Freitag zu Sportler-Impfung vor Tokio: "Wunsch trifft auf Wirklichkeit"

SID
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Die deutschen Olympiasportler fliegen geimpft zu den Sommerspielen nach Tokio: Dieses Szenario ist für Dagmar Freitag, die Vorsitzende im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, derzeit nicht realistisch. "Hier trifft ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch auf die Wirklichkeit", sagte die SPD-Politikerin dem SID: "Wir sehen jeden Tag, wie mühsam es ist, eine funktionierende Impf-Infrastruktur in Gang zu bringen."

Der deutsche Sport hat sich bislang stets zurückhaltend geäußert und keine Forderung nach einer Bevorzugung der Sportler/innen gestellt. Doch die Zeit drängt. "Wir respektieren natürlich, dass zuerst die Risikogruppen geimpft werden müssen. Doch danach sollte auch der Sport diese Möglichkeit bekommen", sagte Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF, dem SID: "Das sollte bis spätestens Ende Mai geschehen."

Angesichts der Lieferengpässe auch in Deutschland fast ein Ding der Unmöglichkeit. Das weiß Freitag. "In der Konsequenz erübrigt sich aus meiner Sicht daher zum jetzigen Zeitpunkt die Diskussion, ob ab Anfang Mai Athlet/innen geimpft werden können", sagte die 67-Jährige, meinte aber auch: "Es spricht aus meiner Sicht aber nichts dagegen, das Thema je nach tatsächlicher Entwicklung zu gegebener Zeit neu zu diskutieren."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit seinem deutschen Präsidenten Thomas Bach an der Spitze hat jüngst die Nationalen Olympischen Komitees (NOK) aufgefordert, mit ihren Regierungen Kontakt aufzunehmen, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Das IOC werde - wenn genug Impfstoff vorhanden ist - die NOK's wie den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) dabei unterstützen, Impfungen rechtzeitig vor der Reise nach Japan zu erhalten. "Eine Reihe" von Regierungen habe beim Thema Impfen bereits "positive Entscheidungen" getroffen, hieß es seitens des IOC.