Gridstrafen: Bei vielen unbeliebt, aber was wäre die Alternative?

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Zuletzt in Belgien war das Qualifying wieder einmal nur bedingt aussagekräftig. Sieben der 20 Piloten, also ein Drittel des Feldes, erhielten für den Sonntag eine Gridstrafe, weil ein neues Getriebe oder neue Motorenteile in die betreffenden Autos eingebaut wurden. Diese Rückversetzungen sind vor allem vielen Fans ein Dorn im Auge, weshalb immer wieder über Alternativen diskutiert wird.

"Es ist etwas, das wir uns auf jeden Fall ansehen", bestätigt Renndirektor Michael Masi. Bereits für die Saison 2020 seien theoretisch Änderungen möglich. Und tatsächlich wurde das Thema zuletzt auch bei den Treffen der sportlichen Arbeitsgruppe der Formel 1 diskutiert - allerdings ohne Ergebnis. Denn die diskutierten Alternativen haben allesamt auch Nachteile.

"Ich denke, dass es schwierig ist, eine andere Lösung zu finden", bestätigt auch Haas-Teamchef Günther Steiner. Eine Möglichkeit, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird, sind finanzielle Sanktionen. Doch Steiner warnt davor, dass sich die Teams dann einfach freikaufen würden. "Es wäre zum Beispiel so wie eine Geldstrafe für eine unsichere Freigabe", erklärt er.

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"Man weiß, was 5.000 Euro für ein Formel-1-Team wert sind - nichts! Wenn man für 5.000 Euro eine Zehntelsekunde bekommt, dann macht man das jeden Tag", warnt er. Eine für 2021 mögliche Alternative wäre, den Teams Geld von der geplanten Budgetobergrenze abzuziehen. Doch hier würde sich die Strafe erst viel später als das eigentliche Vergehen auswirken - möglicherweise erst in der folgenden Saison.

Eine weitere Idee: Zusatzgewichte für die Übeltäter oder höhere Beschränkungen beim Benzin. "Ich denke, das wäre noch verwirrender als Gridstrafen", winkt Steiner sofort ab und erklärt: "Eine Gridstrafe wird zu Beginn des Rennens erklärt, und dann ist es okay." Fahre ein Auto im Rennen hingegen plötzlich mit mehr Gewicht und sei dadurch langsamer, sei das für den Zuschauer noch schwerer nachvollziehbar.

Laut Steiner sei daher aktuell noch "keine bessere Lösung" als die Gridstrafen gefunden. Zumindest möchte man für die Zukunft aber daran arbeiten, dass die Strafen auch wirklich Strafen sind. Carlos Sainz wurde zum Beispiel im Qualifying in Spa 17., erhielt zusätzlich noch eine Strafe, startete am Ende - aufgrund der vielen anderen Strafen - aber sogar als 15.

Mit Bildmaterial von LAT.

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