Das Geheimnis hinter Haalands Blitz-Start

Patrick Berger, Stefan Kumberger
Sport1

Der Haaland-Hype kennt keine Grenzen! Nach seinem fulminanten Debüt-Dreierpack beim FC Augsburg, der dem BVB letztlich den 5:3 (0:1)-Sieg zum Auftakt in die Bundesliga-Rückrunde bescherte, überschlagen sich die Lobeshymnen für den Norweger.

Das Geheimnis hinter Haalands Blitz-Start
Das Geheimnis hinter Haalands Blitz-Start

"Er ist ein großartiger Typ, an dem wir noch viel Freude haben werden. Ich bin mir sicher, dass er noch einige tolle Spiele zeigen wird", sagte etwa Teamkollege Mats Hummels. BVB-Manager Michael Zorc, der Haaland für 20 Millionen Euro aus Salzburg geholt hatte, jubelte: "Das ist ein Traumdebüt. Erling strahlt etwas positiv Verrücktes aus. Allein seine Körpersprache tut uns gut. Wir brauchen Jungs auf dem Platz, die Emotionen zeigen."

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Selbst Trainer Lucien Favre, eigentlich nicht für überschwängliches Lob bekannt, geriet bei Haaland ins Schwärmen: "Ich habe noch nicht erlebt, dass ein 19-Jähriger direkt so einschlägt. Er macht in seinem ersten Einsatz sofort drei Tore. Das ist gut für uns alle beim BVB. Er hat ein großes Potenzial."

Seit seinem Dienstantritt beim BVB am 3. Januar fühlt sich Haaland im Pott pudelwohl. Wie SPORT1 erfahren hat, wohnt der Norweger seit einer Woche in einem kleinen Appartement am Phönixsee. Der künstlich angelegte See im Stadtteil Hörde, an dem unter anderem auch die Teamkollegen Mario Götze und Roman Bürki wohnen, ist der perfekte Rückzugsort für Haaland.

Appartement am Phönixsee

Am Wasser fühlt sich der Skandinavier so richtig wohl, schließlich wuchs er als Kind in Bryne 30 Kilometer vor Stavanger auf. Die 12.000-Einwohner-Stadt, in der Papa Alf-Inge und Mama Gry Marita heute noch leben, liegt direkt am See Frøylandsvatnet. Heute noch spaziert Haaland bei Heimatbesuchen gerne um den See herum, schaltet so vom Fußball-Trubel ab.

Damit sich Erling von Beginn an voll und ganz auf seinen neuen Job beim BVB konzentrieren konnte, organisierte Papa "Alfie", der einst selbst Fußball-Profi war (Leeds und ManCity), zusammen mit Star-Agent Mino Raiola den Umzug aus Salzburg ins Ruhrgebiet.

Während Erling zwischen dem 4. und 12. Januar mit dem BVB im Trainingslager in Marbella schuftete, brachte ein Umzugsunternehmen alle Möbel und Habseligkeiten aus Österreich an den Phönixsee. Damit sollte von Anfang an vermieden werden, dass Haaland länger im Hotel schläft, was für Fußballer gerade nach Vereinswechseln anfangs nicht unüblich ist. Die Devise: Haaland soll sich auch in Dortmund sofort wie Zuhause fühlen. Zum BVB-Trainingsgelände nach Brackel sind es von Haalands Wohnung aus rund zehn Kilometer.

Lob für Papa Haaland gab es am Sonntag auch von SPORT1-Experte Marcel Reif: "Es wird ja immer viel über Berater erzählt, aber: Das ist ein Musterbeispiel dafür, wie man mit einem 19-Jährigen umgeht. Du musst auch mal langfristig denken." Es sei zudem gut, dass "hier auch der Vater ein Wörtchen mitspricht – der BVB war jetzt der absolut richtige Schritt."

Haaland und sein Traum-Einstand. Innerhalb von nur 23 Minuten erzielte der 1,94-Meter-Hühne mit seinen ersten drei Torschüssen drei Tore. Insgesamt brauchte er dafür nur zehn Ballkontakte. Damit ist Haaland der zweitjüngste Debüt-Dreierpacker nach Walter Bechtold. Der traf im Jahr 1965 als 18-Jähriger zum Einstand für Eintracht Frankfurt ebenfalls dreifach.

Haaland hat jetzt 1 Millionen Fans

Haalands Landsmann Jan-Age Fjörtoft schwärmte im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1: "Dieser Junge verblüfft einen immer wieder, schon damals, als er als 17-Jähriger nach Molde kam. Als er dann nach Salzburg ging, haben alle gedacht, er brauche Zeit. Aber er hat gleich funktioniert. Und jetzt hat er in Dortmund 183 Sekunden gebraucht für sein erstes Tor. Der Erling ist ein guter Junge, und er hat ein Umfeld, das in Ordnung ist. Er hätte damals schon von Molde nach Juventus gehen können, aber sein Team hat immer darauf gedacht, dass er sich entwickeln kann. Deswegen ist er nach Dortmund gegangen und nicht zu United, von denen er auch ein Angebot hatte."

Was sagt Haaland eigentlich selbst zu seinem Blitz-Debüt? "Das war ein guter Start. Es fühlt sich fantastisch an. Ich habe mir bei meiner Einwechslung vorgenommen, neue positive Energie ins Team zu bringen und das Ding zu drehen." Und weiter: "Es sind tolle Menschen um mich rum, gute Mitspieler, es ist ein fantastischer Klub. Ich bin ruhig, aber ich lächle und das ist wichtig im Leben."

Übrigens: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat Haaland auf Instagram die 1 Millionen-Follower-Marke geknackt. Am Sonntagabend hatte er 1,1 Mio. Fans. Zum Vergleich: Bei seinem BVB-Start vor zwei Wochen waren es "nur" 790.000.

Ob das Sturm-Juwel am Freitag bei seinem ersten Heimspiel vor der Südtribüne gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr) von Anfang an losballern darf? "Das müssen Sie den Trainer fragen. Ich stresse mich nicht. Ich weiß, dass Dortmund einen Plan für mich hat. Es hat doch gerade erst begonnen..."

Coach Favre bremste indes die Euphorie: "Er hat den ganzen Dezember nicht trainiert. Wir bauen ihn peu à peu auf. Ich weiß noch nicht, ob es für 90 Minuten reicht."

Lust hat Haaland. Die Idylle am Phönixsee hat seinen Teil dazu beigetragen.

Lesen Sie auch