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Wie genial ist der Kimmich-Deal wirklich?

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Wie genial ist der Kimmich-Deal wirklich?
Wie genial ist der Kimmich-Deal wirklich?

In Zeiten, in denen sich Klubs häufig mit “geldgierigen Piranhas” herumstreiten müssen, dürften die Verhandlungen mit Joshua Kimmich für die Verantwortlichen des FC Bayern eine willkommene Abwechslung gewesen sein.

Der Bayern-Star verhandelte seinen Vertrag selbst, zog lediglich die Hilfe eines Rechtsanwaltes hinzu. Nicht die eines bekannten Spielerberaters, der ihn das ganze Jahr über begleitet. Einen solchen hat Kimmich nach der Trennung von Ulrich Ferber nicht mehr. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Deal ohne Berater lohnt sich finanziell für Kimmich

“Es war für mich interessant und wichtig, dass ich die Verantwortung über meine Entscheidung trage”, sagte Kimmich beim Pressetalk am Montag, der zu Ehren seiner Vertragsverlängerung bis 2025 beim FC Bayern veranstaltet wurde.

Der 26-Jährige ging damit den Weg, den er auch auf dem Rasen geht. Er übernimmt Verantwortung, zeigt sich selbstbewusst, aber auch wissbegierig und lernwillig. Kimmich beweist einmal mehr, dass er ein kluger Kopf ist und sich verkaufen kann. Und das lohnt sich bei dem neuen Deal mit den Bayern auch finanziell für ihn. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

Das Honorar eines Spielerberaters der Kategorie Fußballprofi liegt in der Regel bei etwa zehn Prozent des Spieler-Gehalts. Laut Sport Bild verdient das “Mentalitätsmonster” der Münchner mit dem neuen Vertrag rund 20 Millionen Euro im Jahr. Pro Jahr würde sich Kimmich in diesem Fall zwei Millionen Euro sparen, über die vier Jahre Laufzeit hinweg ganze acht Millionen.

Der spielende Manager

Neben dem finanziellen Aspekt erarbeitet sich Kimmich ein Standing als spielender Manager. Seine Karriere nach der Karriere scheint schon vorgezeichnet. Womöglich ist er nicht nur der zukünftige Kapitän der Bayern, sondern auch ein zukünftiger Verantwortlicher? Erste Erfahrungen sammelt er bereits.

“Ich habe alles positiv erlebt. Ich glaube, dass er konsequent war und wusste, was er will. Es ist heute außergewöhnlich, dass ein Spieler solche Verhandlungen persönlich führt”, zeigte sich Kahn auf der PK beeindruckt: “Das zeigt schon, dass er Verantwortung übernimmt. Er ist interessiert und will wissen, was auf dieser Ebene passiert. Es hat sich ein bisschen hingezogen, das ist in diesem Alter aber normal.”

Auch Salihamidzic hatte nur Lob für Kimmich übrig: “Es war sehr interessant, mit Joshua an einem Tisch zu sitzen und über solche Vertragssituationen zu sprechen. Er nimmt Sachen selbst in die Hand und das mag ich sehr gerne. Man kann sich mit ihm über mehr unterhalten als Fußball.”

Auch Bayern-Coach Julian Nagelsmann sieht die Verhandlungen von Kimmich als Beweis für dessen Reife und Verantwortungsbewusstsein. “Es hilft, eine gewisse Struktur im Leben zu haben. In seinem Fall passt es gut, dass er es selbst macht. Ich finde es schön, dass er es allein gemacht hat. Er ist Familienvater und er übernimmt Verantwortung. Er hat das wohl sehr gut gemacht und ist hoffentlich auch glücklich mit dem Ergebnis”, sagte Nagelsmann beim Pressetalk am Dienstag vor dem Pokalspiel beim Bremer SV am Mittwochabend.

Berater spricht bei Kimmich-Deal von “Mogelpackung”

Die Vorgehensweise von Kimmich sorgt aber nicht bei jedem aus dem Fußball-Business für Begeisterung. “Es ist ein bisschen eine Mogelpackung, immerhin ist er in einer luxuriösen Position”, sagt Spielerberater Stefan Backs, der unter anderem Alexander Nübel zu seinen Klienten zählt, zu SPORT1.

“Er hatte ein Angebot für eine Verlängerung und wusste, dass es weiter und sogar bergauf geht. Auch eine Vereinssuche fällt bei ihm flach. Es ist leicht, das dann so ins Schaufenster zu stellen”, stellt Backs klar: “Wenn er es komplett allein ohne Rechtsanwalt gemacht hätte, dann hätte ich Wow gesagt. Ich würde aber glauben, dass ihm das als Fußball-Profi zu viel Energie raubt.”

Nagelsmann sieht das ähnlich. “Man muss unterscheiden, ob du deinen Vertrag verlängerst, oder einen neuen Vertrag bei einem anderen Klub unterschreiben willst. Das ist dann etwas schwieriger und geht wohl nicht ohne Berater”, sagte der 34-Jährige.

Der Spielerberater verweist zudem darauf, dass Kimmich ja auch den Rechtsanwalt bezahlen müsse. Von Einsparungen in der Richtung acht Millionen Euro in vier Jahren sei also nicht ganz auszugehen. Außerdem könne ein Rechtsanwalt nicht das liefern, was ein Spielerberater seinen Klienten bietet.

“Wenn er beispielsweise schlechte Presse hat, dann kann ein Rechtsanwalt nicht helfen, ein Spielerberater schon. Er ist in der Situation, die er sich erspielt hat, dass er ganz oben angekommen ist. Dann kann man das auch so machen, 99 Prozent der Spieler können das aber nicht”, glaubt Backs.

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