Zweifel an EM und Olympia wachsen

SID
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Sportpolitikerin Dagmar Freitag hat angesichts der aktuellen Pandemie-Situation große Zweifel daran, dass die Fußball-EM und die Olympischen Spiele und Paralympics im Sommer wie geplant stattfinden können. Das größte Problem ist für die Politikerin die derzeit noch unklare Lage in Bezug auf die Mutationen des Corona-Virus.

"Ich kann es mir zum jetzigen Zeitpunkt ehrlich gesagt kaum vorstellen", sagte die Sportausschussvorsitzende des Deutschen Bundestags der ARD: "Wir sprechen bei Olympischen Spielen über ein Sportereignis, bei dem Athletinnen und Athleten, Funktionäre und Betreuer aus allen Kontinenten zusammenkommen. Und wir wissen, dass manche Kontinente fast noch gar nicht angefangen haben zu impfen."

Alleine mit Blick auf den afrikanischen Kontinent mache sie sich "ganz große Sorgen", sagte Freitag. Sie bezweifle, "dass man Menschen aus fünf Kontinenten selbst mit einem Hygienekonzept verantwortungsvoll für drei Wochen zusammenbringen kann". Olympia ist für die Zeit vom 23. Juli bis 8. August 2021 geplant, die Paralympics sollen vom 24. August bis 5. September über die Bühne gehen.

Zur Ankündigung der UEFA, an der Fußball-EM in zwölf Städten (11. Juni bis 11. Juli) festzuhalten, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview mit Münchner Merkur/TZ: "Auch hier geht es natürlich in erster Linie um Geld. Es wird sich in den kommenden Wochen zeigen, ob sich diese Ankündigung angesichts der derzeitigen Einreisebestimmungen für Reisende aus Hochrisikoländern nicht von selbst erledigt."

Zuvor hatte Freitag die geplante Austragung von Spielen der Champions League im Fußball kritisiert. "Aufgrund der bekannten Mutationen des Virus ist jegliche Ein- und Ausreise in und aus anderen Ländern eine zuviel", sagte sie: "Ich halte auch die Reisen von Fußballspielern für unangemessen." Dies gelte erst recht, wenn es sich um Vereine aus Hochrisikoländern wie beispielsweise Großbritannien handele.