"Gigantisch" - Experte Kuhn erklärt das Phänomen Brady

Franziska Wendler
·Lesedauer: 3 Min.

In weniger als zwei Wochen ist es soweit, dann steigt im Stadion der Tampa Bay Buccaneers im US-Bundesstaat Florida der Super Bowl LV.

Mit Tom Brady und seinen Bucs spielt dabei erstmalig eine NFL-Franchise das Endspiel um die Vince-Lombardi-Trophy im eigenen Stadion. Ein weiterer Rekord des Quarterbacks in einer schier endlos erscheinenden Liste von Erfolgen.

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Im fast schon biblischen Sportler-Alter von 43 Jahren steht TB12 zum insgesamt zehnten Mal in seiner Karriere im größten Sportereignis der Welt. Wenn es nach Ex-NFL-Profi Markus Kuhn geht, bleibt das eine einmalige Leistung.

"Ich glaube nicht, dass es jemals wieder ein Spieler schafft, in zehn Super Bowls zu spielen. Es ist schwierig vorzustellen, dass dieser Rekord jemals geknackt wird", betont Kuhn im Gespräch mit SPORT1.

Brady hat es als Quarterback leichter

Dass ihm nach seinem Wechsel von den Patriots zu den Buccaneers gleich in seiner ersten Saison der Einzug ins Endspiel gelingen würde, hielten viele Fans für nicht allzu wahrscheinlich.

Ganz im Gegensatz zum früheren Giants-Profi: "Wenn man sich seine Historie anschaut und auch seine Spiel- und Führungsqualitäten, dann hat man schon damit rechnen können, auch mit dem Gerüst um ihn herum im Team, dass er weit kommt und es in die Playoffs schafft", meint Kuhn.

Trotz Bradys fortgeschrittenem Alter performt er immer noch auf höchstem Niveau. Zu verdanken ist dies auch seiner Position als Spielmacher. "Auf anderen Positionen wäre das natürlich schwieriger. Er muss 'nur den Ball werfen'. Es ist etwas einfacher, das auch im fortgeschrittenen Alter zu machen", erklärt der frühere Defensive Tackle. (Alles zur NFL)

"Gigantische" Würfe gegen die Packers

Gegen die Packers wurde es im Championship Game der NFC extrem knapp. Nach einer starken ersten Halbzeit warf Brady nach der Pause gleich drei Interceptions, dennoch reichte es für ihn zum Sieg.

"Ich glaube, irgendwann haben sich seine Stärken einfach durchgesetzt. Natürlich war mit Green Bay auch ein extrem starkes Team auf der anderen Seite, da läuft nicht immer alles glatt. Aber ich glaube, dass man seine Größe durch die Bank weg sieht, man muss vier Viertel lang Football spielen. Auch wenn er dann mal einen Ball erzwingen muss und dieser deswegen abgefangen wird, kann er es halt trotzdem noch schaffen", analysiert Kuhn.

"Vielleicht ist auch die individuelle Leistung nicht ganz so wichtig. Aber wenn man gerade ein paar Bälle gesehen hat, die er angebracht hat, wenn es hat sein müssen. Das war einfach gigantisch, was er da für Würfe wieder hinbekommen hat."

Mahomes im Super Bowl Favorit

Diese Würfe haben den Quarterback-Superstar nun erneut in den Super Bowl geführt. Mit den Kansas City Chiefs und Spielmacher Patrick Mahomes wartet dort aber der aktuelle Champion.

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Ein Duell, in dem zwei Quarterbacks spielen, die "eigentlich jeden Wurf an den Mann bringen und schwierige Situationen gut spielen können", schwärmt Kuhn.

Trotz der einmaligen Chance, als erster Spielmacher den Super Bowl im heimischen Stadion gewinnen zu können, sieht Kuhn Mahomes leicht im Vorteil. Vor allem, weil die Chiefs im Allgemeinen aktuell das beste Team der Liga seien.

Andererseits: "Gegen Brady zu wetten, ist eigentlich schon fast dumm", orakelt Kuhn.

Brady für Kuhn der GOAT

Der Vertrag von TB12 bei den Buccaneers läuft nach der kommenden Saison aus. Ob er danach noch weitermacht, oder im Falle eines Super-Bowl-Sieges bereits nach dieser Saison seine Karriere beendet, bleibt abzuwarten.

Markus Kuhn könnte sich ob Bradys Leistung auch vorstellen, dass er noch fünf Jahre weitermacht. Und auch die Diskussion, ob Brady der GOAT unter den NFL-Quarterbacks ist, hält Kuhn für beendet.

"Man hätte eigentlich schon vorher keine Zweifel haben sollen. Aber wer welche gehabt hat, der sollte nun endgültig still sein."