Franz Tost: "Kwjat war mehrere Male schneller als Ricciardo"

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Mit seinen 26 Jahren hat Daniil Kwjat bereits eine bewegte Formel-1-Karriere hinter sich. 2014 wurde er in seinem ersten Rennen zum jüngsten Fahrer in der WM, der einen Punkt erzielte. Im Jahr darauf stieg er von Toro Rosso zu Red Bull Racing auf, fiel dort jedoch bald in Ungnade und wurde 2016 zurück degradiert.

2018 fand er kein Cockpit und musste ein Jahr aussetzen, bis er wieder bei Toro Rosso (jetzt AlphaTauri) andockte. Dort bildet er erneut ein Team mit Pierre Gasly. Auch er fuhr bereits für Red Bull und wurde - ähnlich wie Kwjat - im Laufe einer Saison zurück ins B-Team geschickt. Eine Geschichte, die beide verbindet.

Franz Tost, Teamchef bei AlphaTauri, zieht im Gespräch mit 'Formelaustria.at' den Vergleich: "Der Hauptunterschied liegt im Alter der Fahrer. Daniil ist zwei Jahre älter - er ist jetzt 26. Der hat natürlich da einen Erfahrungsvorsprung. Es waren auch spezielle Umstände, die zur Rückversetzung von Red Bull Racing zu uns geführt haben."

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Tost: "Kwjat hat sich bei Red Bull recht gut geschlagen"

Aus seiner Sicht war es für beide "vielleicht ein bisschen zu früh", zu Red Bull Racing zu wechseln. "Aber uns blieb ja damals gar keine andere Wahl. Sebastian Vettel ist von Red Bull Racing zu Ferrari gegangen, und der nächstmögliche Fahrer war einfach Daniil Kwjat."

Man dürfe dabei aber nicht vergessen, dass der Russe zu diesem Zeitpunkt erst ein Jahr Formel-1-Erfahrung bei Toro Rosso gesammelt hatte. "Das ist halt sehr wenig", weiß Tost. "Und er kam ja auch von der GP3. Das ist ja noch einmal eine Klasse tiefer. Nichtsdestotrotz hat er sich meines Erachtens recht gut geschlagen."

2015 konnte Kwjat dem erfahreneren Ricciardo bei Red Bull die Stirn bieten

2015 konnte Kwjat dem erfahreneren Ricciardo bei Red Bull die Stirn bieten <span class="copyright">Motorsport Images</span>
2015 konnte Kwjat dem erfahreneren Ricciardo bei Red Bull die Stirn bieten Motorsport Images

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Im direkten Vergleich zu seinem damaligen Red-Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo hält er sogar fest: "Daniil ist sehr, sehr schnell, hat einen wirklich sehr hohen Naturspeed und war mehrere Male schneller als Ricciardo." Wie oft, verrät ein Blick in die Statistik.

Kwjat und Gasly "super Fahrerpaarung" für AlphaTauri

2015 kam Kwjat in zehn von 19 Rennen vor Ricciardo ins Ziel, und das obwohl er sich nur sechsmal besser qualifizierte. In der WM landete er mit drei Punkten mehr auf dem Konto vor seinem Teamkollegen. 2016 stand Kwjat in den vier Rennen für Red Bull sogar einmal auf dem Podest, doch dabei sollte es auch bleiben.

"Es hat dann einfach ein paar Umstände gegeben, die dazu geführt haben, dass man ihn wieder, Gott sei Dank, zu uns geschickt hat. Ich denke, dass Daniil berechtigt in der Formel 1 ist." Weil Kwjat in Russland 2016 beim Start gleich doppelt mit Sebastian Vettel kollidiert war, hagelte es damals Kritik - und die Degradierung.

"Bei Pierre Gasly war es ein ähnlicher Fall", erinnert sich Tost. "Auch er war sehr früh zu Red Bull Racing gegangen. Dann haben dort auch ein paar unglückliche Umstände dazu geführt, dass er eben in Crashes verwickelt war und seine wahre Performance nicht so zeigen konnte, wie er sie bei uns dann Gott sei Dank wieder gezeigt hat."

Mittlerweile haben beide dazu gelernt und standen mit Toro Rosso auch schon auf dem Podest. "Ich bin mit ihnen sehr, sehr zufrieden und denke, dass wir mit diesen Fahrern eine super Paarung haben. Ich erwarte mir von beiden eine gute Leistung", so der Teamchef.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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