Wann gelingt Brandt der DFB-Durchbruch?

Florian Plettenberg
Sport1

Wann gelingt sein DFB-Durchbruch?

Julian Brandt hat seine Rolle bei Bundestrainer Joachim Löw noch nicht gefunden. Mal kommt er von der Bank, mal steht er in der Startelf. Der 23 Jahre alte Offensiv-Allrounder ist bereits seit August 2016 in der Löw-Auswahl vertreten. Der Sprung zum Stammspieler gelang ihm jedoch noch nicht.


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"Ich glaube schon, dass ich in der Mannschaft gut aufgehoben bin, meine Chancen bekomme und meine Chancen auch nutzen will", erklärte Brandt auf SPORT1-Nachfrage.

Der Dortmund-Neuzugang weiter: "Ich kann mich gut in die Rolle eines Trainers versetzen. Gerade vorne haben wir fantastische Spieler. Da ist es auch nicht einfach, und dann muss man auch manchmal sein Ego ein bisschen zurückstellen."

Beim 4:0 gegen Weißrussland brachte ihn Löw nach 68 Minuten für Timo Werner. In der vordersten Offensivreihe war er dann gezwungen, erneut viel zu rochieren. Löw forderte dies ein. "Wir haben halt keine richtige Neun, deswegen sind wir immer in Bewegung. Das ist auch ein Vorteil für uns, denn so kann man uns nicht richtig greifen. Ich finde es nicht schlimm, dass es so ist", sagte der 29-malige Nationalspieler (zwei Tore).

Hochkarätige Konkurrenz für Brandt

Der gebürtige Bremer hätte eigentlich alle Voraussetzungen für den Durchbruch. Er ruft seine Fähigkeiten auf dem Platz allerdings zu selten komplett ab. Obendrein ist die Konkurrenz immens. Sind sie fit, sind Serge Gnabry und Leroy Sané gesetzt. Brandt muss sich gegen Marco Reus, Timo Werner und Kai Havertz behaupten.

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Brandt ist nicht langsam, er ist trickreich, kann das Spiel schnell machen und hat einen guten Torabschluss. Manchmal, wie in der ersten Hälfte bei kämpferisch starken Nordiren, vermisst man bei ihm die Körperlichkeit. Brandt brauchte erst einen Weckruf in der Halbzeit, um in den zweiten 45 Minuten zu einem der besten Spieler zu avancieren. Gegen Argentinien und Estland durfte er wieder starten, spielte aber unauffällig.

Löw hält weiterhin zu Brandt, sagte am Samstagabend: "Der Julian hat bei uns einen großen Fortschritt gemacht, weil er die Dinge konstanter auf den Platz bringt als noch vor zwei oder drei Jahren."

Brandt sucht auch beim BVB seinen Platz

Auffällig: Auch in seinem neuen Verein schwankt er zwischen Durchschnitt und Weltklasse – und sucht seinen Platz. Zuletzt profitierte er vom Ausfall Marco Reus‘ und spielte im offensiven Mittelfeld. Dort wo er in seinen letzten Monaten bei Bayern 04 Leverkusen groß aufspielte ­– und konstant ablieferte.

Brandt ist selbstreflektiert, immer ansprechbar und selbstkritisch. Einer, der dem DFB mit seiner Persönlichkeit gut zu Gesicht steht und sich trotz seiner Unbeständigkeit seines EM-Tickets bereits im Vorfeld sicher sein dürfte. Er weiß aber auch nur zu gut, dass bei ihm noch viel Luft nach oben ist.


Brandts Hoffnung auf den Durchbruch liegt auch in der Weiterentwicklung des jungen Teams. "Wir müssen noch weiter zusammen reifen, sind noch keine perfekte Mannschaft. Es passt noch nicht alles zusammen. Und es gibt immer wieder Spiele, die nicht so gut sind. Aber daran wachsen wir. Wir haben ja noch ein paar Monate Zeit, aber ich habe ein gutes Gefühl bei der Truppe."

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