"Gerechtigkeit für Breonna Taylor": FIA erwägt Untersuchung gegen Hamilton

Maria Reyer
·Lesedauer: 3 Min.

Lewis Hamilton könnte nach dem Grand Prix der Toskana Ärger drohen. Der Brite hat nach seinem 90. Sieg in der Formel 1 auf dem Podium in Mugello ein Shirt getragen mit der Botschaft: "Sperrt die Polizisten ein, die Breonna Taylor getötet haben." Nun erwägt die FIA deshalb eine Untersuchung einzuleiten, weil explizit politische Botschaften untersagt sind.

Der Mercedes-Pilot ist die treibende Kraft hinter der Anti-Rassismus-Initiative der Formel 1. Auch am neunten Rennwochenende der Saison knieten die Piloten vor dem Start für mehr Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Hamilton hatte diesmal ein besonderes Shirt an, das an die erschossene 26-jährige Taylor erinnern soll.

"Sechs Monate ist es her, dass Breonna Taylor von Polizisten getötet wurde, in ihrem eigenen Zuhause. Noch immer hat sie keine Gerechtigkeit erfahren. Wir werden nicht schweigen", schrieb der Brite nach dem Grand Prix in Italien auf Social Media zu einem Bild des Shirts. Zuvor hatten sich bereits andere Sportstars, wie etwa die Tennisspielerin Naomi Osaka oder Basketballer LeBron James, ähnlich geäußert.

"Gerechtigkeit für Breonna Taylor", forderte Hamilton dann auch direkt nach der Zieldurchfahrt und trug das Shirt auch auf dem Podium. Später erklärte er sein Ausscheren aus der Reihe der Piloten, die traditionell das "End-Racism"-Shirt angezogen haben. "Das ist keine Änderung, wir kämpfen immer noch für dieselbe Sache."

Im Kern geht es Hamilton bei all den Black-Lives-Matter-Protesten darum, dass People of Color gleichberechtigt behandelt und nicht mehr aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden sollen. Der Fall Taylor sei einer von vielen, auf den der Weltmeister aufmerksam machen möchte.

"Es hat lange gedauert, bis ich das Shirt bekommen habe. Ich wollte es unbedingt anziehen und Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Menschen auf der Straße oder gar in ihrem eigenen Zuhause getötet werden - und die [Mörder] frei herumlaufen", prangert Hamilton an.

"Deshalb hören wir nicht auf. Wir müssen weiterhin darauf aufmerksam machen." Hamilton bedankt sich deshalb bei Osaka, die Siegerin der US Open hat mit ihren Masken ebenso Zeichen gesetzt. "Naomi hat das großartig gemacht, ich möchte ihr gratulieren."

Sie sei eine "unglaubliche Inspiration", so Hamilton. Wie die 'Daily Mail' und die 'BBC' vermelden, erwägt die FIA nun allerdings eine Untersuchung einzuleiten, weil der Brite mit seiner Botschaft auf dem Shirt womöglich gegen Statuten des Weltverbandes verstoßen hat.

Darin steht allerdings unter Punkt 1.2 nur in Bezug auf die FIA selbst geschrieben, dass der Weltverband Tätigkeiten aus politischer Überzeugung zu unterlassen hat. Im Sportkodex steht unter Punkt 10.6.2: "Teilnehmer, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen, dürfen an ihren Fahrzeugen keine Werbung anbringen, die politischer oder religiöser Natur ist oder den Interessen der FIA schadet."

Das Mercedes-Team antwortet auf Twitter auf Vorwürfe, Hamilton würden den Sport für politische Zwecke nutzen. Die Mannschaft verteidigt den Superstar mit den Worten: "Das ist nicht Politik, das sind grundlegende Menschenrechte."

Am 13. März wurde Breonna Taylor in Louisville, USA, nachts in ihrer eigenen Wohnung von mehreren Polizisten bei einem Schusswechsel erschossen. Der Tod der Rettungssanitäterin stand als einer von vielen im Laufe der BLM-Proteste im Fokus.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.