Fünf geniale Geschäftsmodelle aus Filmen und Serien

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo
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Wie wird man erfolgreiche Geschäftsmann? Vielleicht können wir uns von Filmhelden etwas abschauen. (Bild: Getty Images)
Wie wird man erfolgreiche Geschäftsmann? Vielleicht können wir uns von Filmhelden etwas abschauen. (Bild: Getty Images)

Filme und Serien dienen nicht nur der Unterhaltung. Sie können uns auch die Welt erklären. Wer will, kann aus ihnen sogar lernen, wie man erfolgreicher Unternehmer wird.

Was ist das Geheimnis eines erfolgreichen Unternehmers? Welche Idee braucht es, um eine Firma aufzubauen? Wie schafft man es in der Wirtschaft ganz nach oben? Braucht es dafür besondere Charaktereigenschaften? Wenn ja, welche? Vielleicht hilft ein Blick auf die Kino- und Fernsehgeschichte, um des Pudels Kern zu entdecken. Denn Filme und Serien führen uns immer wieder auch Unternehmer und Konzerne vor, die wissen, wie der Hase läuft. Wir stellen im Folgenden fünf Geschäftsmodelle vor.

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Sitcom-Klassiker "Friends": Im Café Central Perks konnten die Rachel, Monica, Phoebe, Chandler, Ross und Joey ihre Freundschaft pflegen. (Bild: ddp/INTERTOPICS/LMKMEDIA Ltd.
Sitcom-Klassiker "Friends": Im Café Central Perks konnten die Rachel, Monica, Phoebe, Chandler, Ross und Joey ihre Freundschaft pflegen. (Bild: ddp/INTERTOPICS/LMKMEDIA Ltd.

Central Perk aus "Friends"

Zugegeben, das Café Central Perk aus dem Sitcom-Klassiker "Friends" ist nicht annähernd so erfolgreich wie der multinationale Konzern Starbucks. Sein Geschäftsmodell ist dennoch genial. Der Besitzer des Ladens, ein Mann übrigens namens Terry, hat es geschafft, dass seine Kunden gerne und immer wieder in den Laden kommen. Das Café strahlt Gemütlichkeit aus, hier fühlt man sich wohl, es ist wie ein zweites Zuhause. Es ist ein Ort der Geselligkeit und ein Treffpunkt für Freunde. Hier pflegen auch Rachel, Monica, Phoebe, Chandler, Ross und Joey ihre Freundschaft.

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Genau diesen Aspekt hat Central Perk nun aber mit Starbucks gemeinsam. Manch einer glaubt sogar, der Kaffee-Riese hat sich diesen Teil des Geschäftsmodells von "Friends" abgeschaut. Auch Starbucks lockt seine Kunden unter anderem mit dem Versprechen auf Behaglichkeit in die Cafés. Das Unternehmen nennt dieses Moment den "dritten Ort". Starbucks Filialen sind also jeweils der behagliche "dritte Ort" neben der Wohnung eines Kunden und seinem Arbeitsplatz.

"Seinfeld" gehört zu den erfolgreichsten Sitcoms im US-Fernsehen aller Zeiten. Trotz oder wegen des Geschäftsmodells? Die Serie handelt von nichts. (Bild: ddp/interTOPICS/Picturelux)
"Seinfeld" gehört zu den erfolgreichsten Sitcoms im US-Fernsehen aller Zeiten. Trotz oder wegen des Geschäftsmodells? Die Serie handelt von nichts. (Bild: ddp/interTOPICS/Picturelux)

"Seinfeld" aus "Seinfeld"

Wie in "Friends" gibt es auch in "Seinfeld" mit dem Monk's Café einen Laden, in den die Hauptfiguren gerne zum Essen, Trinken und Quatschen gehen. Überhaupt sind das Café, die Bar, das Restaurant Standardmotive des Sitcom-Genres. Es findet sich auch in Serien wie "Cheers", "How I Met Your Mother" und "It's Always Sunny in Philadelphia". Das "Monk's Café" ist aber nicht der Grund, warum "Seinfeld" Teil dieser Liste ist. Ein anderes Geschäftsmodell ragt aus dem Sitcom-Klassiker heraus – eines, das sich zumindest der eine oder andere Fernsehproduzent durchaus als Vorbild nehmen kann.

Als Jerry Seinfeld das Angebot bekommt, eine Sitcom zu schreiben und darin die Hauptrolle zu spielen, hat sein Freund George bald eine zündende Idee für ein Serienkonzept: Lass uns doch einfach, sagt er, eine Serie machen, die von rein gar nichts handelt. Nach vielem Hin und Her und einigen Kompromissen seitens der Autoren Jerry und George wird die Idee vom Sender NBC angenommen. Leider wird die fiktive Sitcom, die übrigens auch "Seinfeld" heißt, nicht über die Pilotfolge hinauskommen. Dafür ist die echte Serie "Seinfeld" umso erfolgreicher. Auch sie handelt bekanntlich vom Nichts. Wären die fiktiven TV-Produzenten doch so weise gewesen wie die echten.

Bruce Wayne ist als "dunkler Ritter" Batman wie auch als Geschäftsmann erfolgreich. Szene aus "The Dark Knight Rises". (Bild: ddp/interTOPICS/Picturelux)
Bruce Wayne ist als "dunkler Ritter" Batman wie auch als Geschäftsmann erfolgreich. Szene aus "The Dark Knight Rises". (Bild: ddp/interTOPICS/Picturelux)

Wayne Enterprise aus "Batman"

Bruce Wayne ist nicht nur der Batman. Nicht nur bekämpft er auf den finsteren Straßen von Gotham City in einem Fledermaus-Kostüm so manchen großen und kleinen Kriminellen. Er ist auch ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Als solcher ist Bruce in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Als dieser zusammen mit Frau Martha ermordet wird, ist dies für den gemeinsamen Sohn der erste Schritt hin zum Helden und Geschäftsmann. Bruce übernimmt den Konzern seines Vaters, das Wayne Enterprise, und baut es zu einem multinationalen Imperium auf.

Waynes Reichtum hat zugleich Einfluss auf seinen Status als Held. Sein Erfolg als Geschäftsmann definiert seine Rolle als "dunkler Ritter". Anders ausgedrückt: Was wäre Batman ohne die Technologie, die Wayne mit seinem Geld finanziert? Richtig, ein Held ohne Superkräfte. Man kann weiter spekulieren: Vielleicht wäre sogar Superman ein anderer Held ohne den Reichtum Waynes. Dessen Alter Ego, Clark Kent, arbeitet bekanntlich für eine Zeitung namens "Daily Planet". Und die gehört dem Unternehmen Wayne Entertainment, die wiederum Teil des Konglomerats Wayne Enterprises ist.

Szene aus "Jurassic Park": Die Idee des Milliardärs John Hammond (links) war gut, nur an der Umsetzung hat es gehapert. (Bild: ddp/interTOPICS/Picturelux)
Szene aus "Jurassic Park": Die Idee des Milliardärs John Hammond (links) war gut, nur an der Umsetzung hat es gehapert. (Bild: ddp/interTOPICS/Picturelux)

InGen aus "Jurassic Park"

Was für eine großartige Geschäftsidee: ein Tierpark, in dem die Besucher keine Löwen, Giraffen und Pinguine sehen, sondern echte Dinosaurier bestaunen können. Wie viel Geld hätten die Betreiber damit verdienen können, wenn … ja, wenn ausgerechnet die Dinos nicht so ausgemachte Spielverderber wären. Aber Geld interessiert den Geschäftsmann John Hammond eh nicht. Als Leiter des erfolgreichen Biotech-Unternehmens InGen hat er davon mehr als genug. Nein, Hammond ist auch und vor allem ein Natur- und Menschenfreund, und in diesem Geiste handelt er auch als Geschäftsmann.

Mit dem "Jurassic Park" will der Milliardär also nicht noch reicher werden. Er möchte Gutes tun: Erstens sollen die ausgestorbenen Urzeitwesen zum Leben erweckt werden. Zweitens soll das zur Freude der Menschen geschehen, können sie die Dinos nun doch hautnah erleben. Dass das eine auf Kosten des anderen geht, sieht Hammond nicht. Deswegen scheitert er. Für den Zuschauer von "Jurassic Park", dem Film, soll das eine Lehre sein: Mensch, überschätze nicht deinen Verstand und unterschätze nicht die Natur. Sie bestraft dich gnadenlos, wenn du ihr Recht ignorierst.

Biff Tannen steig in "Zurück in die Zukunft" der Reichtum zu Kopf. (Bild: ddp/INTERTOPICS/mptv)
Biff Tannen steig in "Zurück in die Zukunft" der Reichtum zu Kopf. (Bild: ddp/INTERTOPICS/mptv)

BiffCo Enterprises aus "Zurück in die Zukunft II"

Das Geschäftsmodell in "Zurück in die Zukunft II wird uns wohl noch lange verwehrt bleiben. Denn ihre Voraussetzung ist eine Technologie, die es noch zu erfinden und entwickeln gibt: die Zeitreise. Wir müssten also von Jetzt nach Dann reisen können, etwa mit einer Zeitmaschine in Form eines Autos. So wie es Marty McFly und Dr. Emmett L. 'Doc' Brown mit dem DeLorean tun. Damit sich die Zeitreise auch wirtschaftlich für uns lohnt, müssten wir die Vergangenheit anzielen. Dabei hätten wir ein Heft mit Sport- oder Lottoergebnissen im Gepäck, das wir unserem jungen Ich in die Hand drücken und sagen würden: ‘Hier, mein Junge, mach' was draus’.

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Das Geschäftsmodell hat allerdings mindestens einen Haken. Zeitreisen können so manches Unheil anrichten, wie man in "Zurück in die Zukunft II" sehen kann. Darin klaut der Fiesling Biff Tannen im Jahr 2015 den DeLorean von Doc und Marty, reist damit ins Jahr 1955, wo er seinem jüngeren Ich den Sportalmanach mit allen Sportergebnissen von 1950 bis 2000 zusteckt. Der dumme Junge begreift langsam, doch er erkennt bald den Wert des Hefts. Biff wird so manche Wette richtig tippen und steinreich werden. Doch der Reichtum bekommt ihm nicht gut. Er gründet den Mega-Konzerns BiffCo Enterprises, je reicher der korrupte und gewalttätige Geschäftsmann jedoch wird, desto düsterer wird die Welt um ihn herum.

VIDEO: Auf dem Sofa von “Friends” in New York

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