"Geheuchelt und gelogen": Babbel ätzt gegen Hütter und Co.

SPORT1
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Markus Babbel trainierte drei Bundesliga-Klubs. Mit vielen der jetzigen Bundesliga-Coaches ist er aber auf Kriegsfuß und kritisiert sie scharf.

Markus Babbel hat in der Bundesliga den VfB Stuttgart, Hertha BSC und die TSG Hoffenheim trainiert. (Bild: Getty Images)
Markus Babbel hat in der Bundesliga den VfB Stuttgart, Hertha BSC und die TSG Hoffenheim trainiert. (Bild: Getty Images)

Markus Babbel hat nach einer erfolgreichen Spielerkarriere den VfB Stuttgart, Hertha BSC und die TSG Hoffenheim trainiert. Mit den derzeitigen Coaches der Bundesliga ist er aber auf Kriegsfuß. 

"Mir geht da einiges auf den Zeiger", begann der 48-Jährige, als er in einem Interview mit dem Schweizer Blick auf den Trainermarkt in der Bundesliga angesprochen wurde. In der Folge redete er sich regelrecht in Rage: "Mir fehlt die Ehrlichkeit, es wird nur noch rumgeeiert. Dazu diese diplomatischen Aussagen, mit denen keiner was anfangen kann. Als Fußballfan fühle ich mich verarscht, ich kann ja nichts mehr glauben, was gesprochen wird." 

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Babbel trainierte zuletzt die Western Sidney Wanderers in Australien, ist seit Januar 2020 aber ohne Job. Besonders hat ihm das Verhalten von Eintracht-Coach Adi Hütter aufgestoßen, der am Saisonende zu Borussia Mönchengladbach wechseln wird: 

"Fangen wir mit Adi Hütter an. Der setzt sich ins TV-Studio und sagt, er bleibe bei Frankfurt. Fünf Wochen später geht er, weil sich die Situation so markant geändert habe. Welche Situation denn? Dass der Teammanager und wohl der Sportdirektor gehen, das wusste man. Nein, für mich wird nur noch gelogen und geheuchelt. Wir sprechen hier von einem gestandenen Toptrainer, nicht von einem jungen Grünschnabel, der neu im Geschäft ist. Aber es gibt ja noch Schlimmere, zum Beispiel den Rekordtrainer der Bundesliga."

Babbel kritisiert Funkel und Flick

Rekordtrainer ist Friedhelm Funkel, der derzeit als Feuerwehrmann beim 1. FC Köln aktiv ist. Auch an dem 67-Jährigen lässt Babbel kein gutes Haar: 

"Er erzählt nach seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf, er wolle nie mehr wieder Trainer sein, das sei wohlüberlegt. Überhaupt, Düsseldorf sei seine schönste Zeit gewesen. Und was macht er dann? Geht zu Köln. Zum verhassten Konkurrenten. Da frage ich mich doch als Düsseldorf-Fan: Will der mich veräppeln? Und als Köln-Fan: 'Kommt der, um uns in die 2. Liga zu bringen?' Wir reden von einem gestandenen Mann, nicht von irgendeiner Wurst. Als Fan frage ich mich doch: 'Worauf kann ich mich noch verlassen, wenn sich der Fussball über Anstandsregeln setzt?' Es kann doch nicht sein, dass man sich mit der Einstellung äußert: 'Was interessiert mich der Scheiß, den ich gestern gelabert habe?'" 

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Auch Hansi Flick "eierte rum", meint Babbel. Er hing zwar anfangs immer "an seinen Lippen". Der 51-malige Nationalspieler sieht aber eine Wandlung beim Erfolgscoach der Bayern, der am Saisonende in München aufhören wird: "Dann plötzlich kamen diese 0815-Aussagen ohne Hintergrund und Substanz. Das wurde ihm nicht gerecht, diese gequirlte Kacke, auf gut Deutsch gesagt. Er war es ja, der den völlig zerstrittenen FC Bayern wieder geeint hatte." 

"Er hat es nicht nötig hat, so einen Käsequark zu reden"

Bei der deutlichen Kritik von Babbel stellt sich die Frage, wie der gebürtige Münchner, der von 1991 bis 2000 beim FC Bayern unter Vertrag stand, denn selbst als Coach reagiert hätte. Auch darüber gab er im Interview mit dem Blick Auskunft: 

"Ich hätte mir gewünscht, dass er früh gesagt hätte, dass er die Power nach den sensationellen Monaten nicht mehr hat und Schluss machen möchte. Oder dass er klar gesagt hätte, dass er sich nicht mehr äußert, bis der Meistertitel feststeht. Aber wir reden hier von einem großartigen Trainer, der es nicht nötig hat, so einen Käsequark zu reden."

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