Giancarlo Minardi: Für Ferrari wäre es leichter, wenn Vettel zurücktritt

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Nach der Saison 2020 trennen sich die Wege von Sebastian Vettel und Ferrari. Doch kommt es davor womöglich noch zum großen Knall? Diese Befürchtung hat zumindest Giancarlo Minardi, Gründer des gleichnamigen ehemaligen Formel-1-Teams. Gegenüber 'Il Resto del Carlino' erklärt er, dass es für die Ferrari-Führung 2020 noch einige Probleme geben könnte.

"Ich wäre nicht gerne an [Mattia] Binottos Stelle. Wenn Vettel plant, am Ende der Saison aufzuhören, dann wäre es für das Team leichter", glaubt Minardi und erklärt: "Wenn Seb 2021 weiterfahren will, dann wird es für Ferrari sehr schwer, das zu managen. Denn er wird beweisen wollen, dass er noch immer ein Toppilot ist." Mit dieser Meinung steht Minardi nicht alleine da.

Sky-Experte Martin Brundle erklärte beispielsweise bereits, dass Vettel 2020 nur noch für sich selbst fahren werde, und auch Piero Ferrari prophezeite Ferrari und Teamchef Binotto in diesem Jahr "eine schwierige und ungewöhnliche Situation". Im Hinblick auf das folgende Jahr 2021 ist Minardi mit der Wahl von Vettels Nachfolger ebenfalls nicht ganz glücklich.

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"Ich hätte [Antonio] Giovinazzi eine Chance gegeben", so der 72-Jährige. Das sei allerdings nicht als Kritik an Carlos Sainz zu verstehen. "Die Wahl von Sainz ist die richtige Richtung. Ich habe ihnen sogar schon vor einem Jahrzehnt vorgeschlagen, ihn ins Nachwuchsprogramm aufzunehmen", betont Minardi. Trotzdem hätte er sich Giovinazzi im Ferrari-Cockpit gewünscht.

Laut Minardi wäre es gerade in dieser schwierigen Zeit ein tolles Zeichen gewesen, einen Italiener ins Auto zu setzen. Aus sportlicher Sicht sei die Wahl von Sainz jedoch richtig. "Ich verstehe, dass sie eine andere Entscheidung getroffen haben", so Minardi, der auch nicht glaubt, dass die Fahrerpaarung aus Charles Leclerc und Sainz zu unerfahren ist.

Zum ersten Mal seit der Saison 2007, als man mit Felipe Massa und Kimi Räikkönen fuhr, wird die Scuderia 2021 keinen aktuellen oder ehemaligen Weltmeister im Auto haben. Für Minardi ist das aber kein Problem, weil Leclerc bereits Rennen gewonnen habe und Sainz "solide" sei und das Auto in jedem Rennen "ohne Fehler" ins Ziel bringen könne.

Mit Bildmaterial von LAT.

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