Freundlich sein könnte dein Leben verlängern

Experten haben den Akt der Freundlichkeit als „therapeutisch“ bezeichnet. [Foto: Getty]
Experten haben den Akt der Freundlichkeit als „therapeutisch“ bezeichnet. [Foto: Getty]

Wer wirklich einen Grund braucht, um sich nicht wie ein Idiot zu verhalten, hat spästestens jetzt einen Grund: freundlich sein könnte laut einer Expertin dein Leben verlängern.

Dr. Kelli Harding von der Columbia University in New York glaubt, dass Anteilnahme unseren Blutdruck senken und das Immunsystem stärken kann. Andere Experten kommen zu einem ähnlichen Schluss und nennen diese Verhaltensweise „therapeutisch“ und sogar eine „Behandlungsmöglichkeit“ für Depressionen.

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Kaninchen als Inspiration

„[Freundlich zu sein] ist gut für das Immunsystem, den Blutdruck, es hilft Menschen, länger und besser zu leben“, erklärte Dr. Harding, die Autorin des Buches “The Rabbit Effect”, der BBC. „Es ist ziemlich genial, denn wir haben davon reichlich und man kann keine Überdosis nehmen.“

Dr. Harding wurde von Kaninchen inspiriert. Sie erfuhr, dass es den Versuchstieren besser ging, wenn sich ein Wissenschaftler liebevoll um sie kümmerte.

Kaninchen als Inspiration. Foto: Getty
Kaninchen als Inspiration. Foto: Getty

Professor Daniel Fessler – vom Bedari Kindness Institute der University of California LA (UCLA) – kommt zu dem gleichen Ergebnis und nennt Güte „therapeutisch“. „Das wirkt sich bei der Behandlung von Depression und Angstzuständen positiv aus“, sagte er.

Wissenschaftler der University of British Columbia überprüften die Theorie an 140 Personen mit Sozialphobie. Einige der Teilnehmer wurden gebeten, vier Wochen lang „gute Taten“ zu vollbringen.

Letztendlich berichteten diejenigen, die Mitgefühl gezeigt hatten, eher von erfüllenden Beziehungen und vermieden seltener Situationen, in denen soziales Engagement gefragt ist.

Auch Freiwilligenarbeit wirkt sich positiv aus

Ein Team von der Purdue University in Indiana fand außerdem heraus, dass diejenigen, die Freiwilligenarbeit leisten, einen niedrigeren CRP-Spiegel hatten. Dieses Protein ist ein Marker für Entzündungen.

Entzündungen stehen im Zusammenhang mit zahlreichen Erkrankungen, von Depressionen und Demenz bis zu Herzerkrankungen und sogar Krebs.

Freundlich zu sein zahlt sich aus. Foto: Getty
Freundlich zu sein zahlt sich aus. Foto: Getty

Aber es ist wahrscheinlich nicht genug, nur gut zu sich selbst zu sein. Das Leben mit einer bösartigen, nachtragenden oder unsensiblen Person könnte „schlechten Stress“ auslösen, der „das Leben verkürzt“, warnt Professor Fessler.

Die Wissenschaftler von der UCLA warnen davor, dass wir in einem „unfreundlichen Zeitalter“ leben, mit „zunehmenden Konflikten“ zwischen Personen „unterschiedlicher politischer Ansichten oder Religionen“. Um dem entgegenzuwirken untersuchen sie, wie sich Güte verbreitet.

Eine gute Tat sorgt für die nächste?

Die Wissenschaftler glauben, dass die Beobachtung einer guten Tat Personen dazu inspiriert, das Gleiche zu tun. Autorin Gabriella Van Rij – Gründerin der #Daretobekind Bewegung – erklärte der BBC, für mehr Mitgefühl könnte es schon ausreichen, dem Gegenüber einfach zuzuhören und ruhig auf Unhöflichkeit zu reagieren.

Wenn man unweigerlich auf Unfreundlichkeit oder Feindseligkeit stößt, empfiehlt Van Rij: tief einatmen und daran denken, dass die Reaktion der anderen Person ihr eigenes Problem ist und nichts mit einem selbst zu tun hat.

Alexandra Thompson

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