Gerhard Berger: Red Bull kommt an Sergio Perez nicht vorbei

Christian Nimmervoll
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Die Entscheidung darüber, wer bei Red Bull 2021 neben Max Verstappen im zweiten Cockpit sitzen wird, ist möglicherweise bereits gefallen. Offiziell kommuniziert wurde sie aber noch nicht. Laut Informationen von 'auto motor und sport' wird die Pressemitteilung am Freitag verschickt. Das passt zeitlich zu jenem Rahmen,den Helmut Marko gegenüber 'motorsport.com' definiert hat.

Seit der britische Pay-TV-Sender 'Sky' am Sonntagabend darüber berichtet hat, dass die Wahl wohl auf Sergio Perez fallen wird, verdichten sich diese Gerüchte immer weiter. Sehr zum Bedauern der Fans von Nico Hülkenberg, denn um dessen Chancen ist es zuletzt ruhig geworden. Und: Perez' Bruder hat erst dieser Tage auf Social Media ein Foto mit einer Red-Bull-Dose gepostet. Ein Zeichen?

Das muss für sich genommen natürlich nichts bedeuten. Schon spannender ist, was einer zu sagen hat, der Red Bull von innen heraus kennt und mit den Entscheidungsträgern im Austausch steht: Der ehemalige Toro-Rosso-Miteigentümer und -Teamchef Gerhard Berger war am Montag zu Gast bei Red Bull am Hangar-7 und hat bei 'ServusTV' über das Fahrerthema gesprochen.

Es schlagen "zwei Herzen in meiner Brust", sagt Berger: "Einerseits hat man natürlich mit Albon einen jungen Fahrer, dem man die Chance geben will, den man ausbilden will, den man zum Siegfahrer bringen will. Andererseits hat man maximalen Druck. Perez, das weiß man, ist eine konstante Größe. Der ist sehr schnell, hat jetzt einen Grand Prix gewonnen."

"Und eines ist schon klar: Wenn man da vorne fährt, kann man es sich fast nicht leisten, nicht zwei Topleute zu haben und wirklich auf maximale Punktejagd zu gehen", warnt Berger etwa vor einem wiedererstarkten Ferrari oder einem verbesserten McLaren mit Mercedes-Motor: "Da braucht man nicht lang irgendwo Punkte verspielen, dann ist man am Ende des Jahres einen Platz weiter hinten."

Red Bull sei "bekannt dafür, loyal zu sein", findet Berger, und darum habe Albon "sicherlich seine Chance". Doch unterm Strich sei klar: "Wenn man wirklich auf maximale Leistung geht, wird man unter Umständen an Perez nicht vorbeikommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Verstappen-Perez schon eine starke Kombination wäre."

Wäre Berger selbst an der Stelle von Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko, "wüsste ich nicht, wie ich tatsächlich entscheiden würde", gibt er zu. Einerseits gehe er nämlich "immer auf maximale Leistung", andererseits sei Albon ein Mann für die Zukunft. Und, was er nicht sagt: Ein Fahrer mit einem thailändischen Reisepass genießt womöglich den Schutz der Eigentümerfamilie Yoovidhya.

Aber Berger betont: "Mit Max Verstappen hat man einen absoluten Topmann, der wirklich absoluter Weltmeisterschaftskandidat ist. Aber man muss sich auch hinten absichern, denn von hinten drängen schon wieder die nächsten Teams. Das Ziel von Red Bull muss ganz klar sein, Weltmeister zu werden, einerseits bei den Fahrern, andererseits auch in der Teamwertung."

Mit Bildmaterial von ServusTV.