Die Götze-Entscheidung beim BVB ist schon gefallen

Tobias Holtkamp
Sport1

Hallo Bundesliga-Freunde,

im Fernsehen wird es meist noch mal richtig interessant, wenn die Kameras nicht mehr laufen. So erzählte neulich einer, der es wissen muss, wie es um Mario Götzes Zukunft bei Borussia Dortmund "in Wirklichkeit" bestellt sei.


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Kurz zusammengefasst: Es werde - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - keine Zukunft geben, also keine gemeinsame.

Die Gründe waren dann auch schnell erläutert: Die, die den Verein führten, wollten dem, der für ihn spielt, bald nicht mehr das Gehalt zahlen, das er aktuell noch bekommt. Zum 30. Juni 2020 endet Götzes Arbeitspapier in Dortmund, und der in der Geschäftsführung ausgearbeitete Folgevertrag soll für Götze um 25 Prozent reduzierte monatliche Bezüge beinhalten.

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Gepaart mit der Aussicht auf eine sportliche Nebenrolle beim BVB dürfte das kein Paket sein, das der Götze-Seite schmeckt. Er ist das bekannteste Gesicht des Vereins, auf dem Marketing-Trip in die USA im Juli drehte sich vieles um den WM-Helden von 2014. Dort durfte er auch spielen, beide Partien von Beginn an.


Im opulenten Vorspann der Dortmunder Amazon-Serie, die gerade in über 200 Ländern läuft, ist Mario Götze ebenfalls gesetzt, als einer der großen Stars. Im Bundesliga-Alltag, jetzt, wo es um Punkte geht, sitzt er wieder draußen, zuletzt zweimal ohne Einwechslung.

Der Fall Götze hat nun auch eine politische Dimension: Die BVB-Verantwortlichen wollen nicht schuld sein am Abschied des bei vielen Fans beliebten "Dortmunder Jungen", wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Götze gerne nennt. Sie haben ihm ein Angebot zur Verlängerung gemacht - wenn er es am Ende ausschlägt, können sie ja nichts dafür. "Wir hätten Mario gerne weiter beim BVB gehabt", könnten sie dann formulieren, die klugen Kommunikatoren.

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Dass Götze, gerade 27, in seinen besten Fußballerjahren nicht weniger verdienen möchte als bisher, nicht weniger wichtig sein will, ist verständlich. Zumal er seiner Ansicht nach in der vergangenen Saison doch gezeigt hat, welche Qualitäten er beitragen kann. Sieben Tore und sieben Vorlagen standen nach 19 Startelf-Einsätzen in der Bundesliga zu Buche.


Dem BVB ist es zu wenig für ein Spitzengehalt im Bereich von Mats Hummels oder Marco Reus. Und wohl auch kein anderer Bundesliga-Verein wird Götze auf diesem Niveau entlohnen wollen. Aber einen Stammplatz und vor allem dieses Gefühl, so richtig geschätzt und gebraucht zu werden, das könnten ihm andere geben. Das ist auch eine Menge wert.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp seit Saisonbeginn als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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