Was Gladbachs Remis für das Real-Heimspiel bedeutet

SPORT1
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Zumindest "Lehrer" Marco Rose war zufrieden mit dem Klassenausflug nach Italien.

"Wir sind jetzt in der Champions League angekommen. Vielleicht gibt uns dieses Spiel einen Lerneffekt für Real Madrid", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach, ehe er im feinen Zwirn den Heimflug antrat.

Die Stimmung an Bord pendelte nach dem seltsamen 2:2 (0:0) bei Inter Mailand allerdings irgendwo zwischen Stolz und Frust.

Gladbach gewinnt nach Rückstand "an Traute"

Viel zu lange waren die Fohlen in San Siro aufgetreten wie Schüler in einer neuen Klasse: mutlos, zurückhaltend, vorsichtig. Aber warum? "Vielleicht, weil es Champions League war, weil es etwas Besonderes war", sagte Weltmeister Christoph Kramer.

Lothar Matthäus, einst für beide Klubs aktiv, befand im Sky-Studio, die Borussia sei zu Beginn "zu grün" für die Champions League gewesen.

Das änderte sich erst nach dem Rückstand durch Romelu Lukaku (49.). Und wie. "Wir haben an Traute gewonnen", sagte Rose über die starke letzte halbe Stunde.

Nach den Toren von Ramy Bensebaini (63./Foulelfmeter) und Jonas Hofmann (84.) war plötzlich sogar der Sieg zum Greifen nahe, doch Lukaku (90.) schlug auf den letzten Metern erneut zu. "Wenn du so spät führst, hättest du natürlich schon gerne die drei Punkte", sagte Rose.

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Real-Niederlage stellt Gruppe auf den Kopf

So aber herrschte beim Rückflug eine Mischung aus "bitterer Enttäuschung" (Hofmann) und "Freude über den Punkt" (Kramer).

Was dieser Zähler wert ist, wird sich schon am Dienstag im Heimspiel gegen Real Madrid zeigen. Weil der spanische Rekordmeister zum Auftakt überraschend gegen Donezk verlor, ist die Tabelle in der "Todesgruppe B" derzeit auf den Kopf gestellt.

"Real hat bislang immer die Gruppenphase überstanden. Man kann davon ausgehen, dass sie wissen, was sie an Punkten brauchen und dementsprechend auch auftreten", sagte Rose, der nun auf den besagten "Lerneffekt" bei seiner Mannschaft hofft: "Für uns wird es darum gehen, gegen Real die letzte halbe Stunde von Mailand auf den Platz bringen." Und zwar von Anfang an.

Kramer flachst über Neuhaus-Vorlage

Und vielleicht gelingt Neu-Nationalspieler Florian Neuhaus dann ja erneut ein Geistesblitz wie vor dem 2:1. Sein Flachpass über 50 Meter auf Hofmann war das Highlight des Spiels. Auch wenn Kramer seinen eigenen Anteil beanspruchte: "Ich habe Flo gesagt: Schieß den Ball durch die Lücke. Die Lücke hat fast jeder gesehen", sagte Kramer mit einem Augenzwinkern und befand: "Das war Teamwork."

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Und so waren die Frischlinge der Königsklasse am Ende dann doch irgendwie zufrieden. "Man hat schon gesehen, dass wir nicht jeden Tag in der Champions League unterwegs sind", sagte Reiseleiter Rose. Aber sein Team sei nun ein Stück schlauer geworden: "Wir nehmen den Punkt und die Erfahrung mit. Jetzt sind wir mit einem Punkt in Mailand gestartet, und das ist dann auch nicht so schlecht."

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)