"Glaube immer noch daran": Ricciardo gibt Traum vom WM-Titel nicht auf

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Seit Daniel Ricciardo im Jahr 2011 seine erste Formel-1-Saison bestritten hat, feierte er sieben Siege und wurde zweimal WM-Dritter (2014 und 2016), beide Male mit Red Bull. Bei Renault, wo der Australier in der vergangenen Saison andockte, waren ihm solche Erfolge noch nicht vergönnt. Ende des Jahres endet sein Vertrag.

Inzwischen ist bekannt, dass er Renault am Saisonende 2020 in Richtung McLaren verlassen wird. Der Traum vom ersten WM-Titel lebt in jedem Fall weiter: "Mein grundlegendes Ziel bei dieser ganzen Reise war nicht nur der Einstieg in die Formel 1. Es ging darum, sie als Weltmeister zu verlassen", so Ricciardo in einem Interview, das bereits vor seinem Renault-Abschied aufgezeichnet wurde.

"War ich aufgeregt, in die Formel 1 zu kommen? Auf jeden Fall. Gefällt es mir? Ja. Ich bin noch nicht dort angekommen. Aber gefällt es mir trotzdem? Ganz und gar", erklärt der Australier im Gespräch mit 'BBC Radio 5 Live'. Aber er gibt auch zu, dass er enttäuscht wäre, würde sich sein großer Traum nicht doch noch erfüllen.

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"Wenn es heute enden würde, wäre ich dann enttäuscht? Ein großer Teil von mir wäre es, weil es etwas ist, von dem ich wirklich glaube, dass ich gut genug bin, um es zu erreichen." Deshalb sei der Tag, an dem er aufhört daran zu glauben, wahrscheinlich auch der Tag, an dem er den Sport aufgeben wird, blickt Ricciardo voraus.

An diesem Punkt sei er aber noch längst nicht angekommen: "Ich glaube immer noch daran, dass es geschehen kann." Zugleich weiß der scheidende Renault-Pilot um die Schwierigkeit, dieses Ziel zu erreichen - gerade mit Blick auf die Regelnovelle, die die Formel 1 ab 2022 wieder enger zusammenrücken lassen und spannender machen soll.

Ricciardo gibt zu: "Es ist frustrierend, dass der Sport ziemlich viel davon abhängt, dass man mit der richtigen Ausrüstung in der richtigen Saison unterwegs ist." Das eigene Können sei nur eines von vielen Puzzleteilen. "Aber das ist es, wofür ich mich angemeldet habe. Und das ist an sich schon ein aufregender Teil des Sports."

"Die Herausforderung besteht darin, sich in diesem Moment mit dem besten Team zu positionieren, und wenn sich die Regeln ändern, stellt sich die Frage, ob es immer noch das richtige Team ist oder uns etwas fehlt. [...] Es ist oft eine Art Schachspiel. Ich wünschte, es wäre schwarz-weiß und jeder hätte dasselbe", erklärt der 30-Jährige.

Denn dann könne man sehen, wer wirklich der Beste ist, "aber so funktioniert es nicht". Trotzdem glaubt Ricciardo, dass die besten immer einen Weg finden werden, um es an die Spitze zu schaffen. Zu ihnen zählt der Australier auch sich selbst - weshalb er rasch einen neuen Arbeitgeber gefunden hat, als ihm klar war, dass er Renault verlassen möchte ...

Mit Bildmaterial von LAT.

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