Frankreichs prominente Zuschauer: Karim Benzema und Franck Ribery

Goal.com
Der Stürmer hat sich mit seinen Aktionen selbst ins Abseits katapultiert und der Bayern-Profi wurde nicht berücksichtigt. Nur für einen gibt es eine Comeback-Chance.
Der Stürmer hat sich mit seinen Aktionen selbst ins Abseits katapultiert und der Bayern-Profi wurde nicht berücksichtigt. Nur für einen gibt es eine Comeback-Chance.

Karim Benzema wirkte ziemlich einsam vor dem großen Flachbildfernseher an der Wand. Das Eröffnungsspiel der französischen Mannschaft bei der im eigenen Land verfolgte der Stürmerstar von Real Madrid nur auf dem Sofa und hielt das auf einem Bild bei Instagram fest. Doch genau wie den ebenfalls nicht berücksichtigten Franck Ribery vermisst Benzema in den Reihen der Equipe tricolore (noch) niemand.

"Viel Glück" wünschte der aufgrund einer Sex-Video-Affäre ausgebootete 28-Jährige seinen Kollegen immerhin noch. Während Ribery abgetaucht ist, gibt Benzema in diesen Tagen viel von seinem Leben in den sozialen Netzwerken preis. Doch anstatt in der Sturmspitze um den Titel bei der EURO mitzukämpfen, macht der Angreifer mit Freunden Urlaub in Miami. Daran hat nur einer Schuld: er selbst.

Benzema war im Dezember von der Nationalelf ausgeschlossen worden, nachdem Bekannte seinen Teamkollegen Mathieu Valbuena (Olympique Lyon) mit einem Sexvideo erpresst hatten. Benzema soll auf Valbuena Druck ausgeübt haben, das geforderte "Schweigegeld" von 150.000 Euro zu zahlen. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Valbuena ist auch nicht für die EM nominiert.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Beide schon in Kontakt mit Justiz

Für Benzema ist es nicht der erste Kontakt mit der Justiz: Schon 2009 wurde er, ebenso wie Ribery, wegen sexuellen Handlungen mit einer minderjährigen Prostituierten angeklagt. Im gegensatz zu Ribery bestritt Benzema jegliche sexuellen Kontakte. Beide wurden im Januar 2014 freigesprochen.

Das Fehlen von Benzema sei ohne Frage "schon ein Schlag", sagte Frankreichs Welt- und Europameister Marcel Desailly dem SID: "Aber der Verbandspräsident und der Trainer haben es so entschieden, deshalb muss man darüber nicht diskutieren." Anders sieht es Desailly bei Mittelfeldspieler Ribery: "Das Thema ist durch. Er hat sich selbst rausgenommen."

Chance auf Comeback ist da

Ribery, der im August 2014 schon aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war, hatte sich Hoffnungen auf ein Comeback gemacht. Doch der Bayern-Profi wartete vergeblich auf einen Anruf von Nationaltrainer Dider Deschamps. "Ich habe keine Sekunde daran gedacht, ihn zurückzuholen", sagte Deschamps, "es gibt keinen Grund, einen Platz im EM-Kader für ihn zu opfern."

Während die Tür für den 33 Jahre alten Ribery endgültig zu ist, scheint ein Comeback für Benzema möglich. "Er ist nicht auf Lebenszeit suspendiert. Nach der EM sehen wir weiter", sagte Verbandspräsident Noel Le Graet.

Sportliche Gründe für seine Nichtnominierung ließ Benzema, der in 81 Länderspielen 27 Tore für die Franzosen erzielte, ohnehin nie gelten. "Auf sportlicher Ebene verstehe ich das nicht. Und auf juristischer Ebene gelte ich solange als unschuldig, bis meine Schuld erwiesen ist", betonte der zweimalige Champions-League-Sieger.

Lesen Sie auch