-Teams erwiesen sich als allenfalls minimaler Fortschritt, Mercedes ist unverändert weit weg. In Le Castellet fuhren die Silberpfeile streckenbedingt in einer eigenen Liga, beim nächsten Rennen am kommenden Sonntag in Österreich sollte Ferrari (ebenfalls streckenbedingt) zumindest näher dran sein.
LEWIS HAMILTON: Der fünfmalige Weltmeister - noch, ist man geneigt zu sagen - schwebt in dieser Saison über allen Dingen. Sechs Siege in den ersten acht Saisonrennen bei zwei zweiten Plätzen sind auch dem Briten noch nicht gelungen. Der Mercedes funktioniert überall, Hamilton hat mittlerweile auch seinen stark in die Saison gestarteten Teamkollegen Valtteri Bottas wieder auf Normalmaß zurechtgestutzt. Und das, obwohl er am Donnerstag mit Erlaubnis von Teamchef Toto Wolff in Paris an verschiedenen Modeveranstaltungen teilnahm und später als alle 19 anderen Fahrer in Le Castellet eintraf. Hamiltons schnelle Runden am Sonntag auf ziemlich aufgebrauchten Reifen deuteten zudem an, dass er noch schneller gekonnt hätte.
VALTTERI BOTTAS: Nach vier Rennen war der Finne noch knapp WM-Spitzenreiter, nach acht liegt er bereits 36 Punkte hinter Hamilton - und das, obwohl er bis auf die Ausnahme Montreal eigentlich immer seine Leistung gebracht hat. Es scheint, als könnte Bottas das Hamilton-Level nur über eine kurze Spanne erreichen.
NICO HÜLKENBERG: Der Druck auf den langen Emmericher wächst. Im Stallduell mit seinem prominenten neuen Teamkollegen Daniel Ricciardo ist der 31-Jährige sowohl in den Qualifyings als auch in den Rennen über die Saison gesehen im Hintertreffen. Das ist keine gute Grundlage für Vertragsverhandlungen über das Jahresende hinaus. Zudem gelang Renault beim Heimspiel nicht der erhoffte Sprung nach vorne, auch mit einigen neuen Teilen bleibt der einstige Weltmeister-Rennstall im Mittelfeld.
MCLAREN: Dieses führt neuerdings der Traditionsrennstall aus Woking an. Im Jahr eins nach dem Abtreten von Superstar Fernando Alonso legt McLaren bislang seine beste Saison seit fünf Jahren hin, die Fahrerpaarung Carlos Sainz/Lando Norris holte in Le Castellet mit den Plätzen sechs und neun wieder gute Punkte, im Qualifying sicherte sich das junge Duo gar überraschend die Plätze in der dritten Startreihe - und ließ damit unter anderem Vettel hinter sich.
FRANKREICH-GRAND-PRIX: Bei der Rückkehr des Frankreich-Rennens nach zehn Jahren herrschten 2018 große Euphorie, großer Andrang - und großes Verkehrschaos. Für 2019 präsentierte der Veranstalter ein komplett neues Verkehrskonzept. Wie gut dieses letztlich funktionierte, ließ sich nicht seriös beurteilen: Selbst am Renntag waren die Ränge am Circuit Paul Ricard allenfalls zur Hälfte gefüllt, viele Zuschauer verabschiedeten sich bereits während des Rennens.
SPRUCH DES WOCHENENDES: "Als ich am Freitagmorgen ankam und hörte, dass ein Video mit Karun Chandhok der neue Beweis sein soll, war ich danach ziemlich entspannt." (Lewis Hamilton zum erfolglosen Ferrari-Protest. Der Inder Chandhok, elfmaliger Grand-Prix-Starter, analysiert für Sky UK die Formel-1-Rennen.)






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