Darum geistert Pep Guardiola wieder durch München

Martin Hoffmann, Stefan Kumberger
Sport1

"Kommt Pep zurück?" - "Was läuft da mit Guardiola?" - "Kehrt ausgerechnet ER als Trainer zurück?"

Ein Gerücht geht um in Fußball-Deutschland - das Gerücht eines unvermuteten Comebacks von Trainer Pep Guardiola beim FC Bayern München.

Der Coach von Manchester City sei ein Kandidat für die Nachfolge des entlassenen Niko Kovac, berichtet die Sport Bild an diesem Mittwoch in ihrer Titelgeschichte. Neben Top-Kandidat Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) und Thomas Tuchel (PSG) werde auch der Katalane als Dauerlösung nach Interimstrainer Hansi Flick "gehandelt".

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Wie konkret ist das Gedankenspiel? Und wie stehen die Chancen auf eine Umsetzung? SPORT1 ordnet ein.

Pep Guardiola beim FC Bayern in guter Erinnerung

Bekanntermaßen war der 48-Jährige zwischen 2013 und 2016 bei Bayern und zog dann zu ManCity weiter. Seine Erfolgsbilanz: drei auf dominante Weise gewonnen Meisterschaften, zwei Pokalsiege, ein europäischer Supercup und eine Klub-WM-Trophäe.

Dass der ersehnte Champions-League-Titel in der Bilanz fehlt, ist vielfach kritisch angemerkt worden. Bei Bayern überwiegt trotzdem bei weitem die Sehnsucht nach dem Glanz, in dem der Taktik-Vordenker und Weltmann den Klub drei Jahre lang strahlen ließ.


Gerade auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, selbsterklärter "Bruder im Geiste" Guardiolas hat seine besondere Wertschätzung immer wieder offenbart. Dass er Guardiola den roten Teppich ausrollen würde, sollte er Comeback-Gedanken signalisieren, gilt als ausgemacht. Auch in der Mannschaft hat er bis heute viele Fans, Joshua Kimmich etwa ist ein besonders großer.

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Guardiola hat noch immer Wohnung in München

Vor diesem Hintergrund ist die Feststellung der Sport Bild, dass "der eine oder andere beim FC Bayern" von einer Guardiola-Rückkehr "träumt", keine Sensationsnachricht. Aber natürlich: Die offene Trainerfrage bei Bayern verschafft ihr neue Aktualität.

Und auch Guardiolas aktuelle Situation bei ManCity ist ein Nährboden für Spekulationen. Guardiola ist dort im vierten Jahr, spätestens danach hatte er bisher bei seinen bisherigen Klubs Schluss gemacht. Und der Saisonstart in der Premier League lief ja auch nicht nach Wunsch. Könnte da also?

Vor der Sport Bild hatte schon das journalistisch ambitionierte US-Portal The Athletic Guardiola mit einer Bayern-Rückkehr in Verbindung gebracht, mit ähnlichen Indizien: Die Situation bei City, der gute Kontakt nach München, wo Guardiola noch immer eine Wohnung besitzt, der angebliche Umzug von Ehefrau Cristina Serra weg aus Manchester (nach Spanien allerdings, nicht nach München).

Guardiolas Fans hinter den Bayern-Kulissen werden all das mitbekommen haben. Und es wäre in so einer Konstellation kein unübliches Verhalten, Signale zu streuen, dass Guardiola bei Bayern willkommen wäre - wenn ein zweites Engagement denn eine Option für ihn wäre.


"Ich werde hierher zurückkommen, nach Deutschland"

Ob sie das ist, ist die alles entscheidende Frage: Guardiola hat in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass er seinen eigenen Kopf hat und sich nur bedingt hineinreden lässt.

Zwar hat Guardiola eben erst erklärt, dass er für das Angebot des FC Bayern schon einmal seinen Karriere-Plan umgeworfen hat, weil er es als "einmalige Chance" begriffen hatte. Bei Bayern werden sie aber auch noch in guter Erinnerung haben, wie ihr Ex-Coach seinerzeit dann auch einen klaren Schlussstrich zog und all ihre Versuche, ihn von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen, ins Leere laufen ließ.

Und dass er nach seinem feststehenden Abgang 2016 erklärte: "Ich werde hierher zurückkommen, nach Deutschland, vielleicht auch als Trainer." Es kann schlicht eine seiner vielen unverbindlichen Höflichkeitsfloskeln gewesen sein. So wie seine legendäre Behauptung, dass er gern "tausend Dantes" in seinem Kader gehabt hätte.

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Führt Guardiola Katar zur WM 2022? 

Plausibler als eine Bayern-Rückkehr wirkt das immer wieder kolportierte Gerücht, dass Guardiolas nächster Karriere-Schritt die Übernahme eines Nationalteams sein soll. Schon seit Jahren gilt der kommende WM-Gastgeber Katar als wahrscheinliche Option.


Guardiola, der als Spieler dort aktiv war, pflegt freundliche geschäftliche Beziehungen in das politisch umstrittene Emirat. Als Trainer für das Heim-Turnier 2022 und vor allem auch als Imageträger wäre Guardiola für das auch mit dem FC Bayern verflochtene Katar-Regime der größtmögliche PR-Coup - den er sich gewiss einiges kosten lassen würde.

Ob Guardiola diese lukrative Aussicht wirklich für den FC Bayern beiseite schiebt? Der Rekordmeister sollte sich dem Pep-Traum besser nicht zu sehr hingeben.

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