Dieses gallische Dorf will den FC Bayern stürzen

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Dieses gallische Dorf will den FC Bayern stürzen
Dieses gallische Dorf will den FC Bayern stürzen

Als Ingo Enskat erfuhr, dass es seine HAKRO Merlins Crailsheim in den Playoffs der easyCredt BBL mit dem FC Bayern zu tun bekommen, blieb er - wie er SPORT1 erzählt - ganz ruhig.

"Wow, Wahnsinn, Bayern", hätten die Leute zu ihm gesagt – oder: "Das wird aber schwierig." Enskat, Sportlicher Leiter der Merlins, aber erwiderte mit der Abgeklärtheit eines Mannes, der lange im Geschäft ist: "Nenn mir den einfachen Gegner, den du in den Playoffs bekommst." (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse)

Zum allerersten Mal in seiner 35-jährigen Klub-Geschichte steht Crailsheim in den BBL-Playoffs. Zu verdanken ist das einer überragenden Spielzeit, die den Underdog auf Rang fünf führte - bei gleicher Bilanz (24 Siege, 10 Niederlagen) wie Gigant Bayern.

"Diese Erfolsgeschichte der letzten zwei Jahre – als das kleine gallische Dorf, wie die Leute sagen, mit den Großen mitzumischen –, das ist etwas ganz Besonderes", erklärt Enskat bei SPORT1: "Es ist schon was Tolles, hier in Crailsheim zu sein. Die Leute haben sich unglaublich gefreut, und das, obwohl sie wegen der Corona-Pandemie nicht dabei sein konnten."

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So arbeitete sich Crailsheim nach oben

Was also ist das Erfolgsgeheimnis dieser wackeren Truppe um Trainer Tuomas Iisalo?

"Wir sind ein Verein, der sich kontinuierlich entwickelt", sagt Enskat. "Ich bin jetzt seit 16 Jahren hier, unser Geschäftsführer Martin (Martin Romig, Anm. d. Red.) ist seit der ersten Stunde dabei." Man sei in diesen Jahren "immer gewachsen, aber wir machen es halt step-by-step, und das ist auch unser Motto für die Zukunft. Das Wichtigste ist, dass wir für Kontinuität stehen."

Eine Kontinuität, die nun tatsächlich in die Playoffs geführt hat - und das trotz der Erschwernisse in Zeiten von Corona. (SERVICE: Tabelle der easyCredit BBL)

"Es war toll, wie viel Unterstützung wir bekommen haben", erklärt Enskat. "Nicht wenige unserer Sponsoren, die selbst um ihr Geschäft bangen mussten, haben gesagt: 'Wir sind weiter an Bord, wir wollen, dass ihr weiter durchkommt.' Das ist der Vorteil unserer kleinen Stadt. Da merkst du noch, dass die Leute alle ein bisschen enger zusammen sind; sie tun diese Dinge aus dem Herzen und nicht nur rein geschäftlich."

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Merlins haben FC Bayern schon geschlagen

Und jetzt? Jetzt kommen die großen Bayern. Eine unmögliche Aufgabe? Durchaus nicht. Nach den beiden Partien der Hauptrunde steht es 1:1.

Das Spiel in München hatten die Merlins im Januar mit 105:103 in der Overtime gewonnen, in Crailsheim siegte Bayern mit 79:74.

"Das Wichtige ist das Gefühl, man konnte sie schon schlagen", meint Enskat. "Wenn man gegen die Oberen immer nur vor den Latz bekommen hätte, dann wäre es natürlich ein anderes Gefühl gewesen. Aber die Jungs wissen jetzt: Es steht eins zu eins in dieser Saison."

Und nicht nur gegen die Bayern. Die Merlins gewannen vier von acht Partien gegen die Top-4-Mannschaften. Ein Umstand, der weiter Mut machen sollte.

"Stell dir vor, es passiert eine Überraschung im ersten Spiel. Dann muss Bayern erst mal darüber nachdenken und den Turn-around schaffen", sagt Enskat. "Wir müssen einfach gucken, dass wir mit der richtigen Idee, mit der richtigen Intensität in die Spiele gehen, und ich glaube, das kann für uns der Schlüssel sein."

Dabei soll Trainer Iisalo helfen. Der Finne zeichne sich durch eine "klare Struktur im Spiel" aus: "Jeder Spieler hat seine Rolle auf dem Feld. Und die Stärke der Spieler ist es, diese Rollen perfekt auszufüllen."

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Enskat: "Positives Zeichen"

Spieler, auf die Crailsheim auch nächste Saison setzen kann?

"Natürlich ist es immer schwierig für einen kleineren, sehr erfolgreichen Verein, die Spieler zu halten", erklärt Enskat. "Aber der Vorteil hier ist: Wer einmal in Crailsheim ist, der weiß zu schätzen, was er Positives hat."

Das heiße nicht, dass jeder Spieler "ein Millionen-Angebot von anderer Seite direkt ausschlagen würde. Aber ich glaube, dass die Wertschätzung, die wir gegenüber den Spielern haben und die auch die Spieler gegenüber uns haben, ein sehr positives Zeichen ist."

Bevor aber die Planungen für die nächste Saison richtig beginnen, musst erst einmal diese Saison gespielt werden - und da stehen die Chancen nicht schlecht, noch eine Runde weiterzukommen.

"Ich wünsche mir, dass es nach drei Spielen 2:1 steht, für wen auch immer", sagt Enskat. "So eine Überraschung traue ich uns auch durchaus zu. Das vierte Spiel wäre dann auch wieder in Ilshofen, bei uns auf dem Feld."

Natürlich seien da "ein paar kleine Hintergedanken dabei", erklärt der 48-Jährige - und fügt lachend hinzu: "Als Kleiner gegen den Großen wirst du außerhalb Münchens nicht allzu viele Leute finden, die da auf Münchner Seite sind."

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