Formel 1: Vettel gewinnt in Silverstone vor Hamilton

SID
Formel 1: Vettel gewinnt in Silverstone vor Hamilton
Formel 1: Vettel gewinnt in Silverstone vor Hamilton

Sebastian Vettel hat im Ferrari den Großen Preis von Großbritannien gewonnen und seine WM-Führung damit weiter ausgebaut. Zweiter wurde Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, der nach einer Startkollision zwischenzeitlich weit zurückfiel, vor Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (3.).

Vettel übernahm schon am Start die Führung und profitierte im Anschluss davon, dass Räikkönen Hamilton umdrehte. Der Lokalmatador, der zuvor vier Mal in Folge den Großbritannien-GP gewonnen hatte und auch in diesem Jahr von der Pole das Rennen begann, gab allerdings nicht auf und pflügte sich im Anschluss durch das Feld.

Nachdem sich die Positionen im weiteren Verlauf eingependelt hatten, machten zwei Unfälle (Ericsson und Sainz/Grosjean) mit anschließenden Safety-Car-Phasen das Geschehen wieder spannend. Ferrari und Mercedes wählten im Kampf um den Sieg eine unterschiedliche Strategie, sodass Vettel Valtteri Bottas (4.) in einer atemberaubenden Schlussphase auf der Strecke überholen musste. Nachdem der Heppenheimer den Finnen kassiert hatte, gingen auch Hamilton und Räikkönen an Bottas vorbei.

Fünfter wurde Daniel Ricciardo im Red Bull, sein Teamkollege Max Verstappen schied nach einem Dreher wenige Runden vor Ende aus. Renault-Pilot Nico Hülkenberg wurde Sechster.

Die Top 10 komplettierten Esteban Ocon (7./Force India), Fernando Alonso (8./McLaren), Kevin Magnussen (9./Haas) und Pierre Gasly (10./Toro Rosso).

In der Weltmeisterschaft kommt Vettel nun auf 171 Punkte, Hamilton (163) folgt mit acht Zählern Rückstand. Räikkönen ist mit 116 Punkten Dritter.

Großbritannien-GP: Der Start

Vettel kam perfekt weg und und überholte Hamilton noch vor der ersten Kurve, auch Bottas drückt sich innen am Polesitter sowie an Räikkönen vorbei. Der Iceman setzte sich in der Folge neben Hamilton, verbremste sich und drehte ihn um, sodass dieser fast ans Ende des Feldes zurückfiel.

Von dem Zwischenfall profitiert haben unter anderem Verstappen, der hinter Bottas auf Platz drei vor kam und Hülkenberg, der von Rang elf auf sechs sprang.

Im Mittelfeld ging Perez der Platz aus, sodass sich dieser von der Strecke über die Boxenausfahrt drehte und dabei fast die aus der Box startenden Williams mitnahm.

Strategie beim Großbritannien-GP:

Bis auf Räikkönen, der durch seine 10-Sekunden-Strafe wegen der Kollision mit Hamilton gehandicapt war und daher früher in die Box ging, fuhren alle Piloten der Spitzengruppe zunächst zwischen der 17. und 22. Runde in die Box und wechselten von Soft auf Medium. Hamilton versuchte es mit einer anderen Strategie und ließ sich erst im 25. Umlauf die mittlere Reifenmischung aufschnallen.

Während der Safety-Car-Phase kamen Vettel, Räikkönen und Verstappen in der 34. Runde zum zweiten Stopp herein. Das Trio bekam Softs mit auf den Weg.

Ricciardo war kurz vor dem Safety Car an der Box und blieb entsprechend draußen. Mercedes wählte bewusst eine alternative Taktik und ließ sowohl Bottas als auch Hamilton auf ihren alten Reifen weiter fahren - besonders nach dem Strategiepatzer in Österreich eine mutige Entscheidung.

Highlight des Rennens: Duell zwischen Verstappen und Räikkönen

Nach dem ersten Restart attackierte Räikkönen Verstappen und ging mit der nötigen Aggressivität vorbei. Der Red-Bull-Youngster konterte aber, setzte sich nochmal außen daneben und holte sich in der Woodcote seine Position schließlich wieder vorbei. Auch stark: Der Zweikampf zwischen Vettel und Bottas.

Mann des Rennens: Sebastian Vettel

Am Start direkt die Führung übernommen, riss der Ferrari-Pilot in den ersten Runde eine Lücke zu seinen Verfolgern auf. Auch als er auf Platz zwei zurückfiel, blieb Vettel cool und ließ gegen Bottas nie locker und nutzte schließlich einen Überraschungsangriff, um den Sieg perfekt zu machen.

Flop des Rennens: Williams

Eigentlich könnte man den englischen Traditionsrennstall an jedem Wochenende zum Flop machen, beim Heimspiel war Williams' Niedergang aber wieder besonders deutlich zu sehen. Erst der Start aus der Boxengasse, weil der neue Heckflügel Strömungsabrisse verursachte und somit ein Komplettumbau notwendig war. Dann im Rennen keinerlei Geschwindigkeit und am Ende Vorletzter und Letzter.

 

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