"Laufwunder" Geiger krönt Aufholjagd mit Podestplatz

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Vinzenz Geiger schüttelte die aufmüpfige Konkurrenz ab wie lästige Fliegen, nur Rekordmann Jarl Magnus Riiber war eine Nummer zu groß: Dank einer famosen Aufholjagd in der Loipe ist das Oberstdorfer "Laufwunder" Geiger beim Weltcup der Kombinierer in Val di Fiemme auf Rang zwei gestürmt. "Mit dem zweiten Platz kann ich super zufrieden sein", sagte Geiger nach seinem vierten Podestplatz in Folge.

Geiger, der mit Skisprung-Ass Karl Geiger über einen gemeinsamen Urgroßvater verwandt ist, ging nach einem mäßigen Sprung als Zehnter in den Langlauf. Dort pflügte er durch das Feld, nur das große Loch zum überragenden Norweger Riiber konnte er nicht schließen. "Ich war letzte Woche ein bisschen krank, daher wusste ich nicht ganz, wo ich stehe. Deswegen ist das genial", sagte der 22 Jahre alte Geiger.


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Weil Fabian Rießle und der erstarkte Doppel-Olympiasieger Johannes Rydzek auf den Rängen vier und fünf landeten und Eric Frenzel Neunter wurde, jubelte auch Bundestrainer Hermann Weinbuch über einen nahezu perfekten Start ins Jahr.

Riiber läuft weit voraus

Ein einsames Rennen lief derweil Riiber, der im Ziel 26,6 Sekunden vor Geiger lag. Es war der siebte Sieg im achten Saisonrennen - das schaffte bisher noch niemand. 

"Es ist großartig, meinen ersten Sieg in Val di Fiemme zu holen und 2020 mit einem Erfolg zu beginnen. Hoffentlich geht das so weiter", sagte der Dominator, der sich auch über Rang drei seines Teamkollegen Jörgen Graabak (+27,7 Sekunden) freute. Mit jetzt 20 Weltcupsiegen kletterte der 22 Jahre alte Riiber in der "ewigen" Bestenliste bereits auf Rang acht, im Gesamtweltcup liegt er mit 780 von 800 möglichen Punkten klar vor Graabak (511) und Geiger (482).

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Geiger hatte nach einem mäßigen Springen die fünf vor ihm liegenden Norweger noch als "zu weit weg" bezeichnet, bewies aber das Gegenteil: Geiger, Rießle und später auch Frenzel und Rydzek kämpften sich mit einem Kraftakt nach vorne, wo sich hinter Riiber eine 16-köpfige Verfolgergruppe bildete. Auf dem letzten Kilometer ließ Geiger einen Konkurrenten nach dem anderen hinter sich und stürmte auf Rang zwei.

Rydzek mit gutem Ergebnis

Als Sieger durfte sich aber auch Rydzek fühlen. Der sechsmalige Weltmeister verbuchte nach schwierigem Saisonstart sein mit Abstand bestes Ergebnis. "Das war ein guter Start ins neue Jahr. Es waren sehr schwere Zeiten vor Weihnachten. Ich weiß, dass es noch ein weiter Weg ist, aber den gehe ich gerne", sagte Rydzek in der ARD.


Einen Tag zum Vergessen erlebte Manuel Faißt. Der 26-Jährige lag nach dem Springen, das wegen eines Lawinenabgangs von der Groß- auf die Normalschanze verlegt worden war, als bester Deutscher auf Rang fünf. Wegen eines nicht regelkonformen Anzugs wurde Faißt jedoch disqualifiziert und durfte nicht beim Langlauf antreten.

Schon am Samstag (10.00 Uhr Springen/13.30 Langlauf) erhalten Faißt, Geiger und Co. die nächste Chance bei der Jagd auf Riiber.

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