Formel-2-Teamchef: Tsunoda wird Gasly schon bald unter Druck setzen

Juliane Ziegengeist
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Nach nur einem Jahr in der Formel 2, das er als Gesamtdritter abschloss, feiert Yuki Tsunoda kommende Saison sein Formel-1-Debüt. Damit ist er bereits der 27. Fahrer, der aus dem Team von Trevor Carlin in die Königsklasse aufsteigt.

Der britische Teameigentümer hält große Stücke auf den Japaner und glaubt, dass er sich in der Formel 1 schnell zurechtfinden wird. "Es war eine absolute Freude, mit ihm zu arbeiten", schwärmt Carlin über die Zeit mit Tsunoda. "Wir hatten ihn nur für eine Saison und er hat alles gemacht, was wir erwartet haben - und mehr als das."

"Die Zeit wird zeigen, wo er in der Hackordnung landet", sagt sein ehemaliger Teamboss weiter, "aber ich denke, dass er eine sehr aufregende Zukunft vor sich hat. Solange er nicht von der Formel-1-Umgebung überwältigt wird, sehe ich keinen Grund, warum er nicht mit dem mithalten kann, was Lando (Norris; Anm. d. R.) macht."

Carlin sieht in Tsunoda etwas von Verstappen

Und Carlin geht in seinem Vergleich sogar einen Schritt weiter: "Man weiß nie, er könnte ein wenig von Max (Verstappen) in sich haben. Die Geschwindigkeit, mit der er das Auto lernt und versteht, er hat die natürlichen Fähigkeiten. Also geht es nur darum, es auf jede Meisterschaft zuzuschneiden und dann darauf aufzubauen."

Wenn Tsunoda in der Formel 1 genauso schnell lernt wie in der Formel 2, "dann denke ich, dass er Pierre einen guten Kampf liefern wird, sobald sie wieder in Europa sind". Denn Pierre Gasly wird als Teamkollege bei AlphaTauri sein Gradmesser sein.

Auch Norris, Carlins letztem Formel-1-Aufsteiger, der 2019 als Vizemeister aus der Formel 2 in die Königsklasse kam, stehe Tsunoda in nichts nach: "Ihm fehlt im Vergleich zu Lando noch ein bisschen Erfahrung, aber seine allgemeine Pace und sein Verständnis vom Fahren eines Rennautos sind da. Er ist auf jeden Fall bereit loszulegen."

Formel-1-Rookie "kann ein paar Leute schocken"

"Die Sache mit Yuki ist, dass er so schnell lernt. In der Formel 1 bekommt man viel mehr Praxis als in der Formel 2, das wird helfen. Er muss eine Menge neuer Strecken kennenlernen, aber er scheint keine Probleme zu haben, sich einzugewöhnen."

Carlin gibt sich deshalb hoffnungsvoll: "Ich würde erwarten, dass er in den ersten paar Runden ein paar Zwischenfälle hat, aber wenn das erst einmal vorbei ist, denke ich, dass er ein paar Leute schocken kann." In der Formel 2 erzielte Tsunoda als Rookie drei Siege und vier weitere Podien. Zum Titel fehlten ihm nur 15 Punkte.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.