Ein Comeback, das ein ganzes Land träumen lässt

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Ein Comeback, das ein ganzes Land träumen lässt
Ein Comeback, das ein ganzes Land träumen lässt
Ein Comeback, das ein ganzes Land träumen lässt

Er lässt Ungarn wieder träumen!

Dominik Szoboszlai ist die Hoffnung der ungarischen Fußball-Fans. Der 20-Jährige in Diensten von RB Leipzig soll nach Jahrzehnten der Tristesse endlich wieder den vergangenen Glanz der “Goldenen Generation” um Ferenc Puskás aufleben lassen.

Keine kleinen Fußstapfen, wenn man bedenkt, dass der beste ungarische Spieler der Geschichte in einem Atemzug mit Größen wie Franz Beckenbauer, Johan Cruyff oder Alfredo Di Stéfano genannt wird. Dazu hat er einen entscheidenden Anteil am fast schon mythischen Ruf der Rückennummer 10.

Aber Szoboszlai könnte der Spieler sein, der zumindest in die Nähe der ungarischen Fußballlegende kommt. Zu welchen Taten er fähig sein kann, zeigte er am zweiten Spieltag in der Bundesliga. Bei der 4:0-Gala seiner Leipziger gegen den VfB Stuttgart trug sich der Mittelfeldspieler gleich zweimal in die Torschützenliste ein - jeweils per Fernschuss. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

“Ich weiß, dass ich mit Dominik in der vergangenen Saison ein paar Spiele hier geschaut habe und er hat gefühlt bei jedem Spieler, der 30 Meter vor dem Tor den Ball hatte, gesagt: Schieß!”, erzählte Teamkollege Benjamin Henrichs bei DAZN.

Dominik Szoboszlai überzeugt mit brillanter Schusstechnik

Bereits Ex-Trainer Julian Nagelsmann bescheinigte ihm “einen außergewöhnlich guten rechten Fuß mit außergewöhnlich guten Standards. Er ist sicherlich ein Kandidat, der einige Tore vorbereiten kann und auch Tore selber schießt.”

Schon seit Jahren begeistert Szoboszlai, der im Winter aus Salzburg kam, die Experten mit seiner brillanten Schusstechnik. In der EM-Qualifikation schoss er Ungarn gegen Island in der 92. Minute zur Endrunde - natürlich per Fernschuss.

Umso bitterer, dass er an der Endrunde verletzungsbedingt nicht teilnehmen konnte. “Es war schon schwer für mich, denn es war mein Traum, diese EM zu spielen. Teilweise in meiner Heimat Ungarn vor 70.000 Zuschauern und dann gegen Top-Teams wie Frankreich, Portugal und Deutschland”, gestand er auf der Homepage von RB Leipzig.

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Sieben Monate Verletzungspause: “Schlimmste Zeit meiner Karriere”

Szoboszlai stand gegen den VfB nach einer langen Verletzungspause wegen Adduktorenbeschwerden erstmals in der Anfangsformation.

“Ein besseres Startelf-Debüt zuhause vor den Fans kann man nicht haben. Die letzten sieben Monate, in denen ich verletzt war, waren die schlimmste Zeit meiner noch jungen Karriere”, erklärte er. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

Lob gab es auch von seinem Trainer Jesse Marsch, der ihn aus Salzburg kennt: “Szobo ist ein junger Spieler mit sehr viel Potenzial. Sein Schlüssel ist, dass er immer an sich arbeitet.”

Das war aber nicht immer so. Nach seinem Wechsel nach Salzburg wurde er zuerst beim FC Liefering eingesetzt. Dort feierte er aufgrund seines Talents große Erfolge. Als er dann zu RB Salzburg befördert wurde, eckte er mit seinen Attitüden beim damaligen RB-Coach Marco Rose an. “Das war mein Fehler”, gab Szoboszlai im Nachhinein zu. Er habe gedacht, in Salzburg einfach so weitermachen zu können.

Er änderte jedoch seine Einstellung und erkämpfte sich seinen Stammplatz in Salzburg. Mit seinen Leistungen ließ er sogar die Abgänge von Takumi Minamino und Erling Haaland vergessen.

Salzburg als Startpunkt seiner Entwicklung

Während der Corona-Pause engagierte er den amerikanischen Fitnesstrainer Shane Tusup, der schon Ungarns Ausnahmeschwimmerin und Olympiasiegerin Katinka Hosszú fit gemacht hatte. Szoboszlai legte in dieser Zeit ordentlich Muskelmasse zu und steuerte nach der Corona-Pause sieben Tore zur erneuten Meisterschaft der Salzburger bei.

“Als ich aus Ungarn gekommen bin, hatte ich zwar Talent, aber ohne die Arbeit in der Akademie hätte ich es nicht so weit geschafft”, verriet der Ungar, der als 17-Jähriger vom FC Videoton an die Salzburger Akademie gekommen war.

RB Leipzig: Vertragsverlängerung vor dem ersten Spiel

Szoboszlai hat einen Karriereplan (”Für mich ist schon lange klar, was ich erreichen will”), Leipzig wird noch länger ein fester Bestandteil dieses Weges sein. Immerhin verlängerten die Sachsen schon im Mai seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2026, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine Partie absolviert hatte.

“Die vorzeitige Verlängerung ist sicherlich etwas ungewöhnlich”, räumte Leipzigs Kaufmännischer Leiter Sport, Florian Scholz, beim Sportbuzzer ein, aber er sei “ein europäisches Ausnahmetalent”.

Ob die RB-Offiziellen mit dieser Einschätzung recht behalten, wird sich noch zeigen. Aber Szoboszlais Startelf-Debüt hat gezeigt, wohin der Weg des Youngsters führen kann.

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