Immer wieder Chaos! Das große Monza-Dilemma

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Immer wieder Chaos! Das große Monza-Dilemma
Immer wieder Chaos! Das große Monza-Dilemma
Immer wieder Chaos! Das große Monza-Dilemma

Es ist ein altbekanntes Problem auf dem Highspeed-Kurs von Monza - und doch sorgt es in diesem Jahr wieder aufs Neue für Kopfschütteln.

Im Kampf um die beste Ausgangsposition bei der Zeitenjagd im Qualifying sind alle Fahrer auf der Suche nach Windschatten, um auf den langen Geraden die entscheidenden Zehntel herauszufahren. (Formel 1: Sprint in Monza am Samstag ab 16.30 Uhr im LIVETICKER)

Die Folge: Auf den Out Laps, die die Piloten zwischen der Boxenausfahrt und ihren schnellen Runden absolvieren, kommt es regelmäßig zu Stehversuchen - schließlich will keiner derjenige sein, der am Ende als vorderstes Auto ohne Windschatten auf seine gezeitete Runde geht. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Mick Schumacher erklärt Problem von Monza

„Es ist ein Problem, das hier natürlich öfter vorkommt als woanders, weil es eben so wichtig ist, jemanden vor sich zu haben, einfach um diese Rundenzeit hinzukriegen“, erklärte Haas-Pilot Mick Schumacher bei Sky. (NEWS: Mick Schumacher spricht emotional über seinen Vater)

Das Brisante daran: Weil insbesondere in Q1 nicht alle 20 Autos im selben Pulk fahren, kann es durchaus passieren, dass ein Auto mit rund 300 km/h auf eine Gruppe auffährt, die vielleicht mit Müh und Not einen Blitzer in einer Spielstraße auslösen würde. (NEWS: Qualifying „ruiniert“: Mazepin sorgt für neuen Ärger)

Was für ein Formel-1-Event nicht nur absurd, sondern auch ziemlich gefährlich ist.

Verstappen flucht am Boxenfunk - Gasly legt nach

„What the f... are they doing!?“, fluchte dann am Freitagabend auch WM-Spitzenreiter Max Verstappen im Boxenfunk. Und noch einige andere unschöne Dinge, die jedoch ebenso von einem konstanten Piepen übertönt wurden wie der wüst schimpfende Pierre Gasly kurze Zeit später.

Etwas diplomatischer, aber nicht weniger verärgert, drückte es sein Teamchef Helmut Marko nach dem Qualifying aus. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

„Q1 war sehr chaotisch“, stellte der Österreicher zunächst fest, „Q2 war schon besser. Aber die Leute müssen mehr Disziplin haben“, kritisierte Marko bei Sky.

Noch fassungsloser als das Geschehen auf der Strecke machte den 78-Jährigen jedoch das, was auf dem Weg dorthin passiert war.

Red-Bull-Boss Marko stinksauer

„In der Boxengasse, was sich da abgespielt hat, das ist gegen jegliche Vernunft“, meinte Marko und betonte: „Es bringt ja nichts, für niemanden!“ (NEWS: Strafe! Bottas muss ans Ende des Feldes)

Was war passiert? Auch in der Boxengasse gab es einen heißen Kampf um die besten Positionen, der auf einmal dazu führte, dass beinahe eine Handvoll Autos ineinander crashte.

Daran beteiligt waren unter anderem die beiden Aston Martin von Sebastian Vettel und Lance Stroll, dazu Lewis Hamilton, der Alpine von Esteban Ocon und ein Ferrari - und mittendrin die Mechaniker der Teams, die ihre Fahrer aus den Garagen lotsten.

Nur mit viel Glück und einer ordentlichen Portion fahrerischem Können blieb das Chaos folgenlos - für Mensch und Maschinen. (NEWS: Tierische Schrecksekunde bei der Formel 1)

„Schlimm wäre natürlich, wenn etwas passiert - und vielleicht sogar noch einer verletzt wird von den Mechanikern“, meinte Sky-Experte Ralf Schumacher und stellte klar: „Da kann man der FIA gar keinen Vorwurf machen, die Teams müssen sich da zusammenraufen und eine andere Lösung finden.“

Strafe gegen Vettels Aston Martin

Die Lösung der Rennkommissare, die unmittelbar nach dem Vorfall bereits eine Untersuchung angekündigt hatten, war denkbar einfach: jeweils eine Strafe in Höhe von 5000 Euro für Aston Martin und Alpine. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Alles andere als einfach scheint es jedoch zu sein, eine dauerhafte Lösung für das alljährliche Qualifying-Chaos in Monza zu finden.

Der Plan, den Stehversuchen mit einer Maximalzeit für die Out Laps - also einer Begrenzung der Zeit, die die Fahrer von der Boxenausfahrt bis hin zu Start-und-Ziel benötigen dürfen - entgegenzuwirken, brachte jedenfalls nicht den erhofften Erfolg.

Verstappen fährt dank Pérez auf Platz 3

Max Verstappen hatte irgendwann die Schnauze voll: Als seine Vorderleute in der Boxenausfahrt mal wieder das Gaspedal nicht fanden, schimpfte der Niederländer noch einmal kräftig in den Boxenfunk - und zog dann kurzerhand rechts an der vor ihm fahrenden Kolonne vorbei.

Am Ende fuhr er auf Startplatz 3 für das Sprintrennen am Samstag. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Zugegeben: Auch nicht ganz ohne Windschatten-Unterstützung, die ihm sein Teamkollege Sergio Pérez lieferte - aber immerhin ohne sich und seine Fahrerkollegen in größere Gefahr zu bringen.

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