Eine Sternstunde historischen Ausmaßes

Eine historische Gala - und eine Ansage an die Fußballwelt!

Portugal hat im Duell mit der Schweiz die Muskeln spielen lassen und ist nach einer Gala-Vorstellung ins Viertelfinale der WM 2022 in Katar eingezogen. Das Team von Trainer Fernando Santos fertigte die völlig überforderten Eidgenossen von Murat Yakin mit 6:1 (2:0) ab.

Und das trotz des großen Aufregers vor dem Anpfiff: Erstmals seit 2008 stand Superstar Cristiano Ronaldo bei einer WM oder EM nicht in der Startelf.

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WM: Ronaldo-Ersatz mit Rekord-Gala

Doch gestört hat das die Iberer nicht - im Gegenteil: Ausgerechnet Ronaldo-Ersatz Goncalo Ramos spielte groß auf. Der Stürmer von Benfica Lissabon traf gleich dreimal und schrieb damit in mehrfacher Hinsicht Geschichte: Ramos ist nun mit 21 Jahren und 169 Tagen der zweitjüngste portugiesische Spieler mit einem WM-Tor - nur einer war jünger: Natürlich Ronaldo, als er im Jahr 2006 im Alter von 21 Jahren und 132 Tagen gegen den Iran netzte.

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Zudem ist er der erste Spieler seit Miroslav Klose, der 2002 bei seinem erstem WM-Startelfeinsatz direkt einen Dreierpack erzielte. Des Weiteren hat er nun mehr Tore in K.o.-Spielen einer Weltmeisterschaft auf dem Konto als Ronaldo! Er brauchte nur 83 Minuten für drei Tore, während Ronaldo in bisher 531 Minuten erfolglos war.

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist ein Traum, der in Erfüllung geht“, sagte der Angreifer, der gegen einen wehrlosen Gegner in der 17., 51. und 67. Minute getroffen hatte. Bahnt sich da eine Wachablösung an? „Ronaldo ist unser Mannschaftsführer, er ist unser Kapitän. Ob ich beim nächsten Mal wieder spiele, entscheiden andere“, sagte der herausragende Stellvertreter.

Neben Ramos, der im Verein vom Deutschen Roger Schmidt trainiert wird, trafen Pepe, BVB-Profi Raphael Guerreiro und Rafael Leao. Für die Schweiz netzte Ex-Dortmunder Manuel Akanji ein.

WM: Ramos und Pepe schreiben Geschichte

Auch der Treffer des Altmeisters war ein historischer: Pepe schwang sich zum ältesten Torschützen bei einem K.o.-Spiel auf - und zum zweitältesten WM-Torschützen nach Roger Milla.

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Ronaldo wurde in der Schlussphase eingewechselt und durfte ebenfalls jubeln - allerdings nur Sekundenbruchteile: Sein Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Nach dieser Leistung seiner Mannschaft dürfte es für CR7 schwierig werden, seinen Startplatz zurückzuerobern.

Das Spiel gegen Marokko ist das erste Viertelfinale für Portugal seit der WM 2006 in Deutschland - Ronaldo feierte damals WM-Premiere und gehörte zu der Mannschaft, die das Spiel um Platz drei gegen die DFB-Auswahl verlor. Für die Schweizer dagegen bleibt die Runde der letzten Acht eine Tabuzone: Zuletzt haben sie 1954 im eigenen Land das Viertelfinale erreicht. Zudem kassierten sie die höchste Niederlage ihrer WM-Geschichte.

Ronaldo-Serie gerissen

Den ersten Aufreger der stürmischen Portugiesen hatte Trainer Santos initiiert, und das bereits vor dem Anpfiff. Ronaldo, der sich über seine frühe Auswechslung im letzten Gruppenspiel allzu offensichtlich beschwert hatte, saß auf der Bank. Für den längst auch sportlich gealterten Superstar (37) spielte eben jener Ramos, der vor der WM nur einen Länderspieleinsatz in seiner Vita stehen hatte. Sein vierter Einsatz: bemerkenswert.

Santos leitete damit eine Zeitenwende ein. Ronaldo stand erstmals seit 2008 nicht in Portugals Startelf bei einem großen Turnier. Auch die Schweizer mussten sich umstellen: Mitentscheidend sei, Ronaldo „den Raum zu nehmen“, hatte Trainer Yakin erklärt.

Dass Ronaldo in der Startelf fehlte, überraschte wohl auch die Schweizer. Sie ergriffen zunächst die Initiative, aber Ramos hatten sie irgendwie nicht auf dem Schirm. Mit einem Gewaltschuss traf er zur Führung, danach legten er und seine Mitspieler so richtig los.

Die schockierten Schweizer kamen bis zu Akanjis Treffer kaum mal gefährlich vors Tor, im Gegensatz zu Ramos, der schon kurz vor der Pause das 3:0 auf dem Fuß hatte (43.).

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)