Glock über Abt-Skandal: "Audi wollte ihn loswerden"

Sven Haidinger
motorsport.com

War Daniel Abts Vergehen bei der "Race at Home Challenge", sich ohne Ankündigung durch einen professionellen Sim-Racer vertreten zu lassen, für Audi nur ein Vorwand, um den Formel-E-Piloten loszuwerden?

Daran besteht für den BMW-DTM-Piloten Timo Glock kein Zweifel. "Wenn man einen Fahrer an Bord hat, mit dem man in Zukunft arbeiten möchte, dann hätte man 10.000 Euro Strafe akzeptiert und Ende", spricht der Odenwälder gegenüber 'Motorsport.com' Klartext.

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"Die Reaktion ist also relativ klar: Man wollte mit Daniel in Zukunft nicht weiterarbeiten und hat die Chance genutzt, ihn vor die Tür zu setzen. Das ist meine Meinung dazu."

Virtuelle Formel-E-Rennen für Glock "reine Spaßveranstaltung"

Zumal es sich bei den virtuellen Rennen der Formel E für Glock keinesfalls um seriöse Autorennen handelt, die eine entsprechende Reaktion rechtfertigen würden.

"Dieser Sim-Racing-Event, bei dem sich alle in die Karre fahren und die Schadensmodelle auf 60 oder 70 Prozent reguliert sind, war ja gefühlt eine reine Spaßveranstaltung", sagt Glock. "Wenn man ein bisschen versteht, wie es funktioniert, dann weiß man, wieso man so reagiert hat."

Audi kann Rast nun eine Perspektive bieten

Inzwischen hat Audi das vakante Cockpit an der Seite von Lucas di Grassi an DTM-Meister Rene Rast vergeben, der nun beim Formel-E-Sixpack in Berlin Anfang August die Möglichkeit hat, sich für die kommende Saison zu empfehlen.

Der 33-Jährige, der in der DTM in drei Jahren zweimal den Titel holte und einmal Vizemeister wurde, steht wie seine Audi-Kollegen nach dem Ausstieg der Ingolstädter mit Saisonende vor einer ungewissen Zukunft. Mit dem Formel-E-Cockpit bietet man dem Mindener eine Perspektive und könnte sich seine Dienste auch in Zukunft sichern.

Ob sich Audi mit der Aktion einen Gefallen getan hat? "Keine Ahnung, das kann ich nicht beurteilen", antwortet Glock. "Das werden sie selbst merken."

Mit Bildmaterial von Audi AG.

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