Gladbacher Choreographie zerstört - Reinigungsfirma erklärt den Megabock

Andreas Siegert
90Min

Ein Reinigungsdienst zerstört die 3000 qm große Blockfahne für eine Choreographie der Mönchengladbacher Fans. Nun gibt es eine offizielle Erklärung. Die betroffenen Ultras ziehen bereits ihre Konsequenzen.

Es sollte der würdige Rahmen für ein Pokal-Halbfinale werden, doch der Reinigungsdienst GEM machte die Choreo der Gladbacher Anhänger zunichte. Wie es bei solchen großen Aktionen üblich ist, wurde die ca. 3000 qm große Fahne bereits im Vorfeld der Partie in der Nordkurve des Borussia-Parks platziert. Ebenso wollte der Reinigungsdienst vor der Partie die letzten Aufräumarbeiten im Stadion vornehmen. Dabei stießen die Mitarbeiter auf die angesprochene Fahne und hielten diese für Müll. Doch wie konnte so etwas passieren. Wie konnte man eine so große Fahne für Abfall halten? Das erklärt GEM jetzt in seinem Statement zum Vorfall: Man habe die Blockfahne für Müll gehalten, da man sonst stets über bereits ausgelegte Materialien für geplante Choreografien informiert werde und dies in diesem Fall nicht geschehen sei. Des weiteren bedauere man den Vorfall sehr.

​Man versucht den schwarzen Peter also an den Verein weiterzugeben. Mit dieser Einstellung ist der Reinigungsdienst übrigens nicht allein. Die betroffene Gruppe aus der Fanszene "Sottocultura" stößt ins selbe Horn: "Es handelt sich hier in unseren Augen nämlich nicht lediglich um einen Fehler des Reinigungsdienstes GEM, sondern vorallem um ein Versagen des Vereins, welches durch die völlige Gleichgültigkeit gegenüber einer so großen Fanaktion entstanden ist.", heißt es im offiziellen Statement. Angesichts der Tatsache, dass viel Arbeit hinter einer solchen Choreo steckt und die Kosten von 7.000 Euro - wie es in der deutschen Fanszene üblich ist - lediglich aus Spenden finanziert wurden, ist der Ärger der Gruppe verständlich. Als Konsequenz stellt man ab dem kommenden Heimspiel vorerst die Aktivitäten im Borussia-Park ein. Darüber hinaus verzichtet man in Zukunft auf Privilegien. Die Mikrofonanlage aus dem Block wurde bereits zurückgegeben und der Verkaufscontainer im Stadion schon geräumt.

Hätten die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach einfach einen Anruf getätigt und den Reinigungsdienst informiert, hätte man das Fahnen-Desaster wohl verhindern können. Trotzdem darf man sich die Frage stellen, wie der gesunde Menschenverstand darauf kommen kann, dass es sich bei einer 3000 qm-Fahne um Müll handelt. Wenn man mit der Fankultur in deutschen Stadien nicht vertraut ist, hätte man beim Vorfinden eines solchen Gegenstandes auch einfach mal nachfragen können. So wurde das ohnehin angespannt Verhältnis zwischen Verein und Fanszene in Mönchengladbach weiter geschädigt und dem deutschen Fußballfan eine weitere beeindruckende Choreographie verwehrt



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