Formel-1-Zuschauerzahlen 2019: Deutschland verzeichnet Zuwachs

Maria Reyer
motorsport.com

Das Formel-1-Management hat am Dienstag die TV-Zuschauerzahlen der Saison 2019 bekannt gegeben. Deutschland zählt zu einem der Hauptmärkte mit dem meisten Zuwachs. Insgesamt freut sich Liberty Media über gestiegenes Interesse im dritten Jahr in Folge - allerdings von weniger Zuschauern als noch 2018.

Weltweit kommt die Formel 1 auf einen Wert von 1,922 Milliarden kumulierten Zuschauern, der höchste Wert seit 2012. Das bedeutet einen Anstieg um neun Prozent gegenüber 2018. Diese Zahl definiert Liberty Media als die Summe der durchschnittlichen Zuschauerzahl aller über das Jahr ausgestrahlten Formel-1-Programme.

In den Top-5-Märkten, dazu zählen neben Deutschland auch Brasilien, Italien, Großbritannien und die Niederlande, liegt die kumulierte Zuschauerzahl 2019 bei je mehr als 100 Millionen. Zuwächse konnten auch in Polen, dank Robert Kubicas Comeback, und im Nahen Osten und Nordafrika, dank neuer TV-Deals, festgestellt werden.

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Minus 3,9 Prozent bei den "Unique Viewers"

In Deutschland ist die kumulierte Zuschauerzahl um 23 Prozent gewachsen, den höchsten Zuwachs verzeichneten Griechenland, die Niederlande und Italien. Bei den "Unique Viewers" - das sind jene Zuseher, die zumindest einmal eine Formel-1-Übertragung gesehen haben - sind die Zahlen in den Top-20-Märkten (dazu zählen auch Deutschland und Österreich) stabil geblieben.

Allerdings ist die Zahl weltweit gesunken: Um 3,9 Prozent auf 471 Millionen. Deutschland zählt auch bei den einzelnen Zusehern zu den Top-5-Märkten, gemeinsam mit Brasilien, China, Italien und den USA, und darf sich über einen Zugewinn von 45,6 Prozent freuen.

Der Grand Prix von Italien war mit 112 Millionen Zusehern jenes Rennen mit dem größten Interesse. Auch der Grand Prix von Deutschland konnte mehr als 100 Millionen Zuschauer vor die TV-Geräte locken, wie auch Monaco und Brasilien.

In der Diskussion rund um die Vergabe der TV-Rechte an frei zugängliche Sender oder Bezahlsender macht Ian Holmes, Formel-1-Direktor für Medienrechte, seinen Standpunkt klar: "Natürlich werden öffentliche Sender mehr Publikum generieren als Bezahlsender", ist ihm bewusst. Das sei jedoch eine zu starke Vereinfachung.

"Denn es müssen immer kommerzielle Elemente in Betracht gezogen werden. Außerdem ist es wichtig, sich anzusehen, wer die Zuseher sind, welche Demografie sie aufweisen und daher auch, wen man überhaupt adressiert."

Liberty Media hat bereits mehrfach anklingen lassen, mehr auf Bezahlsender setzen zu wollen. Auch wenn man so in Kauf nimmt, Zuseher zu verlieren. Holmes hat noch ein Argument dafür: "Pay-TV kann oftmals deutlich umfangreichere Übertragungen bieten." Als positive Beispiele dafür nennt er Sky Sports F1 und Canal Plus.

Starker Zuwachs auf Social Media

Was die Zahlen betrifft, kommt Holmes zu folgendem Fazit: "Es zeigt, dass die Fanbindung jedes Jahr signifikant ansteigt. Wir haben eine stabile Seherschaft, die immer mehr Inhalte konsumiert und das für längere Zeit als im Vorjahr."

Dabei geholfen haben spannendere Rennen und eine engagiertere Fanbase, glaubt Liberty Media. Auch die Übertragung an sich sei verbessert worden. "Wir haben neue Grafiken ausprobiert, außerdem andere Kamerawinkel und -positionen." Allerdings geriet die Weltregie mehrfach in die Kritik.

Auch Aktivitäten abseits der Rennstrecke würden nun ihre Früchte tragen. "Wir haben vier Fanfestivals veranstaltet, mehr digitale Angebote und Spiele auf den Markt gebracht und die eSports-Serie weiterentwickelt", zählt er auf.

"Es ist kein Zufall, dass 72 Prozent meinen, dass sich der Sport in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat." Die Fans kommen aufgrund verbesserter digitaler Angebote außerdem immer öfter mit der Formel 1 in Kontakt.

Als Beispiel nennt Holmes die Netflix-Serie "Drive to Survive". Auch die Aktivitäten auf sozialen Netzwerken würden dazu beitragen. Laut Liberty ist die Formel 1 die am schnellsten wachsende Sportart auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube. 32,9 Prozent Wachstum konnte man feststellen (insgesamt rund 25 Millionen Follower).

Auch die Bindung der Fans ist signifikant angestiegen, was sich auch in den Interaktionen (plus 82 Prozent) widerspiegelt. Was Digitalchef Frank Arthofer besonders freut: "Seit 2017 sind 62 Prozent der neuen Fans unter 35."

Mit Bildmaterial von LAT.

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