Dieser irre Wechsel-Fail ruinierte fast den Silber-Coup

SPORT1
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Erlösung für die deutschen Damen bei der Biathlon-WM 2021 in Pokljuka! (Alle Biathlon-Rennen im LIVETICKER)

Nach einem unwiderstehlichen Zielsprint gegen Olena Pidrushna riss Franziska Preuß die Arme in die Höhe, dann verschwand sie in der Jubeltraube ihrer Teamkolleginnen. (Biathlon-Weltcup: Kalender der Saison 2020/21)

Am Streckenrand fielen sich die Trainer Florian Steirer und Mark Kirchner glücklich in die Arme. Die Erleichterung in der deutschen Biathlon-Mannschaft war nach Silber für die Frauen-Staffel riesig.

"Ich habe es auch nicht mehr geglaubt", verriet die Schlussläuferin hinterher lachend in der ARD: "Aber mein zweites Leben ist wiedergekommen. Das war echt cool."

0,4 Sekunden lag das DSV-Quartett nach fünf Nachladern vor der Ukraine (0+7), es war die erste Medaille für die erfolgsverwöhnten Biathletinnen bei den Titelkämpfen auf der Hochebene Pokljuka.

Preuß dreht nach Rückstand auf

Preuß hatte das Quartett mit großem Rückstand von Denise Herrmann übernommen, nachdem diese, Vanessa Hinz und Janina Hettich nicht an ihre Topleistungen heranreichen konnten. (Biathlon: Weltcup-Stände)

"Es ist ein richtig schönes Gefühl und tut uns allen extrem gut", betonte Preuß nach ihrer furiosen Aufholjagd von Rang fünf auf zwei. Nur die Norwegerinnen (0+11) waren um 8,8 Sekunden besser. Er sei "viele Tode gestorben", bekannte Steirer im ZDF und fügte glücklich an: "Das war eine geile Kiste."

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Schrecksekunde beim Wechsel von Herrmann auf Preuß

Einen seiner vielen Tode dürfte der Trainer beim letzten Wechsel gestorben sein - denn diese Schrecksekunde hätte den Silber-Coup beinahe noch ruiniert.

Herrmann rauschte in der Wechselzone zunächst ohne Berührung an ihrer Teamkollegein Preuß vorbei, erst im "Nachfassen" konnten die beiden DSV-Athletinnen noch regelkonform übergeben.

"Die Ski waren einfach zu schnell", meinte Herrmann später zu dieser kuriosen Szene und feierte die Leistung von Preuß: "Das war gigantisch. Damit hatte ich nicht mehr gerechnet."

Angepeitscht wurde die Schlussläuferin vorher noch von Kollegin Hinz, die als Starterin ihren Teil schon geleistet hatte. "Ich hab zur Franzi gesagt, wir kämpfen bis zum Schluss - und das hat sie dann auch gemacht."

Preuß: Endlich "einen Grund zum Feiern"

Endlich, so Preuß, habe man "einen Grund zum Feiern". Zumal die erste WM seit der Wiedervereinigung ohne deutsche Frauen-Medaille gedroht hatte. Doch vor dem Massenstart über 12,5 km am Sonntag (12.30) ist nun der Druck nicht mehr ganz so groß.

Das bedeute ihr "verdammt viel. Das war so spannend. Ich musste mir schon kurz ein paar Tränen verdrücken, weil es ein so guter Tag für uns alle war. Wir sind ein gutes Team", sagte Hinz, die tadellos ins Rennen gestartet war und als Dritte auf Janina Hettich übergeben hatte.

Hettich mit Problemen

Die 24-Jährige wackelte jedoch enorm. Über eine Minute betrug der Rückstand auf die Spitze bei ihrem Wechsel auf Herrmann.

"Ich hab mich nicht gut gefühlt. Das ist schade, dass es in einem WM-Rennen passiert", sagte Hettich. Umso erleichterter war sie, dass es mit der Medaille doch noch klappte. "Ich bin so froh, dass ich so ein cooles Team um mich herum habe", sagte sie.

Für die DSV-Staffel war es im fünften Rennen des Winters die vierte Podestplatzierung.

Zum richtigen Zeitpunkt waren einmal mehr auch die Norwegerinnen in Form. Tiril Eckhoff, die in Pokljuka bereits zum vierten Mal triumphierte, Marte Olsbu Röiseland und Co. sicherten sich den dritten WM-Staffel-Titel in Folge.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)