Grindel vor dem Aus? Rückzugsgerüchte um DFB-Boss

SPORT1, Sportinformationsdienst
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Es wird einsamer um DFB-Präsident Reinhard Grindel.Hochoffiziell will sich die Chefetage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht mit dem "Fall Reinhard Grindel" befassen. Doch obwohl der DFB-Boss laut seines ersten Stellvertreters Rainer Koch keine außerordentliche Präsidiumssitzung fürchten muss, ist Grindel längst nicht aus dem Schneider. Schließlich gibt es Telefon, Skype und WhatsApp. Nach wie vor halten sich die Gerüchte, wonach der 57-Jährige zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur beim DFB-Bundestag im September bewegt werden soll.Wie Spox und Goal berichten, könnte Grindel schon in dieser Woche seinen Rückzug ankündigen. Ob das wirklich so schnell passiert, ist fraglich. Allerdings wird es für Grindel immer ungemütlicher. Öffentliche Unterstützer sucht man vergeblich, seitdem der Spiegel am vergangenen Freitag einen bislang unbekannten Nebenverdienst Grindels veröffentlichte. Grindel hat offenbar Gegner im DFBOffenbar ist einigen Verbands-Funktionären die Liste der Verfehlungen ihres Präsidenten mittlerweile einfach zu lang. Die Zahlungen an Grindel könnten das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht haben. Es geht um insgesamt 78.000 Euro, die der gebürtige Hamburger als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH zwischen Juli 2016 und Juli 2017 erhalten hat.Offizielle Kommentare zu dem Thema gibt es nicht. Weder Koch noch Grindel selbst wollen sich äußern. Insofern bleibt offen, in welcher Form sich der DFB mit den Vorwürfen beschäftigen wird. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) könnte es eine "informelle Zusammenkunft" wichtiger Präsidiums-Mitglieder geben."Das Aus rückt näher", schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. "Mitglieder des DFB-Präsidiums und Funktionäre aus einigen Landesverbänden" wollen demnach aktuell darauf hinwirken, dass Grindel beim DFB-Bundestag im Herbst nicht erneut antritt. Offenbar gibt es innerhalb des Verbands also Gegenspieler. Nicht zum ersten Mal gelangen Vertrags- und Gesprächsinhalte nach außen, wie beispielsweise bei der Diskussion um die Vergabe des Länderspiels gegen Peru nach Sinsheim. Aus der Deckung haben sich die Grindel-Gegner aber bislang nicht gewagt.Grindel selbst wollte sich zu den Spekulationen bislang nicht äußern. Auf Nachfrage der Bild zu den Spiegel-Enthüllungen verwies er lediglich darauf, sich nach Absprache mit dem DFB-Präsidium derzeit nicht inhaltlich äußern zu wollen Lahm als möglicher Nachfolger genanntSogar über mögliche Nachfolger Grindels, der den DFB seit drei Jahren anführt, wird bereits spekuliert. Wie das ZDF berichtet, sei ein ehemaliger Nationalspieler, der ein gutes Standing bei den Amateuren habe, die Wunschlösung. Da kommt direkt der Name Philipp Lahm in den Sinn.Auch Oliver Bierhoff und der aktuelle Generalsekretär Friedrich Curtius werden gehandelt. Selbst über eine Rückkehr von Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach gibt es Gerüchte - die dieser allerdings nicht kommentieren möchte.Im aktuellen Fall kann von verschleierten Überweisungen zwar kaum die Rede sein, weil Grindel den Vorsitz wie Niersbach legal und auch erst Wochen nach seiner Wahl zum DFB-Chef übernahm. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zitiert dazu dennoch einen nicht namentlich genannten "Spitzenfunktionär": "Wir wussten nicht, dass er die Zahlungen einfach übernimmt." Ein Fettnäpfchen zu viel?Ohnehin geht es vielmehr um die moralische Dimension des hohen Zusatzverdienstes. Schließlich hatte sich Grindel stets Transparenz und Offenheit auf die Fahne geschrieben. Bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) steht der DFB-Boss sogar an der Spitze der Compliance-Kommission.Dass es innerhalb des DFB eine Opposition gibt, steht außer Frage. Zu beschädigt ist das Image Grindels, der für seine internationalen Ämter bei UEFA und dem Weltverband FIFA knapp eine halbe Million Euro erhält. Spätestens seit seinem Schlinger-Kurs rund um den Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil ist der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete, der von vielen Experten nach dem raschen Abgang Niersbachs in der Folge des Sommermärchen-Skandals ohnehin nur als Notlösung gesehen wurde, fraglos angeschlagen. Auch das abgebrochene Interview mit der Deutschen Welle ließ Grindel zuletzt in keinem guten Licht dastehen.Harald Stenger, viele Jahre Mediendirektor und Pressesprecher des DFB, wetterte erst kürzlich im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 gegen Grindel und die Kommunikationspolitik des Verbands. "Ich habe im Sommer gesagt, das ist der schlechteste Präsident seit 50 Jahren. Zu dieser Aussage stehe ich heute noch. Es ist alles noch viel schlimmer geworden", sagte Stenger. Für den 68-Jährigen sei Grindel so etwas wie "der Donald Trump des deutschen Fußballs, der in jedes Fettnäpfchen tritt."Stenger führte seine Meinung aus: "Er ist ein Populist par exellence. Wenn er drei Aussagen zu einem Thema binnen einer Woche macht, sind vier Meinungen dazu auf dem Markt. Das ist bei einem Präsidenten auf Dauer nicht haltbar." Grindel am Abend im RampenlichtEin mögliches Szenario für eine Neuausrichtung an der DFB-Spitze könnte eine Ämtertrennung sein, mit der beide Seiten halbwegs das Gesicht wahren würden: Grindel gibt den DFB-Chefposten ab, vertritt den deutschen Fußball aber mit dem Wohlwollen des Verbandes weiter bei der FIFA und der UEFA.Es wäre eine Art goldener Handschlag für Grindel. Ob der wirklich in Erwägung zieht, sich aus der DFB-Spitze zurückzuziehen, ist aber noch offen. Erste Klarheit gibt es womöglich am Montagabend.Dann wird in Dortmund die Hall of Fame des deutschen Fußballs eröffnet. Grindel ist naturgemäß einer der Laudatoren - und wird sich danach einigen unbequemen Fragen stellen müssen. Spannend wird sein, ob und wenn ja wie, er sich zu diesen äußert.
Es wird einsamer um DFB-Präsident Reinhard Grindel.Hochoffiziell will sich die Chefetage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht mit dem "Fall Reinhard Grindel" befassen. Doch obwohl der DFB-Boss laut seines ersten Stellvertreters Rainer Koch keine außerordentliche Präsidiumssitzung fürchten muss, ist Grindel längst nicht aus dem Schneider. Schließlich gibt es Telefon, Skype und WhatsApp. Nach wie vor halten sich die Gerüchte, wonach der 57-Jährige zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur beim DFB-Bundestag im September bewegt werden soll.Wie Spox und Goal berichten, könnte Grindel schon in dieser Woche seinen Rückzug ankündigen. Ob das wirklich so schnell passiert, ist fraglich. Allerdings wird es für Grindel immer ungemütlicher. Öffentliche Unterstützer sucht man vergeblich, seitdem der Spiegel am vergangenen Freitag einen bislang unbekannten Nebenverdienst Grindels veröffentlichte. Grindel hat offenbar Gegner im DFBOffenbar ist einigen Verbands-Funktionären die Liste der Verfehlungen ihres Präsidenten mittlerweile einfach zu lang. Die Zahlungen an Grindel könnten das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht haben. Es geht um insgesamt 78.000 Euro, die der gebürtige Hamburger als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH zwischen Juli 2016 und Juli 2017 erhalten hat.Offizielle Kommentare zu dem Thema gibt es nicht. Weder Koch noch Grindel selbst wollen sich äußern. Insofern bleibt offen, in welcher Form sich der DFB mit den Vorwürfen beschäftigen wird. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) könnte es eine "informelle Zusammenkunft" wichtiger Präsidiums-Mitglieder geben."Das Aus rückt näher", schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. "Mitglieder des DFB-Präsidiums und Funktionäre aus einigen Landesverbänden" wollen demnach aktuell darauf hinwirken, dass Grindel beim DFB-Bundestag im Herbst nicht erneut antritt. Offenbar gibt es innerhalb des Verbands also Gegenspieler. Nicht zum ersten Mal gelangen Vertrags- und Gesprächsinhalte nach außen, wie beispielsweise bei der Diskussion um die Vergabe des Länderspiels gegen Peru nach Sinsheim. Aus der Deckung haben sich die Grindel-Gegner aber bislang nicht gewagt.Grindel selbst wollte sich zu den Spekulationen bislang nicht äußern. Auf Nachfrage der Bild zu den Spiegel-Enthüllungen verwies er lediglich darauf, sich nach Absprache mit dem DFB-Präsidium derzeit nicht inhaltlich äußern zu wollen Lahm als möglicher Nachfolger genanntSogar über mögliche Nachfolger Grindels, der den DFB seit drei Jahren anführt, wird bereits spekuliert. Wie das ZDF berichtet, sei ein ehemaliger Nationalspieler, der ein gutes Standing bei den Amateuren habe, die Wunschlösung. Da kommt direkt der Name Philipp Lahm in den Sinn.Auch Oliver Bierhoff und der aktuelle Generalsekretär Friedrich Curtius werden gehandelt. Selbst über eine Rückkehr von Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach gibt es Gerüchte - die dieser allerdings nicht kommentieren möchte.Im aktuellen Fall kann von verschleierten Überweisungen zwar kaum die Rede sein, weil Grindel den Vorsitz wie Niersbach legal und auch erst Wochen nach seiner Wahl zum DFB-Chef übernahm. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zitiert dazu dennoch einen nicht namentlich genannten "Spitzenfunktionär": "Wir wussten nicht, dass er die Zahlungen einfach übernimmt." Ein Fettnäpfchen zu viel?Ohnehin geht es vielmehr um die moralische Dimension des hohen Zusatzverdienstes. Schließlich hatte sich Grindel stets Transparenz und Offenheit auf die Fahne geschrieben. Bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) steht der DFB-Boss sogar an der Spitze der Compliance-Kommission.Dass es innerhalb des DFB eine Opposition gibt, steht außer Frage. Zu beschädigt ist das Image Grindels, der für seine internationalen Ämter bei UEFA und dem Weltverband FIFA knapp eine halbe Million Euro erhält. Spätestens seit seinem Schlinger-Kurs rund um den Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil ist der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete, der von vielen Experten nach dem raschen Abgang Niersbachs in der Folge des Sommermärchen-Skandals ohnehin nur als Notlösung gesehen wurde, fraglos angeschlagen. Auch das abgebrochene Interview mit der Deutschen Welle ließ Grindel zuletzt in keinem guten Licht dastehen.Harald Stenger, viele Jahre Mediendirektor und Pressesprecher des DFB, wetterte erst kürzlich im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 gegen Grindel und die Kommunikationspolitik des Verbands. "Ich habe im Sommer gesagt, das ist der schlechteste Präsident seit 50 Jahren. Zu dieser Aussage stehe ich heute noch. Es ist alles noch viel schlimmer geworden", sagte Stenger. Für den 68-Jährigen sei Grindel so etwas wie "der Donald Trump des deutschen Fußballs, der in jedes Fettnäpfchen tritt."Stenger führte seine Meinung aus: "Er ist ein Populist par exellence. Wenn er drei Aussagen zu einem Thema binnen einer Woche macht, sind vier Meinungen dazu auf dem Markt. Das ist bei einem Präsidenten auf Dauer nicht haltbar." Grindel am Abend im RampenlichtEin mögliches Szenario für eine Neuausrichtung an der DFB-Spitze könnte eine Ämtertrennung sein, mit der beide Seiten halbwegs das Gesicht wahren würden: Grindel gibt den DFB-Chefposten ab, vertritt den deutschen Fußball aber mit dem Wohlwollen des Verbandes weiter bei der FIFA und der UEFA.Es wäre eine Art goldener Handschlag für Grindel. Ob der wirklich in Erwägung zieht, sich aus der DFB-Spitze zurückzuziehen, ist aber noch offen. Erste Klarheit gibt es womöglich am Montagabend.Dann wird in Dortmund die Hall of Fame des deutschen Fußballs eröffnet. Grindel ist naturgemäß einer der Laudatoren - und wird sich danach einigen unbequemen Fragen stellen müssen. Spannend wird sein, ob und wenn ja wie, er sich zu diesen äußert.

Es wird einsamer um DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Hochoffiziell will sich die Chefetage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht mit dem "Fall Reinhard Grindel" befassen. Doch obwohl der DFB-Boss laut seines ersten Stellvertreters Rainer Koch keine außerordentliche Präsidiumssitzung fürchten muss, ist Grindel längst nicht aus dem Schneider. Schließlich gibt es Telefon, Skype und WhatsApp. Nach wie vor halten sich die Gerüchte, wonach der 57-Jährige zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur beim DFB-Bundestag im September bewegt werden soll.

Wie Spox und Goal berichten, könnte Grindel schon in dieser Woche seinen Rückzug ankündigen. Ob das wirklich so schnell passiert, ist fraglich. Allerdings wird es für Grindel immer ungemütlicher. Öffentliche Unterstützer sucht man vergeblich, seitdem der Spiegel am vergangenen Freitag einen bislang unbekannten Nebenverdienst Grindels veröffentlichte.

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Grindel hat offenbar Gegner im DFB

Offenbar ist einigen Verbands-Funktionären die Liste der Verfehlungen ihres Präsidenten mittlerweile einfach zu lang. Die Zahlungen an Grindel könnten das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht haben. Es geht um insgesamt 78.000 Euro, die der gebürtige Hamburger als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH zwischen Juli 2016 und Juli 2017 erhalten hat.

Offizielle Kommentare zu dem Thema gibt es nicht. Weder Koch noch Grindel selbst wollen sich äußern. Insofern bleibt offen, in welcher Form sich der DFB mit den Vorwürfen beschäftigen wird. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) könnte es eine "informelle Zusammenkunft" wichtiger Präsidiums-Mitglieder geben.

"Das Aus rückt näher", schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. "Mitglieder des DFB-Präsidiums und Funktionäre aus einigen Landesverbänden" wollen demnach aktuell darauf hinwirken, dass Grindel beim DFB-Bundestag im Herbst nicht erneut antritt. Offenbar gibt es innerhalb des Verbands also Gegenspieler. Nicht zum ersten Mal gelangen Vertrags- und Gesprächsinhalte nach außen, wie beispielsweise bei der Diskussion um die Vergabe des Länderspiels gegen Peru nach Sinsheim. Aus der Deckung haben sich die Grindel-Gegner aber bislang nicht gewagt.


Grindel selbst wollte sich zu den Spekulationen bislang nicht äußern. Auf Nachfrage der Bild zu den Spiegel-Enthüllungen verwies er lediglich darauf, sich nach Absprache mit dem DFB-Präsidium derzeit nicht inhaltlich äußern zu wollen 

Lahm als möglicher Nachfolger genannt

Sogar über mögliche Nachfolger Grindels, der den DFB seit drei Jahren anführt, wird bereits spekuliert. Wie das ZDF berichtet, sei ein ehemaliger Nationalspieler, der ein gutes Standing bei den Amateuren habe, die Wunschlösung. Da kommt direkt der Name Philipp Lahm in den Sinn.

Auch Oliver Bierhoff und der aktuelle Generalsekretär Friedrich Curtius werden gehandelt. Selbst über eine Rückkehr von Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach gibt es Gerüchte - die dieser allerdings nicht kommentieren möchte.

Im aktuellen Fall kann von verschleierten Überweisungen zwar kaum die Rede sein, weil Grindel den Vorsitz wie Niersbach legal und auch erst Wochen nach seiner Wahl zum DFB-Chef übernahm. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zitiert dazu dennoch einen nicht namentlich genannten "Spitzenfunktionär": "Wir wussten nicht, dass er die Zahlungen einfach übernimmt."

Ein Fettnäpfchen zu viel?

Ohnehin geht es vielmehr um die moralische Dimension des hohen Zusatzverdienstes. Schließlich hatte sich Grindel stets Transparenz und Offenheit auf die Fahne geschrieben. Bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) steht der DFB-Boss sogar an der Spitze der Compliance-Kommission.

Dass es innerhalb des DFB eine Opposition gibt, steht außer Frage. Zu beschädigt ist das Image Grindels, der für seine internationalen Ämter bei UEFA und dem Weltverband FIFA knapp eine halbe Million Euro erhält. Spätestens seit seinem Schlinger-Kurs rund um den Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil ist der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete, der von vielen Experten nach dem raschen Abgang Niersbachs in der Folge des Sommermärchen-Skandals ohnehin nur als Notlösung gesehen wurde, fraglos angeschlagen. Auch das abgebrochene Interview mit der Deutschen Welle ließ Grindel zuletzt in keinem guten Licht dastehen.


Harald Stenger, viele Jahre Mediendirektor und Pressesprecher des DFB, wetterte erst kürzlich im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 gegen Grindel und die Kommunikationspolitik des Verbands. "Ich habe im Sommer gesagt, das ist der schlechteste Präsident seit 50 Jahren. Zu dieser Aussage stehe ich heute noch. Es ist alles noch viel schlimmer geworden", sagte Stenger. Für den 68-Jährigen sei Grindel so etwas wie "der Donald Trump des deutschen Fußballs, der in jedes Fettnäpfchen tritt."

Stenger führte seine Meinung aus: "Er ist ein Populist par exellence. Wenn er drei Aussagen zu einem Thema binnen einer Woche macht, sind vier Meinungen dazu auf dem Markt. Das ist bei einem Präsidenten auf Dauer nicht haltbar."


Grindel am Abend im Rampenlicht

Ein mögliches Szenario für eine Neuausrichtung an der DFB-Spitze könnte eine Ämtertrennung sein, mit der beide Seiten halbwegs das Gesicht wahren würden: Grindel gibt den DFB-Chefposten ab, vertritt den deutschen Fußball aber mit dem Wohlwollen des Verbandes weiter bei der FIFA und der UEFA.

Es wäre eine Art goldener Handschlag für Grindel. Ob der wirklich in Erwägung zieht, sich aus der DFB-Spitze zurückzuziehen, ist aber noch offen. Erste Klarheit gibt es womöglich am Montagabend.

Dann wird in Dortmund die Hall of Fame des deutschen Fußballs eröffnet. Grindel ist naturgemäß einer der Laudatoren - und wird sich danach einigen unbequemen Fragen stellen müssen. Spannend wird sein, ob und wenn ja wie, er sich zu diesen äußert.

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