Gerrards erstaunlicher Weg zum Erfolgstrainer

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Analytischer Stratege, nimmermüder Kämpfer und geborener Leader: Die Vorzeichen bei Steven Gerrard waren früh klar.

"Steven war bereits als Kind eine echte Führungspersönlichkeit", sagte seine erste Schul-Lehrerin Gill Morgan einst: "Er hat seine Mitspieler in der Schulmannschaft aber nie richtig kritisiert. Er hat ihnen einfach gezeigt, wie sie es besser machen können."


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Gerrard haucht den Glasgow Rangers Leben ein

Eine Tugend, die ihm nun bei seiner zweiten Karriere im Profifußball sehr zu Gute kommt. Als Teammanager der Glasgow Rangers kann er seine bereits als langjähriger Kapitän des FC Liverpool vorgelebten Prinzipien weitergeben.

"Steven will immer, dass du das Beste aus dir herausholst", sagte Dietmar Hamann, ehemaliger Mitspieler bei den Reds: "Sein Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen, färbt auf alle ab."

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So auch beim viele Jahre "schlafenden Riesen" aus Glasgow. Nach der Insolvenz im Jahr 2012 sowie der mühsamen und zunächst wenig verheißungsvollen Rückkehr in die Erstklassigkeit hat Gerrard dem 54-maligen schottischen Meister wieder Leben eingehaucht. Zweimal Platz zwei in der Liga, endlich wieder ein echter Meisterkampf mit dem ewigen Rivalen Celtic und dazu die zweimalige Qualifikation für die Hauptrunde in der Europa League.


Dabei kam die Verpflichtung des 114-maligen englischen Nationalspielers im Juni 2018 durchaus überraschend, hatte er doch nur ein Jahr Trainererfahrung in der U18 von Liverpool vorzuweisen. Die öffentliche Kritik war groß, doch ausgerechnet sein einstiger Erzrivale Frank Lampard sprang ihm zur Seite: "Die Leute denken, dass er freie Fahrt bekommt, weil er ein erfolgreicher Spieler war. Es ist aber wahrscheinlich genau umgekehrt. Ich denke, Steven wird ein absoluter Top-Trainer."

Gerrard muss eine Krise meistern

Gerrard überzeugte die Entscheidungsträger in Glasgow eben nicht nur mit seiner ruhmreichen Vergangenheit, sondern mit Persönlichkeit: "Von dem Moment an, in dem ich Steven traf, konnte ich erkennen, dass er der richtige Mann war, um uns zu helfen, diesen Klub auf dem Platz voranzubringen", begründete Rangers-Vorstandsboss Dave King damals die Einstellung des Trainernovizen.


Vor den Europa-League-Duellen mit Bayer Leverkusen wächst nach dem überraschenden Aus im nationalen Pokal und nur zwei Siegen aus den letzten sechs Ligaspielen allerdings die Kritik, Gerrard muss seine erste Krise meistern. "Ich wusste immer, dass es harte Zeiten wie diese geben würde", sagte der 2007 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagene 39-Jährige: "Wenn du auf diesem Niveau überleben willst, musst du dich ziemlich schnell von solchen Rückschlägen erholen und weiterkämpfen."

Wie er es auch im Trikot des FC Liverpool immer vorgelebt hatte. Beim Champions-League-Sieger stehen Gerrard deshalb für seine Zukunft auch alle Türen offen. Jürgen Klopp betonte bereits: "Keiner sollte überrascht sein, wenn wir einen Platz für Stevie finden werden."

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