Gladbachs Zauberpass, der die ganze Welt begeistert

Jonas Nohe
·Lesedauer: 3 Min.

Der erste Champions-League-Spieltag der neuen Saison ist Geschichte.

Viel wurde geschrieben über den FC Bayern, der nahtlos da anknüpfte, wo er beim Titelgewinn beim Finalturnier in Lissabon vor knapp zwei Monaten aufgehört hatte.

Über den BVB, der mal wieder das enttäuschende seiner zwei Gesichter zeigte.

Ein bisschen was auch über den Auftaktsieg von RB Leipzig - und insgesamt nur wenig über Borussia Mönchengladbach.

Gladbach holt einen Punkt bei Inter Mailand

Ein 2:2 bei Inter Mailand bei der Rückkehr auf die große europäische Fußballbühne, das war natürlich aller Ehren wert. Aber so ein Unentschieden ist eben nichts für die großen Schlagzeilen.

Und so wird von diesem Spiel vor allem eine Aktion in Erinnerung bleiben, die der Borussia rund um den Globus jedoch mehr Aufmerksamkeit verschaffte als ein 2:1-Sieg, wenn Romelu Lukaku kurz vor Schluss nicht noch den Ausgleich für die Nerazzurri erzielt hätte.

Die Rede ist - natürlich - von Florian Neuhaus' Zauberpass vor dem Tor zum Gladbacher 2:1 durch Jonas Hofmann.

Dieser "unfassbare Monster-Pass" (FUMS), dem 11Freunde am Donnerstag gar eine ausführliche Eloge in knapp 5000 Zeichen widmete, schlug weit über den deutschen Fußball hinaus hohe Wellen.

"Der befriedigendste Assist, den Sie in der ganzen Saison sehen werden", schrieb das englische Sportportal SportsJOE - und forderte seine User zugleich auf: "Nennt einen besseren Assist als diesen. Wir warten."

Hofmann vor Tor perfekt bedient

Und in der Tat: Wie Neuhaus in dieser 84. Minute im Giuseppe-Meazza-Stadion aus der eigenen Hälfte, knapp fünf Meter hinter dem Mittelkreis, mit einem messerscharfen Steilpass auf einen Schlag sechs Inter-Spieler aushebelte, und Hofmann dadurch aus halbrechter Position frei auf Torwart Samir Handanovic zulaufen konnte, das war schon ganz große Fußballkunst.

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Denn Neuhaus hatte den Ball nicht über die Mailänder hinweg gespielt, sondern flach zwischen ihnen hindurch. Der perfekte Schnittstellenpass - nur eben nicht durch eine, sondern gleich durch drei Schnittstellen auf einmal.

"Ich kann nicht aufhören, über diesen Ball von Florian Neuhaus nachzudenken. Er wird mich heute Nacht in meinen Träumen begleiten", schwärmte der US-amerikanische Sportjournalist Luis Miguel Echegaray bei Twitter: "Er war so schön, dass er mich Freudentränen weinen lässt, weil ich es nicht fassen kann."

Lauffeuer: Video des Passes verreitet sich bei Twitter und Facebook

Der französische Journalist Tanguy Le Seviller verspürte "Glückseligkeit", der englische TV-Sender BT Sport bescheinigte Neuhaus eine "unerhörte Übersicht", Aritz Abilondo von der spanischen As sah "eine der besten Torvorlagen, an die ich mich erinnere".

Dazu lief das Video, ob rechtlich einwandfrei oder nicht, auf zahlreichen Twitter- und Facebook-Accounts auf der ganzen Welt rauf und runter.

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Sogar der DFB sprang auf den Neuhaus-Hype auf und veröffentlichte im Trainerbereich seiner Homepage prompt einen Artikel unter der Überschrift: "Macht's wie Neuhaus und Kimmich: Traumpässe spielen".

DFB ruft auf: "Macht's wie Neuhaus und Kimmich"

Bayern-Profi Joshua Kimmich hatte beim 4:0 gegen Atlético Madrid den Führungstreffer durch Kingsley Coman mit einem traumhaften Flugball in den gegnerischen Strafraum vorbereitet.

"Fußball ist und bleibt ein Teamsport, bei dem es vorrangig auch auf das Zusammenspiel ankommt", schrieb der DFB daher vollkommen zu Recht und betonte: "Das Passen als Basis des Zusammenspiels gehört dabei bereits bei den Jüngsten auf den Trainingsplan."

Bleibt zu hoffen, dass sich möglichst viele Trainer diesen Hinweis zu Herz und möglichst viele Nachwuchskicker den Pass von Neuhaus als Beispiel nehmen.

Auch wenn er ihnen bei einer Million Versuchen vielleicht nur ein Mal gelingt.