German Großangriff: Wohin geht Chelseas Millionen-Reise?

Carsten Arndt
Sport1

Ist Agent Rudi etwa wieder auf geheimer Mission?

Am Donnerstag gratulierte Antonio Rüdiger seinem Nationalmannschaftskollegen Kai Havertz via Twitter zum Geburtstag.

"Happy Birthday my brother", schrieb der Innenverteidiger und teilte ein gemeinsames Foto der beiden im DFB-Dress. Unverfänglich, sollte man meinen.

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Und doch ausreichend, um im Kosmos des FC Chelsea für helle Aufregung zu sorgen. "Agent Rudi at it again" (Agent Rudi wieder am Werk), twitterten gleich mehrere Anhänger der Blues.

Rüdiger als Joker im Werner-Poker?

Hintergrund: Innenverteidiger Rüdiger, der Timo Werner aus gemeinsamen Tagen beim VfB Stuttgart und der Nationalmannschaft kennt, und mit dem Noch-Leipziger befreundet ist, soll schon dem DFB-Stürmer London und den CFC schmackhaft gemacht haben.

Vermittelt er nun etwa auch zwischen Havertz und Chelsea? Gleich mehrere englische Medien widmeten Agent Rudi jedenfalls einen entsprechenden Artikel.

Ein weiterer Beweis dafür, dass sich der Wind im Südwesten von London gedreht hat. Von einem Team, dessen Zenit weit überschritten war, hin zum vielleicht spannendsten Projekt im englischen Fußball.

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Lampard krempelt Chelsea um

Als Projektleiter fungiert Klub-Legende Frank Lampard, der im Sommer 2019 das Amt des Cheftrainers übernahm und aus der Not einer von der FIFA verhängten Transfersperre eine Tugend machte.

Ex-Nationalspieler Lampard trieb die radikale Verjüngung im Kader voran. Er überzeugte Callum Hudson-Odoi, nicht zum FC Bayern zu wechseln, er verhalf eigenen Nachwuchsspielern wie Tammy Abraham, Mason Mount oder Rechtsverteidiger Reece James zu Einsatzzeiten und damit auch zum Durchbruch auf Profi-Ebene.


Derzeit liegt Lampards Truppe auf Rang vier in der Premier League, die am 17. Juni fortgesetzt werden soll.

Die Champions League oder zumindest die Europa League sollte am Ende drin sein, der Rückstand auf Tabellenführer Liverpool ist mit 34 Punkten (!) allerdings gigantisch. (Tabelle der Premier League)

Chelsea greift auf dem Transfermarkt an

Um die Lücke zu den übermächtigen Reds zu verkleinern und in naher Zukunft auch wieder um den Titel mitspielen zu können, soll der Umbruch nach der Saison weiter vorangetrieben und das durch die Transfersperre gesparte Geld offenbar auf dem Transfermarkt reinvestiert werden.

Der Verkauf von Álvaro Morata an Atlético Madrid ist bereits in trockenen Tüchern und bringt 56 Millionen Euro ein, die Verträge der Großverdiener Pedro und Willian laufen aus und sollen nicht verlängert werden.

Demgegenüber steht Hakim Ziyech, der für 40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam verpflichtet wurde. Timo Werner wird aufgrund seiner Ausstiegsklausel zwischen 55 und 60 Millionen Euro kosten.


Mit Ben Chilwell hat Lampard zudem einen Favoriten für die Position des Linksverteidigers auserkoren.

Da der 23 Jahre alte englische Nationalspieler keine Ausstiegsklausel besitzt und sich Leicester bereits in der Vergangenheit immer wieder als harter Verhandlungspartner erwiesen hat, dürfte sich seine Ablöse in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Werner und Ziyech einpendeln.

Deutsche Achse unter Nagelsmann bei Chelsea?

Und dann auch noch Havertz? Wie transfermarkt.de aus England erfahren haben will, wollen die Verantwortlichen der Blues künftig auf eine deutsche Achse setzen.

Komplettiert werden soll das Trio Rüdiger, Werner und Havertz von keinem Geringeren als Julian Nagelsmann.

Demnach soll die Mannschaft nach der Saison 2020/21 an den aktuellen Trainer von RB Leipzig übergeben werden.

Lampard sei für die Konsolidierungsphase geholt, Nagelsmann als Wunschtrainer der Zukunft auserkoren worden, um die Blues langfristig an die europäische Spitze zu führen.  

Wie viel Wahrheitsgehalt hinter dieser Geschichte steckt, ist derzeit noch schwer zu beurteilen. Chelseas Anhänger jedenfalls werden Antonio Rüdigers Social-Media-Account sicherlich ganz genau im Auge behalten.

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