Wie Großmacht Kanada das WM-Debakel abgewendet hat

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Wie Großmacht Kanada das WM-Debakel abgewendet hat
Wie Großmacht Kanada das WM-Debakel abgewendet hat

Kanada steht bei der Eishockey-WM in Lettland im Finale und greift nach dem Titel.

Die Nachricht scheint auf den ersten Blick nicht wirklich überraschend, schließlich ist hier die Rede vom Mutterland des Eishockeys. Allein bei den letzten sechs Weltmeisterschaften haben die "Ahornblätter" - 2021 miteinberechnet - fünfmal den Sprung ins Endspiel geschafft. Somit kommt Kanada immer eine Favoritenrolle zu.

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Coach Gerrard Calland musste diesmal jedoch wegen zahlloser Absagen aus der NHL viel auf junge Spieler setzen und/oder solche, die bei ihren Klubs nicht die großen Rollen spielen. Aus der Eishockey-Großmacht wurde ein Team der Namenlosen.

Kanada startet historisch schlecht in WM

Und dieses erwischte auch noch einen historisch schlechten Start in Lettland. Erstmals in der WM-Geschichte war Kanada mit drei Niederlagen in das Turnier gestartet. Der 0:2-Pleite gegen den Gastgeber folgte ein 1:5-Debakel gegen die USA. Es war die bisher höchste Niederlage bei einer Weltmeisterschaft gegen den Rivalen. Auch gegen Deutschland musste sich der Favorit mit 1:3 geschlagen geben.

Zwar gelangen Kanada im Anschluss Siege gegen Norwegen, Kasachstan und Italien, aber auch im letzten Gruppenspiel gegen Finnland setzte es eine Pleite im Penaltyschießen.

Die Folge: Kanada konnte den Einzug ins Viertelfinale nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Nur durch Deutschlands Schützenhilfe erreichte die kanadische Mannschaft die K.o.-Runde.

Doch danach drehte Kanada so richtig auf. Im Viertelfinale schaltete man den Gold-Favoriten Russland mit 2:1 nach Verlängerung aus. Im Halbfinale kam es dann zum Wiedersehen mit den USA - diesmal mit dem besseren Ende für Kanada, das sich mit 4:2 durchsetzte und den Finaleinzug perfekt machte.

Kanada findet "gewisse Chemie"

"Als wir das erste Mal gegen die USA gespielt haben, waren wir erst kurz zusammen, aber in den letzten paar Spielen haben wir als Team Fortschritte gemacht und eine gewisse Chemie gefunden", sagte Stürmer Justin Danforth über die Entwicklung seines Teams.

Und weiter: "Ich denke, in den letzten paar Spielen waren wir 60 Minuten voll da. Selbst in schwierigen Momenten sorgen unsere Anführer dafür, dass wir die richtige Einstellung behalten."

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Mit dem Erfolg gegen die USA - die zuvor mit sieben Siegen in Folge eine fast makellose WM-Vorstellung abgegeben hatten - setze Kanada einen beeindruckenden Steigerungslauf fort.

"Es war ein verrücktes Turnier", erklärte Andrew Mangiapane, der gegen die USA zwei Tore erzielte und mit insgesamt sieben Treffern gemeinsam mt Großbritanniens Liam Kirk die Torschützenliste anführt.

"Wir haben als Team mit 0:3 angefangen. Jetzt spielen wir unser bestes Eishockey, wir nehmen diesen Schwung mit. Wir haben noch ein Spiel vor uns. Toll, wie wir spielen. Großartig, wie wir zurückgekommen sind", so der MVP-Kandidat, der seinem Team in den ersten drei Spiele noch nicht zur Verfügung stand, weiter.

Vom Außenseiter zum Finalisten

"Wir waren in jedem einzelnen Spiel der Außenseiter, und wir haben es den Leuten immer wieder gezeigt. Es ist toll, den Charakter der Jungs zu sehen, den Kampfgeist", machte Mangiapane deutlich und fügte hinzu: "Aber wir sind noch nicht fertig."

Denn: Kanada will seine Auferstehung jetzt natürlich auch mit dem Titel krönen. Es kommt zur Final-Neuauflage von 2019 (ab 17 Uhr LIVE auf SPORT1) zwischen dem 26-fachen Titelträger und Finnland, welches das DEB-Team in Krimi mit 2:1 besiegte.

Vor zwei Jahren triumphierten die Finnen (3:1) - genau wie beim Duell der beiden Mannschaften in der Vorrunde. Doch zu diesem Zeitpunkt im Turnier zeigte die kanadische Auswahl auch noch ein ganz anderes Gesicht.

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