Warum George Russell im Zweifel eine "Scheißkarre" lieber ist

Norman Fischer
motorsport.com

Kann Williams in diesem Jahr zur Konkurrenz aufschließen? Die Testfahrten waren in dieser Hinsicht ermutigend: So schlimm wie 2019, als das Team den Gegnern um ganze Sekunden hinterherfuhr, sollte es in dieser Saison nicht werden. "Das Auto fühlt sich großartig an", sagt George Russell. Doch der Brite weiß auch, dass es in der Formel 1 nicht immer darum geht.

"Es geht darum, wie gut es um die Strecke fährt. Von daher habe ich lieber ein Auto, das sich scheiße anfühlt, aber schneller als die anderen ist, als umgekehrt", so Russell. Doch dass Williams schneller als alle anderen ist, davon ist nicht auszugehen. Der Brite hatte bei den Testfahrten sogar gemeint, dass er glaubt, dass das Team trotzdem noch das Schlusslicht des Feldes ist.

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"Ich schätze, dass es schon großartig wäre, wenn wir ein anderes Auto besiegen könnten", sagt er auf das anstehende Qualifying angesprochen. Das Ziel sei das aber nicht, wenn er auf das vergangene Jahr blickt. "Wir werden nicht rausfahren und versuchen, das zu erreichen. Wir werden versuchen, das Beste aus dem Auto zu holen - ob das am Ende Rang 19 oder eine Q3-Performance ist, wird sich zeigen."

Für Australien selbst macht sich der Williams-Pilot aber durchaus Hoffnungen. Laut Russell sollte die Strecke dem Team durchaus entgegenkommen, weil es nicht so viele Geraden gibt. "Wir waren im Vorjahr auch in den Ungarns und Singapurs besser als den Monzas", sagt er. Und jetzt seien Abtrieb und Fahrbarkeit auch die größten Verbesserungsbereiche des Autos.

Neben dem FW43 ist aber auch George Russell selbst besser geworden. Vor allem in den Rennsimulationen habe er sich verbessert, was auch durch den Umgang mit den Reifen kommt. Jetzt gelte es, das aber auch von den Testfahrten in die Rennen umzusetzen.

Gleiches gelte für die erste Runde, die er als Schwachpunkt im Vorjahr ansieht. "Ich habe da definitiv keine ausreichend gute Arbeit geleistet", sagt er. Am Ende sei es aber egal gewesen, da die Konkurrenz auf lange Sicht ohnehin weggezogen wäre. "In diesem Jahr muss ich aber die Ellenbogen mehr ausfahren, weil ich nicht am Ende des Feldes herumdümpeln kann."

Als größten Gegner für das Ellenbogen-Vorhaben macht er aktuell Alfa Romeo aus, doch das wird sich zeigen. Eins scheint zumindest festzustehen: "Wir sind definitiv näher dran als vor zwölf Monaten. Ich möchte aber nicht zu viel versprechen", so Russell. "Ich sitze lieber hier und fliege etwas unter dem Radar und komme am Ende mit einem halbwegs ordentlichen Ergebnis um die Ecke."

Mit Bildmaterial von LAT.

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